Wenn die Rentenkommission der Bundesregierung nun bald ihre Empfehlungen für Reformen vorlegt, dürfte es ziemlich spannend werden. Es geht um wichtige Fragen: Wie lange werden jüngere Leute künftig arbeiten müssen, um das System aufrechtzuerhalten? Sollten Beamte und Selbstständige in die gesetzliche Rente einzahlen? Oder: Wird es weiterhin die abschlagsfreie sogenannte »Rente mit 63« geben ? Im Mai hatte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) im Kölner Stadt-Anzeiger den Stopp von Frühverrentungsprogrammen gefordert.
Aktuell
ist es so: Wer mindestens 45 Beitragsjahre angesammelt hat, kann sich
zwei Jahre früher ohne Abschläge in den Ruhestand verabschieden als
regulär vorgesehen. Auch wer weniger lang eingezahlt hat, darf vorzeitig in Rente. Er bekommt dann allerdings weniger Geld, als wenn er bis zum gesetzlichen Eintrittsalter weitergemacht hätte.
So oder so – das Angebot ist verlockend: Zurzeit hören rund 60 Prozent der Rentnerinnen und Rentner in Deutschland früher auf zu arbeiten. Viele davon genießen die freie Zeit , die sie auf einmal Tag für Tag haben. Wer gesund und unternehmungslustig ist, füllt seine Tage mit Hobbys oder Ehrenämtern. Viele kümmern sich um die Enkelkinder, manche gehen regelmäßig auf Reisen.
Struktur und Aufgaben gehen verloren
Aber es gibt auch ältere Menschen, denen es anders ergeht: die unterschätzt haben, was es bedeutet , plötzlich ohne Job zu sein. Mit der Arbeitsstelle gehen Struktur und Aufgaben verloren – für viele auch das mit dem Job verbundene Ansehen. Oder einem fehlt das Geld dann doch mehr, als man erwartet hätte.
Gleichzeitig brechen soziale Kontakte weg, wenn man nicht mehr ins Büro oder in den Betrieb geht. Und für Partnerschaften ist die neue Situation zu Hause oftmals gar nicht so einfach. Plötzlich sieht man den Partner oder die Partnerin viel häufiger als gewohnt – und ständig fragen die Kinder, ob man die Enkel nehmen kann. Nicht jeder hat sich den Ruhestand so vorgestellt.
Wir wollen von den Erfahrungen der Leserinnen und Leser hören, die ihren frühen Renteneintritt bereuen. Wie ist es Ihnen in der ersten Zeit nach dem beruflichen Ausstieg ergangen? Was fehlt Ihnen am meisten an der Arbeit? Wie würden Sie sich mit dem Wissen von heute auf den Ruhestand vorbereiten? Und welchen Umgang haben Sie mit der Situation gefunden? Arbeiten Sie vielleicht sogar wieder, beispielsweise in einem Minijob?
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