Experten warnen davor, dass islamischer Extremismus zunehmend Social-Media-Plattformen und Werkzeuge der künstlichen Intelligenz nutzt, um jüngere Zielgruppen zu erreichen, so ein kürzlich veröffentlichtes Interview mit Jamuna Oehlmann, einer führenden Persönlichkeit im Kampf gegen religiös motivierten Extremismus in Deutschland.
Oehlmann stellte fest, dass islamische Extremisten seit langem die Macht neuer Technologien, einschließlich sozialer Medien, zur Verstärkung ihrer Botschaft erkannt haben. , der während der Berliner Pride-Parade in eine Menschenmenge fuhr und später online Propagandavideos für ISIS verbreitete. Dieser Fall ist ein Beispiel dafür, wie Extremisten digitale Mittel nutzen können, um Einzelpersonen zu rekrutieren und zu beeinflussen, auch in öffentlichen Räumen.
Oehlmann betonte, dass diese Figuren die Mechanismen des Engagements in den sozialen Medien verstehen. Sie folgen der Logik der Sichtbarkeit und des Charismas und ziehen Anhänger an, die sie als verwandt oder inspirierend empfinden. Sie zitierte das Beispiel von Hanna Hansen, einer ehemaligen Boxerin und Model, die zu einer einflussreichen Figur innerhalb islamischer extremistischer Kreise geworden ist.
Solche Fälle stellen Stereotypen in Frage, die den islamischen Extremismus hauptsächlich mit Männern in Verbindung bringen, da auch Frauen durch Inhalte, die auf ihre Interessen und wahrgenommene Rollen in der Gesellschaft zugeschnitten sind, ins Visier genommen werden. Der Experte sprach auch über die verschwommenen Grenzen zwischen Content-Erstellern und Konsumenten im digitalen Raum. Im Gegensatz zu traditionellen Medien, in denen Produktion und Konsum klar voneinander getrennt sind, ermöglichen soziale Medien es Nutzern, Rollen leicht zu wechseln. Ein Zuschauer von heute kann morgen Kommentator oder Content-Sharer werden. Diese Flüssigkeit ermöglicht Extremisten, sich direkt mit potenziellen Rekruten durch Kommentare und private Nachrichten zu beschäftigen, wodurch tiefere Verbindungen gefördert werden.
Oehlmann räumte ein, dass offen extremistisches Material zwar weniger öffentlich sichtbar ist, es jedoch häufig in Direktnachrichten oder geschlossenen Gruppen auf Plattformen wie Telegramm oder Gaming-Sites wie Roblox auftritt.
Oehlmann war zuvor in der Arbeitsgruppe des Bundesministeriums für islamistische Prävention tätig, die kürzlich von Innenminister Alexander Dobrindt aufgelöst wurde. Dieser Schritt hat Fragen über die Kontinuität der Politik und die Wirksamkeit der aktuellen Maßnahmen gegen Online-Radikalisierung aufgeworfen.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden