Die extreme Hitze und die Dürre, die einen Großteil Europas erfasst, haben Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Stromerzeugung ausgelöst, insbesondere bei thermischen und Kernkraftwerken, die auf Kühlwasser angewiesen sind. Experten warnen jedoch davor, dass aufgrund der Flexibilität des Energiemarktes und der zunehmenden Rolle der Solarenergie keine weit verbreiteten Stromausfälle wahrscheinlich sind.
Die Krise begann mit Rekordtemperaturen und niedrigen Flussniveaus, die den effizienten Betrieb von Kraftwerken erschwert haben. In Ungarn hat das Kernkraftwerk Paks, eines der größten Stromerzeuger des Landes, mit deutlich reduzierter Kapazität betrieben, weil der Einlass von Kühlwasser aus der Donau unzuverlässig ist.
Der begrenzte Flussfluss hat sich auch auf den Transport von Kohle ausgewirkt, einem kritischen Kraftstoff für viele deutsche Kraftwerke. Die Unfähigkeit, genügend Kohle über Binnenschiffe zu transportieren, hat die Versorgungsketten weiter belastet, insbesondere in Regionen, in denen Kohle eine wichtige Energiequelle bleibt. Dies hat Fragen zur Widerstandsfähigkeit der traditionellen fossilen Brennstoff-basierten Stromerzeugung bei klimatischen Extremen aufgeworfen. Trotz dieser Herausforderungen hat der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen in ganz Europa dazu beigetragen, einen Teil der Belastung des Netzes zu mildern.
Solarparks produzieren derzeit große Mengen an Strom während der Tageslichtstunden, die zur Aufladung von Pumpspeicher-Wasserkraftanlagen in der Schweiz, Österreich und Norwegen verwendet werden. Diese Speichersysteme können dann gespeicherte Energie während der Spitzennachfrage freisetzen und helfen, das Netz auch dann auszugleichen, wenn die Solarleistung abends sinkt.
In der Schweiz haben Forscher des Bundesforschungsinstituts für Wälder, Schnee und Landschaft festgestellt, dass die Verschiebung der Wettermuster die Dynamik zwischen Flusswasserkraftanlagen und Pumpspeicheranlagen verändert. Bei niedrigerem Stau produzieren Flusswasserkraftwerke weniger, während Pumpspeichereinheiten von erhöhter Schneeflocke und Gletscherschmelze profitieren. Diese Kombination hilft zwar, einen Teil des verlorenen Niederschlags auszugleichen, führt jedoch zu weniger Erzeugungspitzen als üblich, mit nur einer großen Spitze am Abend anstelle von zwei oder drei.
Gandhi betonte, dass die aktuellen Bedingungen die wachsende Bedeutung von Solar- und Batteriespeichersystemen für die Aufrechterhaltung der Netzstabilität während Hitzewellen verdeutlichen. Beide Technologien benötigen wenig bis kein Kühlwasser und funktionieren gut bei hohen Temperaturen. Er wies auch darauf hin, dass zukünftige fusionsbasierte Kernkraft zusätzliche Vorteile bieten könnte, da sie mehr Abwärme pro Kilowattstunde erzeugen würde, was die Verwaltung in heißen Klimazonen möglicherweise erleichtern würde. Mit fortschreitendem Sommer wird der Fokus darauf liegen, zu überwachen, wie diese verschiedenen Energiequellen interagieren und ob die aktuellen Strategien das Netz durch längere Trockenperioden aufrechterhalten können.
Derzeit deutet der Ausblick darauf hin, dass die Diversifizierung des europäischen Energiemixes zwar eine Herausforderung darstellt, aber einen Puffer gegen weit verbreitete Ausfälle darstellt.
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