Nach dreieinhalb Stunden ging das Spitzentreffen der Koalition mit Gewerkschaften und Arbeitgebern zu Ende. Sie sagten zu, den »Reformprozess konstruktiv zu begleiten«.
AFP,
Reuters,
mns
10. Juni 2026, 23:26 Uhr
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Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Spitzentreffens auf dem Balkon des Kanzleramtes
© Michael Kappeler/dpa
Das Spitzentreffen der schwarz-roten Koalition mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden ist beendet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten sich über »notwendige Reformschritte für Wachstum und Beschäftigung« ausgetauscht, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Ziel des Treffens sei es gewesen, den Standort Deutschland zu stärken. Insgesamt dauerten die Gespräche im Kanzleramt am Abend rund dreieinhalb Stunden, hieß es aus Teilnehmerkreisen.
Beteiligt waren an dem Gespräch mit CDU-, CSU- und SPD-Spitzen die Chefs der Wirtschaftsspitzenverbände BDI, DIHK , BDA und ZDH sowie die Gewerkschaftsvorsitzenden von DGB, IG Metall,
IGBCE und Ver.di. Diskutiert wurde Kornelius zufolge »in konstruktiver und konzentrierter Atmosphäre«. Dabei sei es vor allem um vier Themenfelder gegangen: die Situation am
Arbeitsmarkt , die Stabilität und Sicherung der Sozialversicherungen , den Bürokratieabbau und die Steuerpolitik.
Alle Seiten hätten in den Gesprächen anerkannt, »dass die
Sozialsysteme reformiert und die Bürokratielast verringert werden müssen«, teilte Kornelius mit. Wirtschafts- und
Gewerkschaftsvertreter hätten die Bereitschaft geäußert, »den
Reformprozess konstruktiv zu begleiten«. Dazu seien weitere
Gespräche vereinbart worden.
Einigkeit über Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
Zum Auftakt des Treffens schrieb Bundeskanzler Friedrich
Merz auf X: »Gute Lösungen entstehen im Dialog.« Gemeinsam mit den
Sozialpartnern wollte die Bundesregierung demnach darüber beraten, wie die Wettbewerbsfähigkeit sowie der Arbeitsmarkt gestärkt werden können. Das Ziel sei, Deutschland wieder auf Wachstumskurs zu bringen –»das ist in den nächsten
Wochen von höchster Priorität«, sagte der Kanzler. Bei dem Treffen sollte es um einen »Austausch politischer Positionen und Ideen« gehen.
Laut Kornelius waren sich alle Gesprächsteilnehmer einig darüber, dass der Wirtschaftsstandort
Deutschland vor großen Herausforderungen steht. Gründe dafür seien der technologische
Wandel , die Veränderung in der Demografie und die vielfältigen Krisen. Alle Beteiligten stimmten demnach zu,
»dass weitere Schritte zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur
Verbesserung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes zügig und entschlossen
angegangen werden müssen«. Dazu
gehörten auch die Bemühungen, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu
verbessern, »etwa durch die Senkung von Energiekosten und die steuerliche
Entlastung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern«.
Die teilnehmenden Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften äußerten sich
zunächst nicht. Sie hatten angekündigt, dies voraussichtlich
erst am Donnerstag zu tun. Entscheidungen zu den geplanten Reformen
wollen CDU , CSU und SPD nach dem bisherigen Zeitplan bei einem
Koalitionsausschuss am 1. Juli treffen.
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