Michael Windisch
OpenAI-Chef Altman ruft nach KI-Regulierung – und schiebt damit die Verantwortung ab
Im Wettrennen mit China werden Trump und Co den westlichen Unternehmen keine Steine in den Weg legen. Was KI können und tun soll, müssen somit diejenigen beantworten, die sie nutzen
Kommentar
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Michael Windisch
Sam Altman und Donald Trump Seite an Seite beim G7-Gipfel in Evian.
Seite an Seite mit US-Präsident Donald Trump nahm OpenAI-CEO Sam Altman Mittwochabend am runden Tisch der G7-Regierungschefs Platz. Während Altman üblicherweise in seiner Arbeit an der die Menschheit überbietenden Superintelligenz nicht mit Superlativen geizt, übte er sich dieses Mal in Bescheidenheit – wie der Klassenrowdy am Elternsprechtag. Die Staaten sollen die Kontrolle über die KI nicht den Tech-Riesen überlassen, sagte ausgerechnet der Chef des kurz vor seinem Börsengang stehenden, aber verstärkt um Marktanteil kämpfenden Silicon-Valley-Vorreiters.
Trumps neues Dekret
Inmitten des wachsenden Unmuts wegen Milliardeninvestments in Rechenzentren, der Überflutung des Alltags mit KI-Tools und der Furcht vor der Auslöschung ganzer Berufssparten mag das besänftigend klingen. Gleichzeitig ist es ein Versuch, die Verantwortung für das, was die eigene Branche tut, von sich zu weisen. Dass die Politik diese Aufgabe übernehmen und die Tech-Konzerne mit ihrer enormen Wirtschaftsmacht zurechtstutzen wird, darf bezweifelt werden. Erst vor wenigen Tagen hat Trump ein neues Dekret unterzeichnet, in dem er den Vorsprung der USA im KI-Wettrennen preist und verspricht, nichts zu tun, "was uns bei diesem Vorsprung in die Quere kommt".
Auch wenn Altman also offiziell nach Regulierung schreit, wird am Ende der freie Markt entscheiden müssen, was KI soll und kann – indem Einzelpersonen und Unternehmen zeigen, welche KI sie nutzen und wofür sie Geld ausgeben wollen. (Michael Windisch, 18.6.2026)
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