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Das Nein-Komitee gegen die «ErnÀhrungsinitiative» hat in Bern seine Argumente vorgelegt.
Die Forderung nach einem Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent und die Umsetzung ĂŒber staatliche Eingriffe in Konsum und Produktion seien kontraproduktiv, hiess es.
Dies sei nur mit einschneidenden Eingriffen erreichbar, so das Nein-Komitee vor den Medien.
Die ErnÀhrungsinitiative gefÀhrde die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten, indem sie diese zu einer hauptsÀchlich veganen ErnÀhrung zwingen wolle, schwÀche die einheimische Produktion, verteuere Lebensmittel und kurble den Einkaufstourismus an, sagen die Gegner der Initiative.
SRF-Wissenschaftsredaktor: Initiantin ohne starke VerbĂŒndete
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KurzeinschÀtzung von SRF-Wissenschaftsredaktor Sandro della Torre:
Die Initiative nimmt Anliegen auf, die der Bund bereits als Ziele verfolgt: einen höheren Selbstversorgungsgrad, mehr pflanzliche Produktion und eine umweltfreundlichere Landwirtschaft. In vielen Bereichen lĂ€uft die Entwicklung dort aber in eine gegensĂ€tzliche Richtung. Das in der Initiative festgeschriebene Ziel von 70 Prozent Selbstversorgungsgrad geht aber vielen zu weit. Das Nein-Komitee, angefĂŒhrt durch den Bauernverband, arbeitet mit dem Narrativ des Vegan-Zwangs. Das ist ĂŒbertrieben. Und doch mĂŒssten zum Erreichen des Ziels wohl deutlich mehr pflanzliche Proteine anstelle von Fleisch auf den Tellern landen. Im Parlament bekam die ErnĂ€hrungsinitiative keine einzige Stimme. Selbst fĂŒr die GrĂŒnen scheint die Initiative ein zu heisses Eisen zu sein. Damit kĂ€mpft Initiantin Franziska Herren, die bereits die Trinkwasser-Initiative lanciert hatte, praktisch allein auf weiter Flur. Die Initiative hat damit einen schweren Stand gegen die kampagnenstarke Bauern-Lobby. Trotzdem dĂŒrfte sie fĂŒr intensive Diskussionen sorgen.
Vertreter von Gewerbe und Nahrungsmittelindustrie kritisierten am Donnerstag vor den Medien die wachsende staatliche Bevormundung und BĂŒrokratie. StĂ€nderat Fabio Regazzi (Mitte/TI), PrĂ€sident des Schweizerischen Gewerbeverbandes, sagte, die Initiative setze auf staatliche Lenkung statt Eigenverantwortung. Sie betreffe zudem nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch Tausende kleine und mittlere Unternehmen «entlang der gesamten Lebensmittelkette».
Auch fĂŒr seine Ratskollegin Petra Gössi (FDP/SZ) ist eine staatliche ErnĂ€hrungslenkung zum Scheitern verurteilt. Eine wirksame Umsetzung der Ziele der Initiative wĂŒrde massive EinschrĂ€nkungen im Verkauf bedingen und sei handelspolitisch riskant, so Gössi gemĂ€ss Mitteilung.
Kulinarisches Erbe in Gefahr
Gastrosuisse-PrĂ€sident Beat Imhof sagte laut Redetext, die Initiative «wĂŒrde auch unser kulinarisches Erbe treffen. Fondue, Raclette, Trockenfleisch, Papet vaudois, ZĂŒrcher Geschnetzeltes.» Sie sei zwar gut gemeint, aber gefĂ€hrlich. «Sie bedroht Wahlfreiheit, RegionalitĂ€t, kulinarische Vielfalt, Wirtschaftlichkeit, ArbeitsplĂ€tze und Versorgungssicherheit.»
Die Solothurner SP-StĂ€nderĂ€tin Franziska Roth kritisierte die sozialen Auswirkungen. Eine nachhaltige ErnĂ€hrung dĂŒrfe nicht zum Privileg von Gutverdienenden werden. Höhere Lebensmittelpreise wĂŒrden vor allem Haushalte mit tiefen und mittleren Einkommen belasten.
Bundesrat empfiehlt Ablehnung
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Der Bundesrat empfiehlt eine Ablehnung der Initiative. GemĂ€ss der Landesregierung liegt der Selbstversorgungsgrad heute bei 46 Prozent. Die geforderte Erhöhung des Netto-Selbstversorgungsgrades innerhalb von zehn Jahren, bei gleichzeitiger Erreichung der Umweltziele, sei fĂŒr die Landwirtschaft in der von der Initiative verlangten Zeit nicht möglich.
NationalrĂ€tin Christine Badertscher (GrĂŒne/BE), VizeprĂ€sidentin der Schweizer Arbeitsgemeinschaft fĂŒr die Berggebiete, wies darauf hin, dass ohne grasfressende Nutztiere zwei Drittel der LandwirtschaftsflĂ€chen nicht fĂŒr die ErnĂ€hrung genutzt werden könnten. Die Initiative sei unrealistisch und gefĂ€hrde die Berg- und Alpwirtschaft. Zudem könne man das Essverhalten der Menschen nicht mit einem Verfassungsartikel Ă€ndern.
Legende:
Die Initiative sieht die StÀrkung der Selbstversorgung, die Sicherung der Grundwasserressourcen sowie die Förderung einer nachhaltigen Land- und ErnÀhrungswirtschaft vor
KEYSTONE/Christian Beutler
Man wehre sich gegen «diese Mogelpackung» und den «Vegan-Zwang», wurde SVP-VizeprĂ€sidentin und Genfer NationalrĂ€tin CĂ©line Amaudruz zitiert. Einen Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent zu erreichen, sei fragwĂŒrdig. Die Schweizer Landwirtschaft gehöre bereits bisher zu den nachhaltigsten der Welt.
Ins gleiche Horn stiess BauernprĂ€sident und Mitte-Nationalrat Markus Ritter (SG). Er sei fĂŒr eine starke Landwirtschaft und fĂŒr eine sichere Versorgung â aber gegen einen «Vegan-Zwang» und das utopische Ziel von 70 Prozent Selbstversorgungsgrad.
Urheberin der Trinkwasserinitiative
Die ErnĂ€hrungsinitiative mit dem offiziellen Titel «FĂŒr eine sichere ErnĂ€hrung â durch StĂ€rkung einer nachhaltigen inlĂ€ndischen Produktion, mehr pflanzliâŠ
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