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Jelinek-Uraufführung bei den Festspielen: Thiel unter den Tieren?
Austria🏛️ PolitikProgressivvor 6 Tagen

Jelinek-Uraufführung bei den Festspielen: Thiel unter den Tieren?

Am Sonntag präsentiert Regisseur Nicolas Stemann auf dem Salzburger Festival auf der Perner Insel in Hallstatt das Stück "Unter Tieren" von Elfriede Jelinek. Die Aufführung mit dem Titel "Capitalism Settlement" verspricht ein vierstündiges "Text-Happening" ohne geplante Pausen, obwohl Zuschauer frei aus- und eintreten können. Stemann hat zuvor ähnliche interaktive Formate für Jelinek's Werke wie "Die Kontrakte des Kaufmanns" verwendet. In der Produktion, die in Koproduktion mit Burg erstellt wurde, ist die Schauspielerin Mavie Hörbiger zu sehen. Stemann hat Berichten zufolge den Tech-Milliardär Peter Thiel zur Teilnahme eingeladen, aber Festivaldirektorin Karin Bergmann hat klargestellt, dass Thiel nicht beteiligt ist und dass jeder Verweis auf ihn in einem noch in Entwicklung befindlichen KI-generierten Segment erscheinen würde.

Am Sonntagabend zeigte das Salzburger Fest seine neueste Produktion von Elfriede Jelineks provokativem Stück Unter Tieren auf der Perner Inselbühne in Hallein. Die von Nicolas Stemann inszenierte, vierstündige Aufführung erregte große Aufmerksamkeit, insbesondere aufgrund ihrer unkonventionellen Struktur und der angeblichen Beteiligung des Tech-Milliardärs Peter Thiel. Das Stück, das als scharfe Kritik am Kapitalismus und der finanziellen Ausbeutung dient, wurde als eine weitläufige "Text-Happening" ohne geplante Pause präsentiert, obwohl Monitoren in Pausenbereichen Live-Aufnahmen während der optionalen Abfahrten des Publikums übertragen.

Dieses Format erinnert an die frühere Arbeit von Stemann an Jelinek's Die Kontrakte des Kaufmanns im Jahr 2009, in der ähnliche Dynamiken erforscht wurden. Die Produktion umfasst eine Besetzung, darunter Mavie Hörbiger, und enthält Elemente der Satire und Kommentare zu modernen Finanzen.

Das Stück selbst dreht sich um eine Kritik des globalen Finanzsystems, die Verbrechen wie Betrug, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und den undurchsichtigen Kapitalfluss aufdeckt. Jelinek, bekannt für ihre unerschütterlichen Darstellungen von Machtstrukturen, verwendet die Metapher von Tieren wie Füchsen, Eseln, Kaninchen und sogar einem symbolischen "Lamm Gottes", um das menschliche Verhalten unter kapitalistischen Druck zu kommentieren. Die Erzählung entfaltet sich durch die Perspektiven dieser Kreaturen, die die von menschlicher Gier und technologischem Fortschritt verursachte Zerstörung beobachten und beklagen.

Die Inszenierung war ehrgeizig, mit einem großen Ensemble, das in aufwendigen Kostümen auftrat und Multimedia-Elemente verwendete, um das Theaterausleben zu verbessern. Dies führte zur Einführung eines Platzhalters, einer digitalen Darstellung von Thiel, die durch KI-Technologie erzeugt wurde. Die KI-Version antwortete höflich auf Fragen von Stemann und bot eine satirische Sicht auf den Einfluss der realen Figur auf die Finanzmärkte und die politische Landschaft. Die Produktion zeigte auch eine Reihe von Aufführungen, darunter ein Segment, in dem sich Schauspieler in fetten Anzügen durch das Publikum bewegten und sie direkt ansprach.

