Die europäischen Flüsse haben in diesem Sommer alarmierend niedrige Niveaus erreicht, und Hunderttausende von Menschen sind mit Wasserknappheit konfrontiert. Große europäische Flüsse wie der Rhein, die Themse, die Donau, die Rhône und der Po haben seit über drei Jahrzehnten unerwartete Fließraten verzeichnet. Allein im Juli verzeichneten nahezu 95 Prozent der Themse, 85 Prozent des Rheins und 65 Prozent der Donau ihre niedrigsten Fluten seit 1992, so die Daten des Copernicus Climate Change Service. Auch der Rhône erreichte Rekordtiefwerte und erreichte nur 30 Prozent seines üblichen Flusses, während der Po, Italiens größter Fluss, um etwa 40 Prozent zurückging.
Die extremen Dürrebedingungen sind auf längere Trockenperioden, ungewöhnlich hohe Temperaturen und wiederholte Hitzewellen während des frühen Sommers zurückzuführen. Westeuropa hat einen der heißesten Saisonstarts in der Geschichte erlebt, was die Situation verschärft. Waldbrände haben die Krise weiter verschärft, große Waldflächen verbraucht und die verfügbaren Wasserressourcen reduziert. Der Rhein ist besonders betroffen und verbleibt für einen Großteil seines Verlaufs von den Schweizer Alpen bis nach Westdeutschland in schweren hydrologischen Dürrebedingungen.
Die Donau hat auch erheblich gelitten, insbesondere in Ungarn, wo der niedrige Wasserstand den Betrieb des einzigen Kernkraftwerks des Landes beeinträchtigt hat, das für die Reaktorkühlung auf Flusswasser angewiesen ist.
Nach Angaben des Ministeriums für ökologischen Übergang verschlimmert der Klimawandel die Herausforderungen für die Wasserressourcen, denen sich die Nation gegenübersieht. Ab dem 9. August befinden sich alle 99 Departements in Frankreichs europäischer Region unter einem gewissen Maß an Bereitschaft, wobei 67 als in der Krise eingestuft sind, der höchste Alarmstufe, und 21 in erhöhter Bereitschaft.
Die französische Umweltministerin Monique Barbut warnte am 27. Juli, dass der Zugang zu sauberem Wasser in 47 Departements problematisch sei. Vorübergehende Einschränkungen der Wasserversorgung über Wasserhähne hätten bereits mehr als 30.000 Einwohner in 80 Gemeinden betroffen. Einige Haushalte waren gezwungen, sich auf Tanker für Wasser oder gebrauchtes Flaschenwasser zu verlassen. Die Situation hat sich weiter verschlechtert, was zu Plänen für ein Treffen mit Mitgliedern des Hydrologischen Prognose- und Überwachungsausschusses und regionalen Präfekten geführt hat.
Besondere Aufmerksamkeit wird den Auswirkungen der Wasserknappheit auf das Pflanzen- und Tierleben gewidmet.Die anhaltende Krise unterstreicht die zunehmende Anfälligkeit der Wasserressourcen angesichts der sich ändernden klimatischen Verhältnisse.
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