Das Bundeskartellbüro in Deutschland hat Apple angewiesen, sein App Tracking Transparency Framework (ATTF) zu überarbeiten, eine im Jahr 2021 eingeführte Datenschutzfunktion, die es iPhone-Nutzern ermöglicht, zu kontrollieren, ob Apps ihre Daten sammeln können. Die Entscheidung kommt nach einem fünfjährigen Überprüfungsprozess, der im Jahr 2022 eingeleitet wurde, und markiert eine große Verschiebung in der Art und Weise, wie Apple den Nutzern die Tracking-Berechtigungen präsentiert. Gemäß den neuen Regeln muss Apple seine Einverständnisanfragen neu gestalten, um zu vermeiden, dass Benutzer von der Ablehnung von Drittanbieter-Tracking abgeschreckt werden.
Darüber hinaus muss Apple die Anweisungen für die eigene Werbeverfolgung mit denen für die Verfolgung von Drittanbietern in Einklang bringen, um zu verhindern, dass das Unternehmen einen unfairen Vorteil gegenüber Wettbewerbern erlangt. Das Bundeskartellbüro betonte, dass Apple zwar das Recht hat, strengere Datenschutzmaßnahmen zu implementieren als gesetzlich vorgeschrieben, aber sicherstellen muss, dass diese Maßnahmen andere Unternehmen nicht unfair benachteiligen.
Dieses System deaktiviert effektiv die jedem iPhone zugewiesene eindeutige Kennung, die als Advertising Identifier (IDFA) bekannt ist. Diese ID wird typischerweise von werbeunterstützten Apps verwendet, um detaillierte Profile von Benutzern basierend auf Standortdaten, Geräteinformationen und abgeleiteten Interessen zu erstellen. Diese Profile werden dann mit zahlreichen Werbeunternehmen geteilt, um personalisierte Anzeigen zu ermöglichen.
Die Möglichkeit, sich von der Verfolgung durch die ATTF abzumelden, war eine entscheidende Verteidigung gegen solche Praktiken. Die rechtliche Herausforderung gegen Apples Verfolgungsschutz wurde von mehreren deutschen digitalen, Medien- und Werbeverbänden gestartet, die sich durch die Einführung der ATTF benachteiligt fühlten. Organisationen wie der Zentrale Verband der deutschen Werbeindustrie, der Föderation der digitalen Wirtschaft, der Medienverband der unabhängigen Presse und der Föderation der digitalen Verleger und Zeitungsverleger versuchten, Apple daran zu hindern, eigene Datenschutzmaßnahmen zu implementieren, die die Geschäftsaktivitäten anderer Unternehmen einschränken könnten.
Laut Berichten schätzte Meta, ein Mitglied der Föderation der digitalen Wirtschaft, Einnahmenverluste von 10 Milliarden US-Dollar im ersten Jahr nach der Implementierung der Tracking-Beschränkungen von Apple. Apple argumentierte, dass seine Datenschutzfunktionen gerechtfertigt seien, weil sie es dem Unternehmen ermöglichten, sich auf dem Markt durch überlegene Datenschutzstandards zu differenzieren. Das Bundeskartellbüro stimmte Apple zu, dass selbst dominierende Marktteilnehmer in der Regel Datenschutzmaßnahmen einführen dürfen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.
Da Apple selbst Daten für Werbezwecke sammelt und verwendet, müssen die neu gestalteten Aufforderungen seine eigenen Tracking-Anfragen ähnlich wie die von Dritten behandeln. Infolgedessen werden Benutzer bei der Erteilung oder Verweigerung von Tracking-Berechtigungen wahrscheinlich mit längeren und komplexeren Einwilligungsanfragen konfrontiert sein. Die Änderungen zielen zwar darauf ab, die Privatsphäre mit fairem Wettbewerb in Einklang zu bringen, werfen aber auch Bedenken über das Potenzial für eine erhöhte Verwirrung der Benutzer und die Möglichkeit aufdringlicherer Datenerfassungspraktiken durch Dritte auf. Der überarbeitete Rahmen wird bald in Kraft treten, und es wird erwartet, dass Apple Updates für sein Betriebssystem einführt, um die neuen Vorschriften einzuhalten.
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