Luise Maria Sommer, Österreichs Gedächtnismeisterin und ehemalige Lehrerin, hat in einem Interview mit KURIER Einblicke in ihre einzigartigen Techniken zum Auswendiglernen großer Mengen von Informationen gegeben. Bekannt für ihre Fähigkeit, abstrakte Daten in lebendige Bilder zu verwandeln, verwendet Sommer antike griechische Methoden, um ihre kognitiven Fähigkeiten zu verbessern. Sie beschrieb, wie sie spezifische, humorvolle Visuals zu Zahlen wie einem Ballon für Null und einem Schwan für Zwei zuweist, so dass sie sich mühelos an komplexe Sequenzen erinnern kann. Diese mentalen Strategien waren entscheidend für ihre Reise von der Bekanntheit als "die vergessliche Luise" bis zu einer der weltbesten Gedächtnissportlern.
Sommer begann ihre Karriere als Lehrerin an einer Wirtschaftsakademie und blieb in der Bildung, während sie ihre Leidenschaft für Gedächtnissport verfolgte. 1999 führte sie ihre Schüler in die in Wien stattfindenden Gedächtnismeisterschaften ein, was ihr Interesse weckte und sie dazu brachte, sie auch zum Wettkampf zu ermutigen. Dies war ein Wendepunkt in ihrem Leben und führte dazu, dass sie 2002 im Guinness-Buch der Rekorde für den Weltrekord im Gedächtnis von Stufen anerkannt wurde.
Ihre Erfahrung auf der Bühne war transformativ, insbesondere nachdem sie von einem Fernsehmoderator Ratschläge erhalten hatte, die ihr dabei halfen, ihre Leistungsangst zu bewältigen. Sommer lernte, ihre Nerven als Werkzeug zu nutzen, um Spitzenleistungen zu erzielen, eine Denkweise, die sie durch zahlreiche Auftritte im Fernsehen geführt hat. Trotz des Aufstiegs der künstlichen Intelligenz und der Leichtigkeit des Zugriffs auf Informationen über Smartphones betont Sommer die Bedeutung der Aufrechterhaltung des kognitiven Engagements. Sie befürwortet die Verwendung persönlichen Urteils, bevor sie sich auf Technologie stützt, und warnt vor dem möglichen Rückgang der mentalen Schärfe aufgrund eines übermäßigen Vertrauens auf externe Quellen.
Als Reaktion auf die Bedenken hinsichtlich der sinkenden Aufmerksamkeitsspanne unter den Schülern argumentiert Sommer, dass Schulen Plattformen wie TikTok vermeiden und stattdessen Umgebungen schaffen sollten, die zu tiefer Konzentration beitragen. Sie hebt die Notwendigkeit von Klassenzimmern hervor, die während bestimmter Perioden frei von mobilen Geräten sind, so dass die Schüler sich vollständig mit Bildungsinhalten beschäftigen können. Laut Sommer beinhaltet ein effektiver Unterricht die Schaffung einer unterstützenden Atmosphäre, in der sich die Schüler geschätzt und motiviert fühlen, zu lernen, anstatt durch ständige digitale Reize abgelenkt zu werden.
Ein enger Kollege, ein Neurowissenschaftler, unterstreicht die Risiken, die mit übermäßiger Bildschirmzeit für Jugendliche verbunden sind, und legt nahe, dass die Gesellschaft immer noch lernt, wie man die technologische Integration mit der kognitiven Gesundheit ausgleicht.
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