Eine bahnbrechende DNA-Sequenzierungstechnik, die als Long-Read-Sequenzierung bekannt ist, hat sich als ein leistungsfähiges Werkzeug für eine genauere Diagnose einer Vielzahl seltener genetischer Erkrankungen, einschließlich der Huntington-Krankheit und bestimmter Formen von Demenz, herausgestellt.
Genetische Erkrankungen wie Huntington werden durch abnormale Expansionen kurzer DNA-Sequenzen verursacht. Die Anzahl der Wiederholungen dieser Sequenzen erklärt jedoch nicht vollständig die Eigenschaften dieser Erkrankungen, wie zum Beispiel das Alter des Ausbruchs und die Schwere. Die Forscher unter der Leitung von Stéphanie Tomé betonten, dass es erforderlich ist, um eine genaue Diagnose zu erhalten, zu berücksichtigen, wie Unterbrechungen innerhalb der wiederholten Sequenz auftreten können oder wie die Expansion in verschiedenen Geweben des gleichen Patienten variieren kann.
"30 Jahre lang haben wir diese Krankheiten diagnostiziert, indem wir die Wiederholungen gezählt haben", sagte Giuseppe Novelli, Genetiker der Universität Tor Vergata in Rom und Co-Autor der Studie. "30 Jahre lang haben wir uns gefragt, warum zwei Patienten mit der gleichen Anzahl von Wiederholungen unterschiedliche klinische Vorgeschichten hatten. Heute wissen wir, dass die Antwort in der Erweiterung selbst geschrieben war, in Details, die unsere Werkzeuge vorher nicht lesen konnten.
Durch die Bereitstellung eines umfassenderen Überblicks des Genoms ermöglicht die Langzeitsequenzierung Klinikern, die zugrunde liegenden Mechanismen dieser Krankheiten besser zu verstehen und möglicherweise Behandlungen auf einzelne Patienten zuzuschneiden. Die Forscher stellten fest, dass die Fähigkeit, längere DNA-Segmente zu analysieren, Einblicke in zuvor nicht nachweisbare genetische Variationen bietet, die das Fortschreiten der Krankheit beeinflussen können.
Da die Kosten für die Langzeit-Sequenzierung weiter sinken und ihre Zugänglichkeit verbessert wird, wird erwartet, dass mehr medizinische Zentren auf der ganzen Welt diesen Ansatz für routinemäßige genetische Tests anwenden werden. Diese Verschiebung könnte sich erheblich auf das Management und die Behandlung von genetischen Erkrankungen auswirken und Patienten klarere Prognosen und zielgerichtetere Therapieoptionen bieten. Die Studie unterstreicht die Bedeutung der fortgesetzten Investitionen in die Genomforschung und die Entwicklung fortschrittlicher Sequenzierungstechnologien.
Im Zuge des Fortschritts auf diesem Gebiet werden weitere Studien darauf abzielen, die Wirksamkeit der Langzeit-Sequenzierung bei der Diagnose eines breiteren Spektrums genetischer Erkrankungen zu validieren und ihr Potenzial zur Orientierung der klinischen Entscheidungsfindung zu bewerten.
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