ON
← Back to feed
GermanyMedicine3 days ago

Study on medical care: Refugees with mental illness continue to be massively under-served

A report by psychosocial centers (PSZ) reveals that only less than four percent of traumatized asylum seekers receive therapy, highlighting a severe lack of psychological support for those with mental health issues. The study indicates that nearly every third refugee suffers from post-traumatic stress disorders linked to experiences during their flight or in their home country. Due to limited resources, PSZs reached fewer than 30,000 refugees last year, leaving most without access to necessary care. Delays in accessing therapy can reach up to eight months. Refugees face significant barriers in

Studie zu medizinischer Betreuung : Psychisch kranke Geflüchtete weiter massiv unterversorgt

Keine vier Prozent der traumatisierten Asyl­be­wer­be­r*in­nen bekommen Therapie, zeigt ein Bericht. Auf dem Land ist die Lage besonders dramatisch.

Je­de*r dritte Geflüchtete leidet an posttraumatischen Störungen

Ramon Espelt/imago

Nur sehr wenige Geflüchtete bekommen die psychologische Hilfe, die sie brauchen. Das zeigt ein neuer Bericht der psychosozialen Zentren (PSZ), die versuchen, sich um die Betroffenen zu kümmern.

Demnach gelang es den Zentren mit ihren begrenzten Ressourcen im vergangenen Jahr, nur 30.000 Geflüchtete zu erreichen – das sind weniger als vier Prozent aller Hilfsbedürftigen. Die Wartezeit auf einen Therapieplatz lag bei fast acht Monaten.

Ex­per­t*in­nen gehen davon aus, das je­de*r dritte Geflüchtete an posttraumatischen Störungen leidet, die häufig mit belastenden Erfahrungen auf der Flucht oder im Herkunftsland zu tun haben . Die ersten drei Jahre in Deutschland sind viele Asyl­be­wer­be­r*in­nen weitgehend vom regulären Gesundheitssystem ausgeschlossen, nur die Behandlungskosten für akute Beschwerden übernimmt der Staat. Und selbst wenn von den Sozialämtern doch eine Therapie bewilligt wird, stehen die Betroffenen vor großen Hürden.

Auf diese Hürden beim Gesundheitszugang legt der neue Bericht den Schwerpunkt, insbesondere die Lage auf dem Land ist Thema, wo die Versorgung für viele Geflüchtete noch einmal schlechter ist als in Städten. Weil Asyl­be­wer­be­r*in­nen ihren Wohnsitz oft nicht frei wählen dürfen, sind sie den geografischen Unterschieden weitgehend ausgeliefert.

Es fehlt auch Geld

In ländlichen Regionen bilden laut Bericht „fehlende Therapieplätze, Ausgrenzung, Isolation, lange Anfahrtswege, unzureichender Nahverkehr und fehlende spezialisierte Angebote“ eine hohe Hürde für Geflüchtete, die psychologische Hilfe brauchen. Dies führt zu den Problemen, die es überall gibt: etwa der Mangel an Übersetzer*innen, nicht sensibilisierten The­ra­peu­t*in­nen oder mangelnde Orientierung der Betroffenen im komplizierten deutschen Gesundheitssystem.

Auch die Überlastung des Gesundheitssystems an sich ist ein Problem. Hanna Thorwarth, vom Zentrum Refugio Thüringen sagt: „Dass die therapeutischen Kol­le­g*in­nen im Regelsystem sich denken: Therapie mit Übersetzung, das habe ich nicht gelernt und meine Warteliste ist sowieso voll, das schaffe ich nicht – ist verständlich.“ Ergebnis sei aber der weitgehende Ausschluss Geflüchteter aus dem Hilfssystem für psychisch Kranke.

Die bundesweit 50 psychosozialen Zentren versuchen beides auszugleichen: den weitgehenden Ausschluss der Geflüchteten vom Gesundheitssystem genauso wie die großen Hürden, falls das Sozialamt doch eine Behandlung genehmigt. Finanziert werden die Zentren überwiegend von staatlichen Stellen, allerdings nur unzureichend und vor allem ohne dauerhafte gesetzliche Basis. Die finanzielle Situation der Zentren kann sich damit von einem Jahr zum anderen drastisch ändern, sie agieren also oft in prekären Verhältnissen.

Zur Verbesserung der psychologischen Versorgung fordern die Au­to­r*in­nen des Berichts, nicht nur die Finanzierung der Zentren langfristig zu sichern und auszubauen, sondern auch, allen Geflüchteten Zugang zum regulären Gesundheits- und Krankenversicherungssystem zu ermöglichen. Es brauche Fortbildungen für The­ra­peu­t*in­nen und anderes Personal sowie einen Rechtsanspruch auf Übersetzung in den Therapiesitzungen.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 180 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei!

Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

Depressionen, Angststörungen und Co.

Merkst du schon was?

Bei jungen Menschen kommen psychische Erkrankungen immer häufiger vor. Wie sich durch bessere Früherkennung eine Menge Leid verhindern ließe.

Von

Laura Catoni

Psychisch kranke Flüchtende

Konsequente Hilfeverweigerung

Kommentar von

Frederik Eikmanns

Nur drei Prozent der Geflüchteten bekommen die psychologische Hilfe, die sie brauchen. Die EU-Abschottungspolitik ist eine Traumatisierungsmaschine.

Trau­m­a­re­fe­ren­t*in zu Aschaffenburg

„Viele Menschen werden erst in Deutschland richtig krank“

Psychisch kranke Geflüchtete seien unzureichend versorgt, sagt Leo Teigler vom Dachverband der Psychosozialen Zentren. Und es werde weiter gespart.

Interview von

Marco Fründt

taz FUTURZWEI…

Read the full article at taz – die tageszeitung
Source document: Bericht der psychosozialen Zentren (PSZ)

1 reports

taz – die tageszeitungIndependentCenter3 days ago
Study on medical care: Refugees with mental illness continue to be massively under-served

A report by psychosocial centers (PSZ) reveals that only less than four percent of traumatized asylum seekers receive therapy, highlighting a severe lack of psychological support for those with mental health issues. The study indicates that nearly every third refugee suffers from post-traumatic stress disorders linked to experiences during their flight or in their home country. Due to limited resources, PSZs reached fewer than 30,000 refugees last year, leaving most without access to necessary care. Delays in accessing therapy can reach up to eight months. Refugees face significant barriers in

Bias read (Center): The article presents factual data from a report by psychosocial centers regarding the under-supply of mental healthcare for refugees. It does not exhibit overtly biased language, one-sided sourcing, or editorializing. The focus is on the systemic challenges faced by refugees in accessing care, which

Official sources cited

  • organisation Bericht der psychosozialen Zentren (PSZ)

Go to the primary sources (1)

The official sources this coverage is built on. Read them directly to bypass framing.

  • organisationBericht der psychosozialen Zentren (PSZ)