ON
← Back to feed
GermanyEconomyOverlooked from the right6 days ago

SpaceX's IPO: The disturbing power of Elon Musk

The article discusses SpaceX's successful stock market listing, highlighting Elon Musk's dominance over financial markets and his rise to becoming the world's first billionaire, suggesting this development should prompt public reflection.

Hintergrund

Stand: 12.06.2026 • 21:04 Uhr

Es ist der größte Börsengang der Geschichte: Das Raumfahrtunternehmen SpaceX ist erfolgreich an der Nasdaq gestartet. Doch trotz einer Bewertung von knapp 1,8 Billionen US-Dollar schreibt das Unternehmen noch Verluste. Was steckt hinter dem Hype?

Dieser Börsengang ist auf den ersten Blick ein Widerspruch: Ein Unternehmen, das im vergangenen Jahr fast fünf Milliarden US-Dollar Netto-Verlust machte, startet an der Technologiebörse Nasdaq deutlich über Ausgabepreis. Es nimmt damit auf einen Schlag 75 Milliarden Dollar ein und wird mit insgesamt rund 1,8 Billionen Dollar bewertet - fast doppelt so viel wie Coca-Cola, Netflix und Disney zusammen, oder die Größenordnung des gesamten Deutschen Aktienindex DAX auf einmal.

Anleger weltweit wollen beim größten Börsengang der Geschichte dabei sein. Aber wofür zahlen sie eigentlich?

Nur Starlink wirft Gewinne ab

Auf der Einnahmeseite ist SpaceX heute vor allem ein Telekommunikationsunternehmen: Das Satellitennetzwerk Starlink hat inzwischen mehr als zehn Millionen Abonnenten und erzielte 2025 rund elf Milliarden US-Dollar Umsatz. Es ist bislang das einzige Segment, das Gewinne abwirft. Die für das Satellitengeschäft grundlegende Raketensparte verdient hingegen kein eigenständiges Geld. Fast überall sonst auf der Welt ist Raumfahrt aus diesem Grund entweder Sache des Staates oder das teure Hobby einiger sehr reicher Männer.

Auf der Investitionsseite wird SpaceX zunehmend auch ein KI-Konzern: Seit der Fusion mit Musks KI-Firma xAI im Februar sind auch das KI-Modell Grok und die Plattform X Teil des Konzernverbunds. Die Ausgaben für Künstliche Intelligenz bei SpaceX übersteigen inzwischen bei weitem die klassischen Investitionen in den Raketenbau.

Musk will Städte auf dem Mars bauen

Was Anleger wirklich kaufen, steht in dem 277 Seiten langen Börsenprospekt. Dort beschreibt SpaceX seine Unternehmensziele, die weit über das Geschäftliche hinausgehen: den Weltraum besiedeln, interplanetares Leben ermöglichen, Städte auf dem Mars bauen. Und: mit der Kraft der Sonne eine "nach Wahrheit strebende KI" erschaffen, um das "Licht des Bewusstseins zu den Sternen zu tragen".

Solche Unternehmensprosa ist typisch für Elon Musk, als Investitionsgrundlage ist sie mindestens riskant. Das eigentliche Versprechen an die Anleger lautet: Die verlustbringende Raketensparte soll durch buchstäblich astronomische Einnahmen an anderer Stelle ausgeglichen werden: durch ein globales Breitbandnetz, durch KI-Rechenzentren im Orbit, durch Regierungsaufträge von NASA bis Pentagon.

Musk hat Führungs- und Kontrollfunktion

Wer in SpaceX investiert, kauft sich dabei kaum Mitspracherecht. Musk hält mehr als 80 Prozent der stimmberechtigten Anteile, ist zugleich CEO und Vorstandsvorsitzender, vereint also Führungs- und Kontrollfunktion. Im Zuge des Börsengangs wurde zwar erstmals öffentlich, wer bei SpaceX welche weiteren Führungsfunktionen innehat - und es sind durchaus erfahrene Köpfe dabei, keine Marionetten. Aber zu sagen haben sie im Zweifel wenig. Jedes Unternehmen von Musk ist strategisch eine One-Man-Show, und das erhöht das Anlegerrisiko zusätzlich.

Hinzu kommt die enge, aber volatile Verflechtung mit der Regierung Trump: In den vergangenen fünf Jahren erhielt SpaceX rund sechs Milliarden Dollar aus staatlichen NASA- und Rüstungsverträgen - und Musk war Trumps größter Wahlkampfunterstützer.

