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GermanyCulture2 days ago

The Vice President's Book: How J.D. Vance Wants to Have Found God

The book 'Communion' by U.S. Vice President J.D. Vance, detailing his conversion to Catholicism, was recently published. The cover features a white wooden church with a distinctive tower, which is actually a Methodist church in rural Virginia. The article questions why a Methodist church appears on the cover of a book about a prominent figure converting to Catholicism, suggesting it might be a strategic move to appeal to a broader religious audience.

Am Dienstag ist in den USA das Buch erschienen, in dem der amerikanische Vizepräsident J. D. Vance seine Konversion zum Katholizismus schildert. Die Fahnen von „Communion“ wurden zuvor wie ein Staatsgeheimnis vom Verlag gehütet. Das Cover jedoch ist seit Monaten bekannt und hat für jede Menge Spott gesorgt. Darauf zu sehen ist eine in malerischer Landschaft gelegene weiße Holzkirche mit einem markanten Turm. Es handelt sich nicht etwa um ein katholisches Gotteshaus, sondern um die Mt. Zion United Methodist Church in Elk Creek im ländlichen Virginia. Was hat eine Methodistenkirche auf den Bekehrungsmemoiren des mächtigsten amerikanischen Neokatholiken zu suchen?

Der Vorwurf, hinter dieser Bildauswahl stecke schnöde Gedankenfaulheit, ist dennoch nicht sonderlich plausibel: Die Zustimmungswerte für Donald Trump sind auffallend niedrig, zunehmend wenden sich auch weiße Christen, die treueste Wählergruppe der Republikanischen Partei, von ihm ab. Knapp ein Viertel der US-Amerikaner bekennt sich zum Katholizismus, ins zahlenmäßig weit überlegene protestantische Lager gehören nicht zuletzt die Methodisten. Da liegt die Vermutung nahe, dass Vance, der aller Voraussicht nach 2028 für das Amt des US-Präsidenten kandidieren wird, bereits mit dem Cover von „Communion“ versucht, ein überkonfessionelles Signal zu senden, um möglichst viele der verlorenen Schäfchen rechtzeitig wieder heimzuführen.

Bruch mit dem alten Ich

Demonstrativ ökumenische Töne werden auch zwischen den Buchdeckeln angeschlagen. Wahrscheinlich wäre er nie katholisch geworden, schreibt Vance, wenn nicht schon in seiner Kindheit ein religiöses Fundament gelegt worden wäre. Die meisten seiner Familienmitglieder hingen irgendeiner protestantischen Freikirche an, die wenigsten praktizierten regelmäßig, doch auf ihre Weise seien alle tief gläubig gewesen. Besonders habe ihn „Mamaw“ geprägt, seine Großmutter, die gar nichts davon hielt, sich konfessionell festzulegen. Dafür habe sie geflucht und in der Bibel gelesen, das Recht auf Abtreibung befürwortet, die Evolutionstheorie als Gotteslästerung verworfen.

J.D. Vance: „Communion“. Harper Collins

Leser von „Hillbilly Elegy“ (2016) sind mit Mamaws eigenwilligem Charakter bereits vertraut. Unter diesem Titel veröffentlichte Vance vor zehn Jahren einen autobiographischen Essay über den wirtschaftlichen und sozialen Niedergang der weißen Arbeiterschicht in den USA, über häusliche Gewalt, Drogen, zerrüttete Familien und über den amerikanischen Traum. Das Buch wurde zum Bestseller und Vance mit Anfang dreißig zum quer durch die politischen Lager gefeierten Experten für die Klassenfrage, eine Art konservativer, amerikanischer Didier Eribon, der sich damals noch ausgesprochen kritisch zu Trump äußerte.

Seither hat Vance sich offenkundig verändert. An „Hillbilly Elegy“ scheint er jedoch immer noch so sehr zu hängen, dass er Teile der alten Geschichte einfach noch mal unter religiösen Vorzeichen erzählt. Besonders einfallsreich ist das nicht, trotzdem entstehen gelegentlich eindrückliche Passagen, wenn Vance nachzeichnet, wie er mit Anfang zwanzig von seinem Kinderglauben abfiel. Neben dem Tod von Mamaw mag obsessive Ayn-Rand-Lektüre dazu beigetragen haben. Doch den eigentlichen Grund für seinen zwischenzeitlichen Atheismus sieht Vance in der eigenen Aufsteigerbiographie, in seinem alles andere als selbstverständlichen Weg aus denkbar prekären Verhältnissen zum Yale-Absolventen. Der Preis für diesen Erfolg sei ein radikaler Bruch mit seinem alten Ich gewesen, eine völlige Entfremdung vom Herkunftsmilieu mitsamt dessen ästhetischen und kulinarischen Vorlieben, Werten, Überzeugungen und Religiosität.

Deutlich langatmiger wird es, wenn Vance, der sich 2019 von einem Dominikanerpater hat taufen lassen, rekonstruiert, wie er allmählich wieder zurück zu Gott fand. Auch dieser Weg war von Lektüren gepflastert, mit den Werken von Augustinus, G. K. Chesterton und von C. S. Lewis, dem Lieblingsanglikaner aller Katholiken. Als regelrechte Erleuchtung beschreibt Vance seine Begegnung mit seinem späteren Sponsor Peter Thiel , „dem klügsten Menschen“, den er je getroffen habe.

Thiel sagt Sätze wie: „Ich glaube nicht länger, dass Demokratie und Freiheit miteinander vereinbar sind“, was im Buch allerdings nicht erwähnt wird. Von Thiel habe Vance schließlich erfahren, was es mit dem „mimetischem Begehren“ auf sich habe, René Girards Begriff für den im Menschen tief verwurzelten Drang zur Nachahmung. Seither sieht Vance überall nur Herdentiere, die ausschließlich wollen, tun und sagen, was andere um sie herum auch wollen, tun und sagen. Es ist schon einiges darüber geschrieben worden, wie Thiel und Vance sich Girards Philosophie zurechtbiegen. In „Communion“ wird das mimetische Begehren als Kampfbegriff gegen die korrupten, seelenlosen „Eliten“ plattgewalzt.

Ehrgeizzerfressener Massenmensch

Er sei ja selbst lange genug ein ehrgeizzerfressener Massenmensch gewesen, immer nur Wettbewerb und Siegen um des Siegens willen, bekennt Vance.…

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Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒Center2 days ago
The Vice President's Book: How J.D. Vance Wants to Have Found God

The book 'Communion' by U.S. Vice President J.D. Vance, detailing his conversion to Catholicism, was recently published. The cover features a white wooden church with a distinctive tower, which is actually a Methodist church in rural Virginia. The article questions why a Methodist church appears on the cover of a book about a prominent figure converting to Catholicism, suggesting it might be a strategic move to appeal to a broader religious audience.

Bias read (Center): The article presents factual information about the book and its cover without overtly favoring any political perspective. It raises a question about the choice of imagery but does not take a stance on the implications or frame them ideologically.