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GermanyCulture2 days ago

AI and journalism: self-blame

The article discusses the impact of artificial intelligence (AI) on journalism, comparing it to the disruption caused by electric vehicles in the automotive industry. It critiques the current state of journalism, noting that despite efforts to improve writing through training, little progress has been made. The piece references recent events such as the ban on an editor-at-large at Tagesspiegel for using AI-generated text and Axel Springer CEO Mathias Döpfner's response with an AI-written article advocating for AI in journalism. The taz2/Medien section is launching a summer series exploring AI

KI und Journalismus : Selbst schuld

Künstliche Intelligenz trifft den Journalismus wie das E-Auto den Verbrenner. Nur: Ein Tankrabatt wird nicht ausreichen, um die Branche zu retten.

Die Oldtimer der 50er sehen zwar hübsch aus, aber wirklich brauchbar sind sie nicht mehr

Leonhard Föger/Reuters

In den knapp zwei Jahrzehnten, die ich im Journalismus bin, gab es jedes Jahr Fortbildungen, die dem Personal die Phrasen und Klischees austreiben sollen. Erfolgsquote: null. Weiterhin starten Reportagen mit dem Lokalkolorit vermitteln wollenden Taxifahrergespräch und enden Kommentare mit einem entschiedenen „bleibt abzuwarten“.

KI und Journalismus (Sommerserie 2026)

Der Tagesspiegel hat seinem Editor-at-Large, Stephan-Andreas Casdorff, Publikationsverbot erteilt, weil er Texte von einer KI schreiben ließ. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, ließ daraufhin eine KI einen Text unter seinem Namen schreiben, der für die Nutzung von KI im Journalismus plädierte. Das Ressort taz2/Medien startet eine Sommertalkshow mit Diskussionsbeiträgen zur Rolle von KI im Journalismus und zur Zukunft unserer Branche. Bisher erschienen sind folgende Texte:

Martin Niewendick: „Der nötige Spritzer Selbstkritik“ über die Notwendigkeit der Debatte

Ambros Waibel: „Selbst schuld“ über die missliche Ausgangslage des Journalismus

Der Vergeblichkeit, dem geschriebenen Journalismus lebendige Sprache einzuhauchen, entspricht kaum überraschend die inzwischen erreichte technologische Stufe, dass auch künstliche Intelligenz Stuss schreiben kann.

Jede morgendliche Presseschau im Radio durch die Kommentare der Zeitungen vermittelt zudem überdeutlich, dass hier weder formal noch inhaltlich etwas Neues verhandelt wird. Mit ein bisschen Fantasie und Lektüre lassen sich die allermeisten Kommentare mit dem Stichwort „Straße von Hormus“ selbst schreiben. Und Korrespondenten, die angeblich aus Krisenregionen berichten, werden meist in Städten erreicht, die vom Geschehen nicht viel weniger fernab liegen als Berlin oder Oelde.

Wenn das die Lage ist, in der sich der Journalismus befindet, dann müssen wir grundsätzlich fragen, was von ihm in der Konfrontation mit der KI übrig bleibt.

Amazon hat es vorgemacht

Es könnten Texte sein, die a) nur das sagen, was der Verfasser selbst gesehen hat, und/oder b) eine noch nirgends beobachtete aufgezeichnete Neuigkeit enthalten und/oder c) Fakten in einen frischen analytischen Zusammenhang bringen, auf eine essayistische, artistische, assoziative Weise, die die KI (noch) nicht beherrscht.

Die Liste lässt sich bestimmt erweitern. Aber sicher wird jeder neue Punkt auch sehr viel Geld kosten und das Ergebnis also exklusiv vermarktet werden müssen. Wer sich das nicht leisten kann oder will, wird mit Infomüll abgespeist.

Nicht umsonst ist die KI gerade für traditionelle Geschäftsmodelle affin, die an der gedruckten und lokalen Zeitung festhalten. Geht es doch hier in erster Linie darum, dass der Konsument ein Produkt in der Hand halten kann, mit dem er gewisse Gefühle und Haltungen verbindet.

Die Verleger denken, dass ihr Publikum im Grunde nichts Neues, gar Verstörendes erfahren möchte, sondern Bestätigung sucht, Faktenkollektionen, die zu vertrauten Thesen passen, in vertrauter Form. Und wer hätte die intensiver studiert als die KI, die eingeführte Muster bevorzugt und sprachliche wie gedankliche Abweichungen sanktioniert, wie es der Medienphilosoph Roberto Simanowski in seinem Buch „Sprachmaschinen. Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz“ (2025) ausführt ?

Billig to have

Es ist eben kein Zufall beziehungsweise ein wenig ein zynischer Witz, dass KI und Text so gut matchen – ganz ähnlich wie am Anfang von Amazon ausgerechnet das Hochkulturgut Buch stand, die ideal zu verschickende, unverderbliche und genormte Handelsware.

