Dieses Audio ist derzeit nicht verfügbar.
1. Eskalation statt Verhandlungslösung
Nach zwei Monaten Waffenruhe ist der Krieg in Nahost wieder aufgeflammt – jedenfalls kurzzeitig. Iran soll seit Sonntagabend mindestens 20 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert haben. Zuvor bombardierte Israel Ziele im von der Hisbollah dominierten Süden Beiruts und griff später in Iran Raketenabschussstellungen, Radaranlagen sowie militärisch genutzte Fabriken an; auch eine petrochemische Anlage soll beschossen worden sein.
Irans Streitkräfte kündigten heute das Ende der Militäroperationen gegen Israel an, warnten jedoch gleichzeitig vor »härteren« Attacken, falls Israel seine Angriffe auf den Libanon nicht einstelle. Ein israelischer Regierungsvertreter wiederum kündigte laut Medienberichten an, Israel werde seine Angriffe auf Iran einstellen. Im Libanon werde man die Angriffe jedoch »mit voller Intensität fortsetzen«. Beides scheint unvereinbar zu sein. »Die nächste Runde der Eskalation könnte damit nur eine Frage der Zeit sein«, schreiben die SPIEGEL-Reporter Juliane von Mittelstaedt und Fritz Schaap.
Hinzu kommt: Appelle zur Einhaltung der Waffenruhe, Drohungen oder Beschimpfungen von US-Präsident Trump wirken kaum noch. Als »total verrückt« soll er Israels Premierminister Benjamin Netanyahu in einem Telefonat Anfang vergangener Woche bezeichnet haben .
Trumps Dilemma bleibt, dass jede Reaktion schlecht ist – lässt er Netanyahu freie Hand, droht eine größere Eskalation, bremst er Israel, stärkt das Iran. Das Kalkül in Teheran scheint zu sein, dass Trump verzweifelt einen Deal will, weil er sich vor steigenden Ölpreisen fürchtet – und er sich die in dieser Woche beginnende Fußball-Weltmeisterschaft in den USA nicht vom Kriegslärm verderben lassen will.
»Israel und Iran müssen sofort aufhören zu ›schießen‹«, schrieb Trump am Montagmorgen Washingtoner Zeit auf seinem Netzwerk Truth Social . Und: »Beide Seiten, Israel und Iran, wollen eine sofortige Waffenruhe.« Die Verhandlungen befänden sich in der Endphase. Nur »Dummheit« könne sie nun noch scheitern lassen. Das klang »fast schon verzweifelt«, meint Juliane von Mittelstaedt. »Eine Verhandlungslösung dürfte nun noch weiter in die Ferne gerückt sein.«
2. Vulnerable Infrastruktur
Ein nächtlicher Brand in einem Reutlinger Umspannwerk hat in mehr als 20.000 Haushalten in der Region zu Stromausfällen geführt . Das Feuer ist inzwischen gelöscht, noch immer warten allerdings Tausende Kunden auf Strom. Unheimlich bleibt außerdem: Nach Angaben des Netzbetreibers gibt es Anzeichen für eine Brandstiftung. Es seien drei Brandstellen gefunden worden, außerdem sei der Zaun beschädigt worden, sagte ein Sprecher von Netze BW der Nachrichtenagentur dpa. »Es ist unwahrscheinlich, dass es ein technischer Defekt war«, sagt das baden-württembergische Landeskriminalamt dem SPIEGEL. Man ermittle weiter in alle Richtungen.
Die SPIEGEL-Korrespondentin in Baden-Württemberg, Christine Keck, hat sich heute Vormittag persönlich ein Bild von dem Brand im Umspannwerk gemacht. Das, was in Reutlingen passiert ist, »hätte überall in Deutschland passieren können«, glaubt sie. Werke wie das Betroffene sind vulnerabel – außer mit einem Zaun offenbar nicht besonders gesichert gegen Angreifer.
Auch der tagelange Blackout in Berlin Anfang des Jahres ging auf einen Brandanschlag auf die Strominfrastruktur zurück. Zu der Tat bekannte sich eine linksextremistische Gruppierung. Ein Bekennerschreiben im Fall des Stromausfalls in Reutlingen gibt es bislang nicht.
»Bisher gelten Stromumspannwerke nicht als Hochsicherheitsgebiete in Deutschland«, sagt Christine Keck. Gut möglich, dass sich das bald ändert.
