Eine neue Studie hat herausgefunden, dass Personen mit überschüssigem Bauchfett, obwohl sie nach dem Body Mass Index (BMI) ein normales Gewicht haben, ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen haben. Forscher unter der Leitung der Biostatistin Zeina Dardari von der Johns Hopkins University veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift JACC. Die Studie legt nahe, dass die Taillengröße ein zuverlässigerer Indikator für das kardiovaskuläre Risiko ist als der BMI allein. Die Forschung analysierte Daten von fast 260.000 Teilnehmern.
Es zeigte sich, dass Personen, die auf der Grundlage des BMI als normales Gewicht eingestuft wurden, aber einen hohen Taillenumfang hatten, ein bis zu 50 Prozent höheres Risiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vergleich zu Personen mit niedrigeren Taillenmessungen hatten. Dieser Befund war auch bei übergewichtigen Personen mit signifikantem viszeralen Fett konsistent. Diejenigen, die fettleibig waren, aber eine niedrige Taillenmessung hatten, zeigten jedoch kein erhöhtes Risiko.
Die Studie unterstreicht, wie die Verteilung von Körperfett eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung von Gesundheitsrisiken spielt, unabhängig vom Gesamtgewicht. Die Forscher erkannten Einschränkungen in ihrer Analyse an. Sie stellten fest, dass Faktoren wie Ernährung, körperliche Aktivität und genetische Veranlagung für Fettleibigkeit nicht berücksichtigt wurden. Diese Elemente sind gut etablierte Faktoren, die zum kardiovaskulären Risiko beitragen. Trotz dieser Lücken betonte das Team die Bedeutung der Identifizierung von zentraler Fettleibigkeit, überschüssigem Fett um den Mittelschnitt, auch bei Personen, deren BMI innerhalb des normalen oder übergewichtigen Bereichs liegt. Dardari betonte, dass allein der BMI zu einer falschen Klassifizierung des kardiovaskulären Risikos führen kann.
Sie wies darauf hin, dass der BMI zwar ein allgemeines Maß für die Körperzusammensetzung ist, jedoch die Nuancen der Fettverteilung nicht erfasst. Diese Übersicht könnte dazu führen, dass die mit bestimmten Körpertypen verbundenen Gesundheitsrisiken unterschätzt werden. Die Implikationen der Studie deuten darauf hin, dass Gesundheitsfachleute bei der Beurteilung des kardiovaskulären Risikos zusätzliche Metriken über den BMI hinaus berücksichtigen sollten. Der Taillenumfang könnte zusammen mit anderen Indikatoren der Fettverteilung ein genaueres Bild des Gesundheitszustands eines Individuums bieten. Dieser Ansatz könnte helfen, vorbeugende Maßnahmen und Interventionen effektiver zu gestalten.
Da die wissenschaftliche Gemeinschaft weiterhin die Beziehung zwischen Körperzusammensetzung und Gesundheitsergebnissen erforscht, wird zunehmend die Notwendigkeit umfassenderer Beurteilungswerkzeuge erkannt. Die Ergebnisse unterstreichen die Komplexität der menschlichen Physiologie und die Einschränkungen traditioneller Gesundheitsindikatoren. Zukünftige Studien können das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Aspekten des Körperfetts und deren Auswirkungen auf die langfristige Gesundheit weiter klären.
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