KI im geschriebenen Journalismus ist also insofern egal, als sich nur die Form ändert, also die Art der Erzeugung des Produkts Text, innerhalb des Produkts Zeitung. Bleibt das Problem der Wahrheit und der Wirklichkeit.

Schon mit der Relotius-Affäre hatte ein weiteres Mal die Wirklichkeit, das heißt die Summe der gerade angesagten Erwartungen an einen Text, die technologische Entwicklung vorweggenommen.

Der Komplex zeigte, dass die Wirklichkeit a) zu widersprüchlich ist, und deswegen b) den Erwartungen des Publikums – ob nun professionell in den Redaktionen oder bei den Laien an den Lesemedien – nicht (mehr) entspricht, und dass c) sie ohne Betrug abzubilden sich nicht rechnet, weil die Recherche zu aufwendig wäre oder eben zu langwierig, zu literarisch, zu unjournalistisch.

Lupenreine Banalisierung

Der Spiegel -Journalist wurde dann auch eben dafür bei den Selbstlobveranstaltungen des Betriebs, den sogenannten Journalistenpreisen, besonders gepriesen: „Es war schon so, dass es eigentlich Literatur ist, was Sie da geschrieben haben“, sagte ein Moderator und unterschlug natürlich das, was eigentlich zählt: Dass diese Art von „Literatur“ so relativ billig zu haben wa…

Read the full article at taz – die tageszeitung
Source document: Der nötige Spritzer Selbstkritik

4 reports

Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒Center2 days ago
AI in journalism: The rebirth of the author

The article discusses Mathias Döpfner's release of a computer-generated commentary on the use of artificial intelligence in journalism, highlighting its impact on sparking debate. The piece critiques the stunt as paradoxical, emphasizing that its success relies on Döpfner's authorship rather than the content itself.

Bias read (Center): The article presents a balanced critique of Döpfner's action without overtly favoring any side. It analyzes the stunt's implications and paradoxes without using loaded language or one-sided sourcing.

taz – die tageszeitungIndependentCenter4 days ago
AI and journalism: self-blame

The article discusses the impact of artificial intelligence (AI) on journalism, comparing it to the disruption caused by electric vehicles in the automotive industry. It critiques the current state of journalism, noting that despite efforts to improve writing through training, little progress has been made. The piece references recent events such as the ban on an editor-at-large at Tagesspiegel for using AI-generated text and Axel Springer CEO Mathias Döpfner's response with an AI-written article advocating for AI in journalism. The taz2/Medien section is launching a summer series exploring AI

Bias read (Center): The article presents a critical perspective on the state of journalism but does not exhibit overt ideological bias. It includes multiple viewpoints and focuses on the challenges posed by AI without taking a clear stance on political issues.

Official sources cited

  • press release Der nötige Spritzer Selbstkritik
  • press release Selbst schuld
Deutsche Welle (Deutsch)State / PublicCenter4 days ago
Controversy over the use of AI in German media

The article discusses the controversy surrounding the use of artificial intelligence (AI) in journalism, focusing on Stephan-Andreas Casdorff, a former editor-in-chief of the Berlin-based newspaper Tagesspiegel. Casdorff admitted to using AI to generate opinion pieces without disclosing it, which led to the removal of several articles from the internet until further investigation. The editorial board emphasized that while AI can assist with certain tasks, it cannot replace core journalistic work.

Bias read (Center): The article presents the situation objectively, quoting both Casdorff and the editorial board without overtly favoring either side. It focuses on the ethical implications of AI in journalism rather than taking a stance on broader political issues.

Official sources cited

  • press release Stephan-Andreas Casdorff
  • press release Chefredaktion des Tagesspiegels
taz – die tageszeitungIndependentCenter5 days ago
AI and the New Frontiers of Journalism: The Necessary Sprinkler of Self-Criticism

The article discusses the controversy surrounding the use of artificial intelligence (AI) in journalism, particularly after reports that the Tagesspiegel secretly used AI to write commentaries. It raises questions about the ethical boundaries of AI usage in newsrooms, highlighting concerns over trust in journalism and the potential for reduced fact-checking. The article notes the lack of a unified ethical framework across industries and mentions that the German Press Council has not yet addressed AI in its guidelines.

Bias read (Center): The article presents the issue of AI in journalism without overtly favoring any side. It outlines concerns about ethics and trust but does not take a clear stance on whether AI should be used or restricted. The tone remains analytical and balanced, avoiding loaded language or one-sided sourcing.

Official sources cited

  • organisation Deutsche Pressekonferenz
  • organisation Tagesspiegel

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  • press_releaseDer nötige Spritzer Selbstkritik
  • press_releaseSelbst schuld
  • press_releaseStephan-Andreas Casdorff
  • press_releaseChefredaktion des Tagesspiegels
  • organisationDeutsche Pressekonferenz
  • organisationTagesspiegel