Der prominente Demokratieaktivist Joshua Wong ist von einem Gericht in Hongkong zu zehn Jahren Haft wegen Verstößen gegen das nationale Sicherheitsgesetz verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft behauptete, der 30-Jährige habe in Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften gehandelt, indem er 2020 gemeinsam mit anderen Bürgerrechtsaktivisten internationale Sanktionen gegen Hongkong und China gefordert habe. Obwohl die Anklage potenziell die Todesstrafe vorsah, hob das Gericht hervor, dass Wongs Reuebekundungen und Bemühungen um Resozialisierung nach seinem Schuldeingeständnis im September lobenswert seien. Wong verbüßt bereits eine separate Haftstrafe bis 2027 wegen Verschwörung zur Untergrabung der Staatsgewalt im Zusammenhang mit inoffiziellen demokratischen Vorwahlen. Das Urteil basiert auf dem nationalen Sicherheitsgesetz, das von Peking 2019 nach Massenprotesten erlassen wurde. Die chinesische Regierung gibt an, dass das Gesetz darauf abzielt, Separatismus, Subversion, Terrorismus und ausländische Einmischung zu bekämpfen, obwohl es von internationaler Seite scharf kritisiert wird.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Bericht wahrt seine Neutralität, indem er konkrete rechtliche Vorwürfe anführt, die Schuldeingeständnis des Angeklagten erwähnt und sowohl die Schwere der Strafen als auch die erklärten Ziele des Sicherheitsgesetzes darstellt, ohne dabei eigene Wertungen vorzunehmen.




