ON
← Back to feed
CHEconomy2 days ago

Trade in oil Why no more is being done to stop the shadow fleets

The article discusses the growing phenomenon of 'shadow fleets' used by countries like Russia, Iran, and Venezuela to circumvent international sanctions on oil trade. These fleets employ tactics such as disabling tracking signals, using false flags, and transferring cargo at sea. Experts estimate that shadow fleets account for around 10% of global oil tankers, with potentially thousands of vessels involved. The article highlights how these operations have become an established industry and notes that while Iran's fleet is solely focused on evading sanctions, Russia's approach appears more ambu

Handel mit Erdöl

Warum nicht mehr zur Unterbindung der Schattenflotten getan wird

Trotz der Blockade der Meerenge von Hormus ist der Handel mit iranischem Erdöl nicht versiegt, dank der sogenannten Schattenflotten. Wieso diese von der internationalen Gemeinschaft geduldet werden.

19.06.2026, 11:36

Teilen

Die Schattenflotten werden vor allem von Russland, dem Iran oder Venezuela genutzt und sind zu einer regelrechten Industrie der Verschleierung geworden, um internationale Sanktionen zu umgehen. Die Methode ist erprobt: ausgeschaltete Ortungssignale, falsche Flaggen und das diskrete Umladen auf hoher See. Und das Phänomen nimmt zu.

Zwei Experten beschreiben, wie die Schattenflotten funktionieren:

Laut Paul Tourret, dem Direktor des Instituts für maritime Ökonomie im französischen Nantes, hat diese Schattenflotte viel Gewicht. Sie entspreche 10 Prozent aller weltweiten Öltanker. «Das kann ein kleiner Treibstofftransporter sein, ein grosser Öltanker, ein Supertanker», sagt Tourret gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Es gilt als sicher, dass etwa tausend Schiffe zur reinen Schattenflotte gehören. Dann gibt es auch eine periphere Flotte, die ebenfalls tausend Schiffe umfassen könnte.»

Die Schattenflotten operieren nicht alle nach demselben Muster. Während die iranische Flotte ausschliesslich der Umgehung der internationalen Sanktionen dient, spielt Russland mit der Mehrdeutigkeit. «Es gibt eine grosse Anzahl von Schiffen, die nur russische Ladungen transportieren, wie jene aus dem Iran», präzisiert Matthew Wright, Analyst bei Kpler, dem weltweit führenden Unternehmen für die Rückverfolgung der Erdölhandelswege.

Legende:

Ein Schiff, das gemäss der schwedischen Küstenwache zur russischen Schattenflotte gehört: der Tanker «Jin Hui» (3. Mai 2026).

KEYSTONE/EPA/Johan Nilsson

«Aber es gibt eine grössere Gruppe, die wir flexible Öltanker nennen», fügt er hinzu. «Das sind Schiffe, die sowohl eine russische Ladung als auch eine nicht sanktionierte Ladung transportieren. Sie treten in den russischen Markt ein und verlassen ihn wieder und versuchen, dort Handel zu treiben, wo es erlaubt ist, alles unterhalb der Marktpreise.»

Russland stütze sich auf bis zu 800 dieser flexiblen Öltanker. Obwohl sie sich hinter einer Vielzahl von Briefkastenfirmen zu verbergen versuchten, sei es möglich, diesen flexiblen Tankern auf die Spur zu kommen. «Ein Schiff muss anlegen, wenn es eine Ladung transportiert», betont Wright. «Früher oder später muss es in einen Hafen einlaufen, und wenn es dort einläuft, muss es in den meisten Fällen seinen Transponder wieder aktiviert haben.»

Wichtig fürs Gleichgewicht des Marktes

Das sei der Moment, in dem man mit der Identifizierung des Schiffes beginnen und seine Geschichte zurückverfolgen könne, mit dem Ziel festzustellen, woher es kommt und was es transportiert. «Auch wenn wir nicht wissen, wo sich jedes Schiff befindet, das seinen Transponder auf See ausgeschaltet hat, werden wir in der Lage sein, es zu identifizieren», versichert Wright. «Und in dem Moment, in dem die Schiffe ihre Ladungen löschen, beginnen wir gewissermassen, das Puzzle zu lösen.»

Schattenflotten sind auch ein ökologisches Risiko

Box aufklappen

Box zuklappen

Die Schattenflotten stellen auch eine ökologische Gefahr dar. Diese Schiffe hätten das Potenzial, in einem Land erhebliche Schäden anzurichten, warnt Marianne Peron-Doise vom Institut für internationale und strategische Beziehungen (IRIS) in Paris. Denn oft handele es sich um alte Öltanker am Ende ihrer Lebensdauer, die schlecht gewartet und ohne jegliche Versicherung unterwegs seien.

«Norwegen sieht regelmässig vor seinen Küsten alte Öltanker vorbeifahren, die Kollisions- oder Havarierisiken darstellen», betont die Forscherin. Komme es zu einem Unfall, müsse das Küstenland die Umweltschäden bewältigen. Die Schiffe seien oft nicht versichert oder gehörten Reedern, die unmöglich zu identifizieren seien, versteckt hinter Briefkastenfirmen.

Die Toleranz des Westens gegenüber diesen Schiffen hat nach Ansicht von Peron-Doise also ihren Preis: Man akzeptiere, dass eine echte ökologische Zeitbombe direkt vor den eigenen Küsten navigiere.

Die Methoden der Schattenflotte sind also bekannt. Aber die westlichen Länder tolerieren diesen Schwarzmarkt. Für Paul Tourret ist dieser russische Schmuggel ein notwendiges Übel, um einen Preisanstieg zu vermeiden und unsere Wirtschaft über Wasser zu halten. «Heute liegt das Erdöl unter 100 Dollar, weil sich das weltweite System neu ausbalanciert hat», erläutert er. «Im Grossen und Ganzen greifen wir auf andere Ressourcen zurück, aber zweifellos trägt auch das russische Erdöl dazu bei, auch das der Schattenflotte.»

Diskutieren Sie mit:

RTS, La Matinale, 18.6.2026, 7 Uhr; herb

Read the full article at SRF News
Source document: Paul Tourret, Director of the Institute for Maritime Economy, Nantes

1 reports

SRF NewsState / PublicCenter2 days ago
Trade in oil Why no more is being done to stop the shadow fleets

The article discusses the growing phenomenon of 'shadow fleets' used by countries like Russia, Iran, and Venezuela to circumvent international sanctions on oil trade. These fleets employ tactics such as disabling tracking signals, using false flags, and transferring cargo at sea. Experts estimate that shadow fleets account for around 10% of global oil tankers, with potentially thousands of vessels involved. The article highlights how these operations have become an established industry and notes that while Iran's fleet is solely focused on evading sanctions, Russia's approach appears more ambu

Bias read (Center): The article presents information objectively, citing expert opinions without overtly favoring any political side. It describes the operational methods of shadow fleets and their geopolitical implications without taking a stance on whether they should be sanctioned or allowed.

Official sources cited

  • organisation Paul Tourret, Director of the Institute for Maritime Economy, Nantes

Go to the primary sources (1)

The official sources this coverage is built on. Read them directly to bypass framing.

  • organisationPaul Tourret, Director of the Institute for Maritime Economy, Nantes