Ein weiteres Highlight war die Teilnahme einer Musikgruppe, des Oberalm-Orchesters, deren melancholischer Marsch den emotionalen Ton des Stücks unterstrich. Das Bühnenbild enthielt Verweise auf reale Skandale, wie das verlassene Luxus-Mall-Projekt in der Mariahilfer-Straße, das den Zusammenbruch spekulativer Investitionen symbolisiert. Die Themen des Stücks spiegeln stark zeitgenössische Themen wider und ziehen Parallelen zwischen fiktiven Szenarien und tatsächlichen Fällen von wirtschaftlichem Fehlverhalten. Jelinek's Text webt politische Theorie, historischen Kontext und beißenden Humor zusammen und schafft eine schichtweise Kritik an der modernen Gesellschaft.

Die Aufführung erhielt begeisterten Applaus und Standing Ovations als Debüt. Sie wird im August und Anfang September sowohl beim Salzburger Festival als auch später im Wiener Burgtheater inszeniert. Die Kontroverse um Thiels potenzielle Beteiligung hebt die Schnittstelle zwischen Hochkultur und Unternehmensmacht hervor und wirft Fragen darüber auf, wie öffentliche Institutionen mit privaten Interessen interagieren.

Während das Stück weiterhin auf Tournee ist, wird das Publikum weitere Möglichkeiten haben, sich mit seiner komplexen Erzählung und seinen Implikationen für das Verständnis der Kräfte, die moderne Volkswirtschaften antreiben, auseinanderzusetzen.

4 Berichte

Kurier logoKurierParteinahProgressivFaktentreue 85Objektivität 75vor 9 Tagen
Jelinek-Uraufführung bei den Festspielen: Thiel unter den Tieren?

Am Sonntag präsentiert Regisseur Nicolas Stemann auf dem Salzburger Festival auf der Perner Insel in Hallstatt das Stück "Unter Tieren" von Elfriede Jelinek. Die Aufführung mit dem Titel "Capitalism Settlement" verspricht ein vierstündiges "Text-Happening" ohne geplante Pausen, obwohl Zuschauer frei aus- und eintreten können. Stemann hat zuvor ähnliche interaktive Formate für Jelinek's Werke wie "Die Kontrakte des Kaufmanns" verwendet. In der Produktion, die in Koproduktion mit Burg erstellt wurde, ist die Schauspielerin Mavie Hörbiger zu sehen. Stemann hat Berichten zufolge den Tech-Milliardär Peter Thiel zur Teilnahme eingeladen, aber Festivaldirektorin Karin Bergmann hat klargestellt, dass Thiel nicht beteiligt ist und dass jeder Verweis auf ihn in einem noch in Entwicklung befindlichen KI-generierten Segment erscheinen würde.

Tendenz-Einschätzung (Progressiv): Der Artikel beschreibt die mögliche Beteiligung von Peter Thiel, einem bekannten Unterstützer rechtsgerichteter Ideologien und libertärer Politik, als eine Einladung, die später vom Festivaldirektor abgelehnt wurde.

Warum Faktentreue (85): The article provides details about the upcoming premiere of Jelinek's play 'Unter Tieren' by Nicolas Stemann at the Salzburg Festival, including the format, duration, and audience interaction. It mentions the collaboration with the Burg theater and references past work by Stemann. The claim about Pe

Warum Objektivität (75): The article presents information about the production and includes quotes from both the director and the festival intendant. However, it frames the potential involvement of Peter Thiel as a point of interest, which may suggest some editorial emphasis on this aspect rather than presenting all sides e

ORF News logoORF NewsStaatlich / öffentlichProgressivFaktentreue 80Objektivität 75vor 6 Tagen
Jelineks animalische Abrechnung in Salzburg

Die Salzburger Festspiele präsentierten Elfriede Jelineks Theaterstück "Under Animals" unter Regie von Nicolas Stemann, das den Finanzkapitalismus und die Entmenschlichung durch die Linse verschiedener Tiere kritisiert.

