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GermanySports8 days ago

The 2026 World Cup: The World of Infants

The article discusses the 2026 World Cup in the United States, Canada, and Mexico, focusing on Gianni Infantino, the president of FIFA, and his central role in the decision-making process. It raises questions about how such a significant decision came to be made under his sole leadership.

Man hätte denken können, dass Gianni Infantino zu weit geht an diesem 5. Dezember. Dass er eine rote Linie übertritt mit der goldenen Trophäe, die neben ihm auf der Bühne glänzt. Dass es selbst für ihn zu stark ist, das Stück, das er an jenem Abend aufführt, im großen Konzertsaal des Kennedy Centers von Washington, D.C.

Ein Friedenspreis im Namen des Fußballs, eigens erfunden für Donald J. Trump – das kann er doch nicht machen?

Aber der Konzertsaal des Kennedy-Centers ist an jenem Abend Teil der FIFA-Welt. In dieser Welt gibt es für Gianni Infantino keine roten Linien. Und auch wenn mancher, der am 5. Dezember im Saal sitzt, Infantinos Stück schwer erträglich finden mag, wird ihn hinterher kaum jemand dafür offen kritisieren. Weil man das nicht macht in dieser Welt.

Es ist Infantinos Welt. Und die Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada, vor allem aber den USA – das ist sein Turnier. Mehr als alle zuvor steht es dafür, wie er den Weltfußball steuert.

Über die zehn Jahre, in denen Gianni Infantino den Internationalen Fußballverband regiert, hört und liest man mittlerweile oft einen Satz, der kaum denkbar schien, als Infantino 2016 nach der Macht griff. Unter ihm, sagen Fans und Beobachter, gehe es in der FIFA schlimmer zu als unter seinem Vorgänger Sepp Blatter. Auch, weil ihn durch seine Präsidentschaft das Gefühl aus dem Kennedy-Center begleitet.

Warum kann Gianni Infantino tun, was er tut?

Die WM auf 48 Mannschaften erweitern? Die Klub-WM einführen? Saudi-Arabien die WM 2034 zuschustern? Trumps „Friedensrat“ beitreten? Alles Dinge, bei denen einem der Gedanke in den Kopf schießt: Das kann er doch nicht machen.

Warum kann Gianni Infantino tun, was er tut? Wieso verhält er sich so? Und wie ist er so mächtig geworden, dass niemand dagegen aufbegehrt?

Im Alpenstädtchen Brig, wo die Schweizer Berge in italienische Berge übergehen, wächst in den Siebzigerjahren ein fußballvernarrter Junge mit zwei linken Füßen auf. Er ist Sohn italienischer Einwanderer; sein Vater Vincenzo arbeitet im örtlichen Bahnhof, die Mutter Maria im Kiosk gleich daneben. Es ist eine Zeit, in der Einwanderer wie sie nicht gerade umarmt werden von ihrer neuen Heimat; in der die Schweiz mit Abwehrreflexen auf Neuankömmlinge reagiert. Der junge Gianni, so erzählt Infantino später, wird ausgegrenzt.

In dem Sport, den er so liebt, erfährt Infantino Bestätigung. Nicht auf dem Feld, wegen der zwei linken Füße, die er sich selbst mal bescheinigt hat. Aber daneben. Gemeinsam mit Freunden übernimmt er in der Heimat einen kleinen Verein italienischer Einwanderer, mit 18 Jahren ist er der Präsident des Klubs. Nach der Schule studiert er Jura, und als er 30 ist, stellt ihn der Europäische Fußballverband ein, die UEFA. Neun Jahre später ist Infantino Generalsekretär. Und kurz darauf lernen Fußballfans in ganz Europa sein Gesicht kennen: Es wird das Gesicht der Champions-League-Auslosung.

Der Herr der Kugeln 2009: Gianni Infantino picture alliance / dpa

Nyon, Dezember 2009. Gianni Infantino steht neben dem silbernen Pokal mit den riesigen Henkeln, seine Hände rühren in einem Topf voller Loskugeln. Es ist der erste von vielen solcher Auftritte. Der Körper steckt in einem weiten Nullerjahreanzug, das Gesicht, das aus dem hellen Hemdkragen ragt, ist ein wenig fülliger als heute. Der Ton aber ist der gleiche. „This is passion, this is football, this is magic“, sagt der Generalsekretär, als die Auslosung zu Ende ist.

Leidenschaft, Fußball, Magie. Das ist er, der Infantino-Sound.

Eher ein Zirkusdirektor als ein Fußballfunktionär

Dieser Sound, diese Art soll sich nicht sonderlich verändert haben in all den Jahren. Die Sprache, die Gesten, das sei wie früher, sagen Leute, die ihn in seiner Zeit bei der UEFA kennenlernen. Als er 2015 zum letzten Mal die Champions-League-Gruppen auslost, klingt er schon ziemlich genau wie heute, der Infantino-Sound.

Es ist einer, der nach Superlativen verlangt, der keine Grautöne kennt. Wenn er spricht, preist Infantino immer auch an. Ob er eine Auslosung anleitet, den FIFA-Mitgliedern Rekordzahlen verkündet oder bei Instagram von einer Juniorinnen-WM erzählt – es wirkt eher, als stünde da ein Zirkusdirektor vor seinem Publikum als ein Fußballfuntkionär. Nur den Zylinder muss man sich dazu denken.

Zur trockenen Funktion des Generalsekretärs, die er damals innehat, passt diese Art nicht recht. Aber Infantino hat auch nicht vor, in dieser Funktion zu bleiben.

Bevor er zum Herrn der Kugeln wurde: Infantino (re.) beim ­Champions-League-Finale in Athen 2007 mit ­Blatter (links) und Platini Getty

Damals, Ende August 2015, klafft ein Loch an der Spitze der FIFA. Anfang Juli ist Sepp Blatter als Präsident zurückgetreten, sechs Tage nachdem die Bilder aus dem Luxushotel Baur au Lac um die Welt gehen: FIFA-Funktionäre werden frühmorgens aus dem Gebäude geleitet, blickgeschützt von weißen Bettlaken. Es ist ein Schlag gegen die Korruption, gegen das FIFA-System, in dem vor Wahlen Geldbündel den Besitzer wechseln.

Das damalige System…

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Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒Center8 days ago
The 2026 World Cup: The World of Infants

The article discusses the 2026 World Cup in the United States, Canada, and Mexico, focusing on Gianni Infantino, the president of FIFA, and his central role in the decision-making process. It raises questions about how such a significant decision came to be made under his sole leadership.

Bias read (Center): The article does not present any overtly biased language, framing, or sourcing. It simply reports on the situation regarding the 2026 World Cup and raises questions about the decision-making process without taking a clear stance or emphasizing one perspective over another.