Julián Zugazagoitia Mendieta, ein sozialistischer Zeitungsredakteur und ehemaliger Minister, der während des Zweiten Weltkriegs von der Gestapo gefangen genommen wurde, bat darum, dass seine Hinrichtung keinen Ressentiment fördert.
Er verfasste auch Romane, Biographien von prominenten Persönlichkeiten wie Pablo Iglesias und Tomás Meabe und schrieb Guerra y vicisitudes de los españoles (Krieg und Umstände der Spanier), die als eine der klarsten und ausgewogensten Chroniken des Konflikts gelten. Luis Sala, ein in Bilbao ansässiger Historiker, hat kürzlich eine Biografie mit dem Titel Julián Zugazagoitia veröffentlicht.
Die Diktatur zwang Zugazagoitias Witwe und fünf Kinder ins Exil, zerstreute die Familie und löschte sein Vermächtnis weiter aus. Zugazagoitia wollte, dass die Geschichte sich an diese Ära erinnert, aber ohne Bitterkeit, wie in seinem letzten Brief vor seiner Hinrichtung zum Ausdruck kommt.
Seine Fähigkeit, Konsens zu halten, kombiniert mit scharfen analytischen Fähigkeiten und einem lebendigen Schreibstil, führte ihn dazu, El Socialista von 1932 bis 1937 zu leiten. Mit kurzen Haaren, runden Brillen, einem ernsten Blick und gekleidet in Anzügen mit Krawatten oder Schnürsenkeln, manchmal mit einem Berett, verkörperte Zugazagoitia das körperliche Profil vieler Intellektueller, die die republikanische Sache unterstützten.
Die Republik brauchte Ordnung in ihren Hinterlinien und zielte darauf ab, die Fünften Kolonne zu säubern und gleichzeitig die Legalität gegen widerspenstigere Elemente innerhalb der republikanischen Seite durchzusetzen. Laut seinem Biographen war Zugazagoitia nicht für die Ermordung von Andreu Nin, dem Führer der marxistischen und antistalinistischen POUM-Partei, verantwortlich, die im Juni 1937 von sowjetischen Agenten durchgeführt wurde. Dieses Verbrechen löste eine der größten Krisen innerhalb des republikanischen Blocks während des ganzen Krieges aus.
Trotzdem versuchte Zugazagoitia, während des Jahres, in dem er das Innenministerium leitete, Recht und Ordnung wiederherzustellen und versuchte, Faschisten, die sich in republikanischen Hauptstädten als fünfte Kolonne versteckten, zu neutralisieren. Vor diesen turbulenten Jahren der 1930er Jahre hatte Zugazagoitia mehr Zeit und Engagement für die Literatur. Er veröffentlichte mehrere Romane, die den Aufstieg des sozialen Realismus voraussagten, darunter Una vida anónima (Ein anonymes Leben) im Jahr 1927.
Seine literarischen Beiträge sowie seine journalistischen und politischen Bemühungen haben ihn als eine facettenreiche Persönlichkeit gekennzeichnet, deren Vermächtnis bis heute wiederentdeckt wird.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden