Vom G-7-Gipfel im französischen Évian wird vor allem in Erinnerung bleiben, dass Donald Trump den Druck auf Russland im Ukrainekrieg erhöhen will. Ein anderes Gipfelergebnis fand weniger Beachtung, dürfte aber in Berlin noch für Gesprächsstoff sorgen. Die westlichen Industrieländer wollen weniger abhängig von einzelnen Rohstofflieferanten werden. Die entsprechende Gipfelerklärung wird ungewöhnlich konkret. Bis 2030 sollen maximal 60 Prozent der Importe aus einem Land kommen. Das ist ein ambitioniertes Ziel in gerade mal vier Jahren. Der Marktanteil Chinas beträgt aktuell teils mehr als 90 Prozent.
Dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Ende des Gipfels sagte, man werde keine Quoten vorgeben, irritiert. Es wirft die Frage auf, wie es um die Chinastrategie der Bundesregierung bestellt ist. Mal preist Merz China als engen Partner, ein anderes Mal kritisiert er den „massiven Wettbewerbsnachteil“, der aus Chinas staatlich geförderter Exportflut für Deutschland resultiert. Eine konsistente Linie ist das nicht. Es verstärkt sich vielmehr der Eindruck aus anderen Politikfeldern, dass Merz seine Botschaften je nach Situation und Stimmungslage im Publikum anpasst.
Nicht noch mehr Planwirtschaft, werden die Unternehmer sagen
Sein Beschwichtigen beim Thema Importvorgaben kommt nicht überraschend. Der Kanzler weiß, wie unbeliebt er sich in der Wirtschaft mit verpflichtenden Vorgaben machen würde. Nicht noch mehr Planwirtschaft, werden ihm die Vorstandschefs entgegenhalten, sollten tatsächlich Höchstquoten für Importe kommen. Doch Fakt ist auch: Die „De-Risking“-Aufrufe früherer Bundesregierungen sind in der Wirtschaft weitgehend verhallt. Noch immer verlassen sich zu viele Unternehmen darauf, dass der Staat ihnen im Krisenfall schon helfen wird.
De-Risking hat einen Preis. Regierungen müssen Rohstoffpartnerschaften mit anderen Ländern verhandeln. Unternehmen müssen Verträge mit unterschiedlichen Lieferanten schließen, dieses Netzwerk managen und mehr Vorratshaltung betreiben. Noch steht die Debatte, wer die Mehrkosten dafür bezahlen soll – der Staat, die Unternehmen oder die Kunden –, erst am Anfang. Aber angesichts der vielen geopolitischen Konflikte auf der Welt führt kein Weg daran vorbei: Deutschland muss sie führen.
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Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒Center3 days ago G7 declaration: The void in German China policyThe article discusses Germany's lack of a clear China strategy following the G-7 summit in Évian, France. The G-7 countries agreed to reduce their dependence on single raw material suppliers, aiming for no more than 60% of imports from any one country by 2030. Currently, China accounts for over 90% of some German imports. Chancellor Friedrich Merz (CDU) has expressed both cooperation with China and criticism of its state-subsidized exports, creating inconsistency in his stance. The article notes that Merz avoids setting import quotas, likely due to opposition from business interests.
Bias read (Center): The article presents both sides of Germany's China policy without overtly favoring one perspective. It critiques Merz's inconsistent messaging but does so factually, citing his public statements and the economic implications. There is no strong ideological framing or biased sourcing.
Official sources cited
- government G-7 Summit Declaration
- government German Federal Government Statements
Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒Center5 days ago Germany-Liveblog: Merz gives Trump a German jerseyGerman Chancellor Friedrich Merz (CDU) gifted U.S. President Donald Trump a jersey from the German national football team on his 80th birthday during the first working session of the G-7 meeting in Evian. The jersey bore Trump's name and the number 47, referencing his status as the 47th U.S. president. Trump, who is more interested in combat sports than football, presented the gift to other heads of state and then folded it and placed it on the table.
Bias read (Center): The article reports on a symbolic gesture by a German chancellor toward a foreign leader without overtly favoring either side politically. It includes no explicit commentary, loaded language, or selective sourcing that would indicate a clear ideological slant.
Official sources cited
- press release Merz schenkt Trump deutsches Trikot