Zahlreiche Staats- und Regierungschefs haben das geplante Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran begrüßt. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien stellten demnach die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran in Aussicht. Die vier Länder betonten zudem die Dringlichkeit der Wiedereröffnung der Straße von Hormus und dass sie ihren Teil dazu beitragen wollen.
Dazu gehöre "eine rein defensiv ausgerichtete, unabhängige Mission, um die Handelsschifffahrt zu ermutigen und Minenräumungen durchzuführen", heißt es laut Nachrichtenagenturen in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Eine Gefahr für Handelsschiffe
Doch auch wenn die Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt geöffnet wird, bleiben der Persische Golf und die umliegende Region eine Gefahrenzone für Handelsschiffe: Anfang April verkündeten die iranischen Revolutionsgarden, die Führung in Teheran habe die Meerenge verminen lassen.
"Wir wissen gar nicht genau, ob dort wirklich Minen liegen, aber die latente Gefahr reicht aus. Im Kriegsgebiet kann das aktuell niemand überprüfen", sagt Johannes Peters, Leiter der Abteilung für Maritime Strategie und Sicherheit am Institut für Sicherheitspolitik der Kieler Christian-Albrechts-Universität.
Ein Frachtschiff in der Straße von Hormus (Archivfoto) Bild: Giuseppe Cacace/AFP
Wie funktionieren Seeminen?
Seeminen wurden schon im Ersten und Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Damals handelte es sich um Ankertauminen: Mit einem Gewicht wurde ein Tau am Meeresboden fixiert, an dessen oberem Ende eine Kugel mit sogenannten Zündhörnern trieb. Fuhr ein Schiff oder ein U-Boot gegen diese Zündhörner, explodierte die Mine. Auslösung durch direkten Kontakt war damals die Funktionsweise. "Moderne Minen haben damit nur noch relativ wenig zu tun", so Peters zur DW.
Auch heute werden die Minen noch im Meeresboden verankert. Die Seekriegsmittel sollen schließlich einer Kriegspartei die Kontrolle über ein bestimmtes Areal sichern. "Dafür muss man sie ortsfest machen", erklärt Peters. Aber die Auslösung läuft nicht mehr über direkten physischen Kontakt.
Stattdessen arbeiten neuere Seeminen mit einer Auslösung durch Druckwellen, elektromagnetische Signale oder Schallwellen. Jede Schiffsbauart hat eine eigene Druck-, elektromagnetische- oder akustische Signatur, sendet also unterschiedliche Signale aus. Die Minen können darauf programmiert werden, beispielsweise nur auf die Schallwellen einer ganz bestimmten Schiffsart zu reagieren.
"Mithilfe von U-Booten kann man die akustische Signatur feindlicher Schiffe feststellen", sagt Peters. Darauf werden die Minen dann programmiert. "Die feindlichen Schiffe lösen mit ihrer akustischen Signatur die Minen aus, während man mit den eigenen Schiffen problemlos durch das verminte Gebiet fahren kann", erklärt der Experte.
Zeitaufwendige Minenjagd im Meer
Die Räumung, die sogenannte Minenjagd, ist zeitaufwendig. Wenn ein verdächtiges Objekt geortet wurde, muss zunächst festgestellt werden, ob von ihm eine Gefahr ausgeht. Sollte das der Fall sein, wird immer individuell entschieden, was mit dem Sprengsatz geschehen soll. Soll er zunächst geborgen werden? Oder muss die Mine unter Wasser entschärft oder kontrolliert zur Explosion gebracht werden? Diese gefährliche Aufgabe kann von Militärpersonal mit entsprechender Ausbildung übernommen werden, quasi dem "Kampfmittelräumdienst unter Wasser", wie Peters ihn nennt.
Ukraine-Krieg: Die gefährliche Arbeit der Marinetaucher
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Manchmal geht es aber auch, ohne dass Menschenleben riskiert werden. "Wenn es möglich ist, setzen wir Drohnen ein um die Objekte, die wir finden, zu identifizieren und zu zerstören", sagte Mykola, Soldat eines ukrainischen Seeminen-Räumtrupps im Schwarzen Meer, gegenüber der DW Anfang dieses Jahres. Die russische Marine hat das Schwarze Meer im Rahmen von Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine vermint.
Marine: Drohnen gegen Seeminen
Auch die deutsche Marine setzt bereits Drohnen bei der Minenjagd ein. "Wir nutzen autonome Systeme vorrangig für das Absuchen des Meeresbodens", sagt Fregattenkapitän Andreas vom 3. Minensuchgeschwader der deutschen Marine, den wir aus Sicherheitsgründen nur mit seinem Vornamen zitieren. "Früher ist man dafür mit Sonar-ausgestatteten Booten direkt über das Minen-gefährdete Gebiet gefahren. Dank der unbemannten Systeme müssen sich 40 Mann nicht mehr in direkte Gefahr begeben."
Das heißt nicht, dass kein menschliches Personal gebraucht wird. Die Drohnen schicken Aufnahmen vom Meeresboden zurück, die dann ausgewertet werden müssen. Was ist nur Schrott und was wirklich eine gefährliche Seemine? Diese Entscheidung, und wie mit dem Sprengkörper umgegangen werden soll, übernehmen immer noch Menschen.
Gefährliche Seeminen im Schwarzen Meer
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Die Nutzung von Drohnen für…
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