Tendenz-Einschätzung (Progressiv): Der Artikel beschreibt Jelineks Arbeit als Kritik am Finanzkapitalismus, der Entmenschlichung und den Handlungen prominenter politischer und wirtschaftlicher Persönlichkeiten.

Warum Faktentreue (80): This article provides more concrete details about the play's performance, including the director, venue, and specific individuals being held accountable (e.g., Rene Benko, Peter Thiel, Sebastian Kurz). These details align with public knowledge about Jelinek's work and the Salzburg Festival. The ment

Warum Objektivität (75): The article maintains a neutral tone when describing the play's content and reception, though it uses emotionally charged language such as 'wütende Abrechnung' (angry reckoning) to describe Jelinek's work. This phrasing may subtly convey a critical stance toward the subject matter. However, the arti

Der Standard logoDer StandardUnabhängigProgressivFaktentreue 65Objektivität 70vor 6 Tagen
Jelineks "Unter Tieren" besticht mit nettem KI-Thiel bei Salzburger Festspielen

Der Artikel behandelt Elfriede Jelineks Stück "Unter Tieren", das auf dem Salzburger Festival aufgeführt wurde. Das Stück untersucht Themen wie Finanzbetrug und kapitalistische Ausbeutung durch eine satirische Linse. Die Produktion bietet eine Mischung aus Live-Schauspielern und KI-generierten Inhalten, darunter eine Darstellung von Peter Thiel als KI-Thiel. Die Aufführung erhielt positive Zuschauerreaktionen, wobei die Zuschauer ihren Wunsch äußerten, bestimmte Elemente wie den Esel zu sehen. Das Stück setzt Jelineks Tradition fort, wirtschaftliche Themen durch Komödie zu behandeln.

Tendenz-Einschätzung (Progressiv): Der Artikel formuliert das Stück als eine Kritik an kapitalistischen Systemen und finanzieller Korruption, wobei Satire verwendet wird, um Themen wie Steuerhinterziehung und Geldwäsche hervorzuheben.

Warum Faktentreue (65): The article discusses Elfriede Jelinek's play 'Unter Tieren' performed at the Salzburg Festival, mentioning its length, reception, and themes related to financial capitalism. It references specific characters and events like the case of René Benko and the Bank Burgenland as sources of inspiration. W

Warum Objektivität (70): The tone remains largely descriptive and analytical, focusing on the performance and its thematic content. There is no overt bias or emotional language, though the description of the play's critique of capitalism carries a somewhat critical tone. The article presents multiple perspectives through th

oe24 logooe24UnabhängigMitteFaktentreue 50Objektivität 30vor 11 Tagen
Jelinek-Premiere mit Einladung an Peter Thiel in Salzburg

Der Artikel berichtet über die Uraufführung eines Werks von Elfriede Jelinek in Salzburg, zu der auch Peter Thiel eingeladen wurde. Während der Schwerpunkt auf dem kulturellen Ereignis selbst zu liegen scheint, deutet die Aufnahme von Peter Thiel, einer umstrittenen Persönlichkeit, die für seine Beteiligung an Facebook und libertären Ansichten bekannt ist, auf einen potenziellen Interessenswinkel hin.

Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel enthält Informationen über ein kulturelles Ereignis, an dem eine namhafte Person mit politischen Verbindungen beteiligt ist, nimmt jedoch keine klare ideologische Haltung ein.

Warum Faktentreue (50): The article mentions a premiere involving Peter Thiel but lacks specific details such as date, location beyond Salzburg, and the nature of the invitation. Without a primary source, factuality is limited to what can be inferred from the title alone. Cross-source consensus would require more articles

Warum Objektivität (30): The article uses emotionally charged language like 'Einladung' (invitation) which may imply a special or exclusive event. The phrasing suggests a focus on Peter Thiel's involvement, potentially biasing the narrative toward his significance, lacking neutrality.

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