Eine kritische Sicherheitslücke wurde in der Firmware des Trusted Platform Module (TPM) identifiziert, das in vielen Prozessoren von AMD und Intel verwendet wird. 0 Referenzcode, der von der Trusted Computing Group (TCG) bereitgestellt wird, den beide Unternehmen in ihre BIOS-Versionen integrieren. Diese Komponente bildet die Vertrauenswurzel für Server, Desktop-PCs und Notebooks, speichert kryptografische Schlüssel, die für die Überprüfung der Systemintegrität unerlässlich sind, und ermöglicht Funktionen wie Windows BitLocker-Verschlüsselung.
CVE-2026-6727 beinhaltet einen Seitenkanal-Angriff, der Zeitunterschiede ausnutzt, um Geheimnisse aus dem TPM zu extrahieren. Angreifer können speziell entwickelte Software verwenden, um zahlreiche Befehle an den Coprocessor zu senden und die für die Antworten benötigte Zeit zu messen. Durch die Analyse von Variationen in den Antwortzeiten können Angreifer Informationen über die ausgeführten kryptografischen Operationen ableiten, insbesondere das Ausfüllen von Blöcken mit der RSA-OAEP-Verschlüsselungsmethode.
CVE-2026-6726 untergräbt den Verifizierungsprozess von gespeicherten kryptografischen Schlüsseln. Unter bestimmten Bedingungen kann das TPM verworfene Schlüssel nicht ordnungsgemäß ungültig machen, so dass Angreifer einen neuen gefälschten Schlüssel an der gleichen Adresse wie einen legitimen anbieten können. Dies ermöglicht eine tiefe Manipulation des Systems, die möglicherweise unbefugten Zugriff und Kontrolle über das Gerät ermöglicht. AMD hat bestätigt, dass alle Desktop-, Notebook- und eingebetteten Prozessoren auf der Zen-Architektur, einschließlich Modellen von Ryzen 1000 bis Ryzen 9000 und Ryzen AI 400, betroffen sind.
Für Server-Modelle listet AMD nur die kleineren Desktop-Gegenstücke, Epyc 4004 und Epyc 4005, während die Multi-Core-Varianten unter den Bezeichnungen der 7000- und 9000-Serie ausgeschlossen sind. Intel hat erklärt, dass seine betroffenen Prozessoren Desktop-, Notebook- und Embedded-Modelle bis einschließlich der Core Ultra 200-Serie umfassen. Für Server-Modelle listet Intel Prozessorlinien bis zur dritten Generation der Xeon Scalable-Familie (Ice Lake), die 2021 veröffentlicht wurde. Sowohl AMD als auch Intel haben bereits aktualisierte Firmware-Versionen an Hersteller von Desktop-PCs, Notebooks und Motherboards verteilt. In den kommenden Wochen und Monaten werden diese Hersteller entsprechende BIOS-Updates bereitstellen.
Darüber hinaus werden Software-Patches für Komponenten wie die Debian-Bibliothek libtpms und verschiedene Windows-Versionen entwickelt. Die Entdeckung dieser Schwachstellen unterstreicht die Bedeutung einer sicheren Firmware-Implementierung in Hardware-Komponenten, die die Grundlage des Systemvertrauens bilden.
Sowohl AMD als auch Intel haben proaktive Schritte unternommen, um die Risiken zu mindern, indem sie aktualisierte Firmware verteilen und mit den Entwicklern von Betriebssystemen zusammenarbeiten, um einen umfassenden Schutz vor Ausbeutung zu gewährleisten.
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