Lesen Sie hier mehr: Stromausfall in Reutlingen könnte Brandstiftung gewesen sein
3. Eine Zukunft ohne Hausaufgaben?
Es ist ein Satz, der Eltern mit schulpflichtigen Kindern aufhorchen lassen dürfte: »Hausaufgaben in der bisherigen Form sind nicht mehr sinnvoll.« Gesagt hat ihn ein Politiker, den ich bislang nicht kannte: Jochen Ott, SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im kommenden Frühjahr. Armin Himmelrath und Miriam Olbrisch haben ihn interviewt und erfahren, dass Ott im Wahlkampf offenbar auf Bildungspolitik setzt.
Schule müsse sich grundsätzlich verändern, so Ott. »Früher verlangte es einem Siebtklässler einiges ab, als Hausaufgabe einen lateinischen Text zu übersetzen. Heute erledigt eine KI das in wenigen Sekunden.« Es seien inzwischen ganz andere Kompetenzen im Klassenzimmer und im Leben gefragt als früher.
Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag möchte das Hamburger Schulsystem in NRW einführen und Markus Söder die späten Sommerferien abjagen. Ob das reicht, um im Wahlkampf gegen den amtierenden Ministerpräsidenten Hendrik Wüst von der CDU zu bestehen? Die SPD liegt in NRW in aktuellen Umfragen bei 18 Prozent, die CDU bei knapp doppelt so viel.
Auf jeden Fall ist es mal was Neues, Wahlkampf mit Hausaufgaben zu machen. Taktisch klug ist es auch: In NRW k…
Read the full article at Der Spiegel →📄Source document: U.S. President Donald Trump's statements→4 reports
Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒Center12 days ago War in the Middle East: Netanyahu in need of explanationThe article discusses the recent conflict between Israel and Iran, focusing on U.S. President Donald Trump's response to the situation. Trump downplayed the severity of the events, stating that both sides had agreed to a ceasefire for 'a week or so' and emphasized that negotiations with Iran were progressing well. He also mentioned that while the U.S. could conduct further strikes on Iran, such actions would result in civilian casualties, which he implied few would want. The article notes that Trump attempted to counter perceptions that Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu had resisted U.
Bias read (Center): The article presents a balanced account of the situation without overtly favoring any side. It reports on Trump's statements and actions without explicit ideological framing or biased language.
Tagesschau (ARD)State / PublicCenter13 days ago Israel and Iran · Escalation for the time beingThe conflict between Israel and Iran threatened to escalate further as Iran launched rockets at Israel, prompting Israeli counterattacks. However, both sides have since halted their attacks.
Bias read (Center): The article presents a neutral summary of events without apparent bias, focusing on the cessation of hostilities between Israel and Iran.
Der SpiegelIndependentCenter13 days ago News of the day: Iran war, power outage in Reutlingen, education policyThe article discusses recent escalations in the Middle East conflict following a two-month ceasefire. Iran reportedly launched ballistic missiles at Israel, while Israel conducted airstrikes in southern Beirut dominated by Hezbollah and targeted missile launch sites, radar systems, and military facilities in Iran, including a petrochemical plant. Iran announced the end of its military operations against Israel but warned of more severe attacks if Israel does not stop its attacks on Lebanon. A Israeli government representative stated that Israel would halt attacks on Iran but continue them inLe
Bias read (Center): The article provides a balanced overview of the situation without apparent bias, presenting facts and quotes from multiple sources without editorializing.
Deutsche Welle (Deutsch)State / PublicCenter13 days ago Israel and Iran want to stop the attacks for nowIsraeli Prime Minister Benjamin Netanyahu confirmed a temporary ceasefire following recent confrontations with Iran. According to Israeli media outlet 'ynet,' Israel halted attacks at the request of U.S. President Donald Trump. A confidential Israeli source confirmed this to the German Press Agency. Iran also announced it would stop attacking Israel, stating it had provided a 'painful response' in support of Lebanon. Iranian President Masoud Pezeshkian emphasized that Iran remains committed to diplomacy. The situation in the Middle East had escalated despite a previous ceasefire.
Bias read (Center): The article presents statements from both Israeli and Iranian officials without overtly favoring one side. It includes direct quotes from Netanyahu and Iranian military and political figures, providing balanced coverage of the ceasefire announcement and the context surrounding it. There is no clear,