Ende September werden die Wähler in drei deutschen Bundesstaaten, Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, ihre Stimmen bei den Regionalwahlen abgeben. Inmitten dieser politischen Aktivität sind Bedenken darüber aufgetaucht, wie die von KI generierten Suchanalysen von Google mit Fragen im Zusammenhang mit wahlbezogenen Inhalten umgehen. Die gemeinnützige Organisation AlgorithmWatch hat eine Studie durchgeführt, in der die Transparenz und Neutralität dieser KI-getriebenen Snippets untersucht wurde, die seit Anfang 2025 in etwa der Hälfte aller Suchanfragen in Deutschland erscheinen. Viele Benutzer verlassen sich auf diese kurzen Zusammenfassungen, ohne auf die ursprünglichen Quellen zu klicken, was Alarm über die möglichen Auswirkungen auf die fundierte Entscheidungsfindung auslöst.
Die Untersuchung wurde unter Verwendung der internen "Search Researcher Result" -API von Google durchgeführt, die im Rahmen des Digital Services Act zur Verfügung gestellt wurde. Die Forscher konnten fast 4.500 Anfragen im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen in den drei Staaten einreichen und die von KI generierten Zusammenfassungen zusammen mit ihren zitierten Quellen analysieren.
Während die Studie ergab, dass Google weniger häufig KI-Zusammenfassungen für wahlbezogene Abfragen generiert als für nicht-politische, bleibt unklar, ob spezifische Maßnahmen ergriffen werden, um Wahlinhalte zu behandeln. Es scheint kein konsistentes Muster zu geben, wie die KI entscheidet, ihre Zusammenfassungen anzuzeigen. Zum Beispiel lösten Fragen zu Umfragen selten KI-Zusammenfassungen aus, während Anfragen zu Parteien und einzelnen Kandidaten dies in bis zu 50% der Fälle taten. Unterschiede wurden auch zwischen den Staaten beobachtet: Weniger KI-Zusammenfassungen erschienen in Antworten auf Fragen zu Sachsen-Anhalt als in Berlin oder Mecklenburg-Vorpommern.
Eine wichtige Erkenntnis war, dass die Anzahl der Quellen, die in den AI-Zusammenfassungen zitiert wurden, oft begrenzt war. Fast die Hälfte der bereitgestellten Links verwies auf weniger als zehn Quellen, wobei YouTube, eine Tochtergesellschaft von Google, unverhältnismäßig stark vertreten war. Zu den zehn am häufigsten referenzierten Websites gehörten öffentliche Rundfunkanstalten, Wikipedia, Social-Media-Plattformen und offizielle Regierungs- oder Parteiwebsites. Dies deutet auf eine mögliche Voreingenommenheit gegenüber vertrauten oder verbundenen Quellen hin, die die Exposition gegenüber verschiedenen Perspektiven möglicherweise einschränkt.
Dieses Phänomen, das als "Psychophancy" bezeichnet wird, könnte sich aus den inhärenten Tendenzen großer Sprachmodelle ergeben, die Standpunkte der Fragesteller zu bestätigen. Im politischen Kontext könnte eine solche voreingenommene Gestaltung die Fähigkeit der Wähler behindern, sich ausgewogene Meinungen zu bilden, so AlgorithmWatch. Als Google mit den Ergebnissen konfrontiert wurde, antwortete es nur vage und bot keine detaillierten Erklärungen oder Klarstellungen bezüglich seiner KI-Richtlinien. Das Unternehmen lehnte es ab, weitere Kommentare zur Methodik oder zu den Ergebnissen der Studie abzugeben, wodurch viele Fragen unbeantwort blieben.
Mit der Annäherung an die Wahlperiode wird die Rolle der KI bei der Gestaltung der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin sorgfältig geprüft, was die anhaltenden Herausforderungen bei der Sicherstellung der Zugänglichkeit und Zuverlässigkeit digitaler Informationen hervorhebt.
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