Oberösterreich
Schulbibliothek wird nach Femizid in Oberösterreich umgebaut
Der Tatort soll nicht mehr als Bibliothek geführt werden. Der Montag soll dem Austausch und der gemeinsamen Verarbeitung dienen, teilte die Bildungsdirektion mit
Ein 29-jähriger Lehrer soll am Freitag eine Kollegin in einer Schule in Taufkirchen an der Pram getötet haben.
Taufkirchen an der Pram – Nach dem Femizid in einer Schule in Taufkirchen an der Pram (Bezirk Schärding) hat am Sonntag ein Krisenstab entschieden, dass der Tatort über die Sommermonate baulich verändert wird. Dieser soll dann auch nicht mehr als Bibliothek dienen. Volks- und Mittelschule bleiben nächste Woche noch reduziert geöffnet. Eine Runde aus Vertretern der Schulleitung, der Bildungsdirektion, der Krisenhilfe Oberösterreich, der Schulpsychologie und dem Schulerhalter hatte sich darauf geeinigt.
"Der Montag steht im Zeichen des Ankommens, des Austauschs und der gemeinsamen Verarbeitung des Geschehenen", teilte die Bildungsdirektion Sonntagnachmittag in einer Presseaussendung mit. Im Mittelpunkt stünden Gespräche mit den Klassenvorständen und den Krisenteams. Ab Dienstag erfolge dann eine schrittweise Rückkehr in den Unterricht, allerdings für den Rest der Woche reduziert bis 11.30 Uhr. Am Ende der Woche sei ein gemeinsamer Trauergottesdienst für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte vorgesehen.
Psychosoziale Unterstützung stehe während der gesamten Woche für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Eltern zur Verfügung. Für Erziehungsberechtigte wurden zusätzliche Gesprächsmöglichkeiten eingerichtet.
Schwarze Fahne gehisst
Laut APA wurde vor der Schule eine große, schwarze Fahne gehisst. Am Sonntag herrschte vor dem Gebäude ein Kommen und Gehen. Kerzen und Blumen wurden hinterlegt. Auch Briefe mit letzten Grußworten fanden sich im Meer an Trauerlichtern.
Bei dem Femizid soll am Freitag ein 29-jähriger Pädagoge seine um ein Jahr jüngere Kollegin mit einem zweischneidigen Dolch und einer Schusswaffe in der Schulbibliothek getötet haben. Die Waffe hatte der Mann, der nach der Tat Suizid beging, legal besessen. Hintergrund dürfte offenbar eine Zurückweisung sein, und dass die Frau eine andere Beziehung einging. (APA, 14.6.2026)
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