Riskante Investition in Visionen

SpaceX ist das, was an der Wall Street ein "Story Stock" genannt wird: kein normales Industrieunternehmen, das nach klassischen Kennzahlen bewertet wird, sondern eine Investition in eine Vision. Das Verhältnis zwischen der Zielbewertung und dem aktuellen Umsatz des Konzerns liegt beim 96-fachen - reife Technologiekonzerne kommen sonst höchstens auf Faktor 15 bis 20.

Diese Lücke zwischen Realität und Potential betrifft nicht nur SpaceX. Weite Teile der KI-Branche in den USA - Chipkonzerne, Cloud-Anbieter, Rechenzentren, Kreditgeber - stecken in einem Investitionskreislauf miteinander, in dem sehr viel Geld sehr schnell umherläuft. Das KI-Geflecht produziert dadurch eine Realität, auf die der Markt selbst wettet. Das kann halten - es kann aber auch einstürzen. Für Sicherheit sorgen in diesem Umfeld nach Einschätzung von Marktbeobachtern vor allem saubere Geschäftsberichte, glaubwürdige Unternehmensführung und staatliche Aufsicht. Letztere ist unter der Regierung Trump mit einigen Fragezeichen versehen.

Starship als technisches Nadelöhr

Abseits aller Börsenspekulationen steht SpaceX auch vor praktischen Herausforderungen. Die zentrale ist "Starship", die wiederverwendbare Schwerlastrakete - auf ihr beruht der gesamte Expansionsplan des Unternehmens. Nur wenn sie dauerhaft zuverlässig eingesetzt werden kann, funktioniert der Rest. Hinzu kommt die technische Stabilität des SpaceX-Netzwerks: Tausende Satelliten und Datenzentren im All sollen über Jahre stabil laufen. Und spätestens beim Flug in Richtung Mars bleibt die Frage nac…

Read the full article at Tagesschau (ARD)

5 reports

Focus OnlineParty-alignedCenter6 days ago
SpaceX's IPO with comdirect and Trade Republic: Private investors become milk cows

The article discusses SpaceX's initial public offering (IPO) through the platforms comdirect and Trade Republic, highlighting how private investors are being used as 'cash cows' to fund the company's expansion.

Bias read (Center): The article presents a factual summary of SpaceX's IPO process without overtly favoring any political perspective. It uses metaphorical language ('Melkkühe') but does not frame the event with ideological bias.

Süddeutsche ZeitungIndependent🔒Center7 days ago
Space-X's IPO in New York: Many questions remain after the stock price fireworks

The article discusses SpaceX's initial public offering (IPO) on the New York stock exchange, highlighting the significant price surge and the many questions surrounding it.

Bias read (Center): The article focuses on economic developments related to a private company's IPO, which is not inherently politically charged. The summary remains neutral, focusing on the event itself without apparent ideological framing.

Focus OnlineParty-alignedCenter7 days ago
Former SpaceX welder Juan becomes a millionaire after a historic IPO

The article discusses Juan, a former welder at SpaceX, who is set to become a millionaire following SpaceX's historic stock market listing.

Bias read (Center): The article does not present any political bias. It focuses on the economic outcome for an individual due to a corporate event, without taking a stance or using biased language.

Frankfurter Allgemeine (FAZ)Independent🔒Left8 days ago
SpaceX's IPO: The disturbing power of Elon Musk

The article discusses SpaceX's successful stock market listing, highlighting Elon Musk's dominance over financial markets and his rise to becoming the world's first billionaire, suggesting this development should prompt public reflection.

Bias read (Left): The article uses terms like 'beunruhigende Macht' ('disturbing power') and suggests that Musk's rise should make the public think, implying concern about unchecked private power and wealth concentration. This framing leans toward critical scrutiny of corporate influence and wealth inequality, aligns

Tagesschau (ARD)State / PublicCenter8 days ago
SpaceX's IPO: risky bet on rockets, satellites and visions

SpaceX has successfully gone public on the Nasdaq with a valuation of $1.8 trillion, despite still operating at a loss. The article explores what drives the hype around the space company.

Bias read (Center): The article presents factual information about SpaceX's IPO without overtly favoring any political perspective. It does not include commentary or framing that suggests a particular ideological stance.