Vergewaltigungsprozess in Norwegen : Mette-Marits Sohn zu vier Jahren Haft verurteilt
Nach dem Mammutprozess gegen Marius Borg Høiby hat das Gericht sein Urteil verkündet: Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin soll für vier Jahre hinter Gitter.
Gerichtszeichnung von Marius Borg Høiby am driten Tag des Prozesses vor dem Osloer Bezirksgericht am 5. Februar
Ane Hem/NTB/dpa
afp/taz | Vier Jahre Haft: Da ist das Urteil für Marius Borg Høiby. Ob und wie lange der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit ins Gefängnis muss, auf diese Antwort hatte das ganze Land gewartet. Die am Montagmorgen verkündete Entscheidung des Amtsgerichts Oslo fällt milder aus als von der Staatsanwaltschaft gefordert – die hatte zum Abschluss der sechswöchigen Gerichtsverhandlung sieben Jahre und sieben Monate für angemessen erklärt.
Høibys Verteidiger hingegen hatten gesagt, ein Jahr und sechs Monate seien genug für die von ihrem Mandanten eingeräumten Taten. Die schwersten Vorwürfe, vier Fälle von Vergewaltigung im Schlaf, hatte Høiby von sich gewiesen. Das Gericht verurteilte ihn nun unter anderem für häusliche Gewalt in der Beziehung zu seiner Ex-Freundin Nora Haukland sowie für schwere Körperverletzung an einer weiteren Ex-Freundin. Nach einem Gewaltausbruch in deren Wohnung war er im August 2024 erstmals festgenommen worden.
In der Folge waren immer weitere Vorwürfe gegen den heute 29-Jährigen erhoben worden, zunächst von anderen Frauen, mit denen er zusammen gewesen war, schließlich von Ermittlern und Staatsanwaltschaft. Die größten Anklagepunkte waren vier Fälle von sexuellen Handlungen an wehrlosen, weil schlafenden oder berauschten Frauen, nach norwegischem Recht eine Schlaf-Vergewaltigung. In zwei dieser Fälle wurde er nun ebenfalls schuldig gesprochen, in den beiden anderen Fällen sah das Gericht die Beweislage nicht als ausreichend an.
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Insgesamt 40 Anklagepunkte waren im Februar und März verhandelt worden – von den norwegischen Medien extrem engmaschig beobachtet. Dem ältesten Sohn der Kronprinzessin, den sie als Vierjährigen mit in die neue Familie gebracht hatte, wurden neben dem Genannten außerdem Bedrohungen, Sachbeschädigung und Drogendelikte vorgeworfen.
Kein Mitglied des Königshauses
Das Urteil trifft Høiby und seine Mutter in einer schwierigen Zeit: Mette-Marit, bei der 2018 eine seltene Form von Lungenfibrose diagnostiziert worden war, wartet derzeit auf eine Spenderlunge. Der Gesundheitszustand der 52-Jährigen hatte sich jüngst deutlich verschlechtert. Høibys Verteidiger war dennoch mit dem Antrag gescheitert, seinen Mandanten vor der Urteilsverkündung aus der Untersuchungshaft zu entlassen.
Høiby hatte im Februar und März wegen 40 Anklagepunkten vor Gericht gestanden, unter anderem wegen der Vergewaltigung von vier Frauen, die zum Tatzeitpunkt schliefen oder bewusstlos waren. Zudem wurde dem 29-Jährigen zur Last gelegt, mehrere Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt zu haben. Høiby ist Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung vor ihrer Hochzeit mit Kronprinz Haakon. Er gehört formell nicht dem Königshaus an.
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