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GermanyBusiness6 days ago

Federal Government report: The education sector opens before school

The national education report highlights growing educational inequality in Germany, with disparities already evident before children start school. The report notes that by age two, children from mothers with higher education have significantly larger vocabularies. These early differences persist throughout their education. Federal Education Minister Karin Prien emphasizes that the 'education gap' begins at birth and widens until school entry.

Analyse

Stand: 15.06.2026 • 18:56 Uhr

Die Bildungschancen sind in Deutschland sehr ungleich verteilt. Doch meist entsteht das Problem schon vor der Schule. Lösungen gibt es, doch knappe Kassen und der Föderalismus erschweren diese.

Von Sarah Beham , ARD-Hauptstadtstudio und Philip Kuntschner, ARD-Hauptstadtstudio

Wenn ein Kind in Deutschland eingeschult wird, ist über seine Bildungschancen meist schon entschieden - das ist die unbequeme Botschaft des Nationalen Bildungsberichts. Diesen legt eine unabhängige Wissenschaftlergruppe alle zwei Jahre im Auftrag von Bund und Ländern vor.

Schon im Alter von zwei Jahren unterscheidet sich demnach der Wortschatz von Kindern, je nachdem, welche Bildung die Mutter hat. Diese frühen Unterschiede bleiben über die gesamte Bildungslaufbahn stabil.

Unterschiede entstehen bis zur Grundschule

Bundesbildungsministerin Karin Prien weiß um das Problem: "Die Bildungsschere tut sich ab der Geburt auf. Das entsteht nicht erst in der Schule - in Wahrheit ist es genau andersrum: Die Schere ist zu, wenn ein Kind auf die Welt kommt, und sie öffnet sich dann bis zur Einschulung. Und danach wird sie nur noch unwesentlich geschlossen."

Im internationalen Vergleich, das hält der Bericht fest, hängt der Bildungserfolg in Deutschland besonders stark von der sozialen Herkunft ab. Neu ist dieser Befund nicht, seit Jahren taucht er in sämtlichen Bildungsstudien auf. Bemerkenswert ist allerdings der Widerspruch zwischen Diagnose und politischem Handeln, den der Bericht aufzeigt.

Viel Bewegung - am falschen Ende

Untätig ist die Politik nicht: Für die Jahre 2024 bis 2026 haben die Länder 347 Maßnahmen und der Bund 13 Maßnahmen gemeldet, die die soziale Ungleichheit in der Bildung verringern sollen. Von großen Programmen bis zu kleinen Projekten.

Doch der Bericht zeigt einen Schiefstand: Die meisten dieser Programme zielen auf die Schule, weniger auf die frühe Bildung. Und das, obwohl ein Großteil der Ungleichheit eben vor der Einschulung entsteht, wie auch Ministerin Prien deutlich macht. Bedeutet: Es wird viel getan, aber oft zu spät.

Einwanderer-Kinder gehen seltener in die Kita

Zwar ist das Kita-Angebot in den vergangenen Jahren stark gewachsen, doch gerade die Kinder, die von einer Kita am meisten profitieren würden, besuchen sie seltener: Kinder aus Familien mit niedriger Bildung oder mit Einwanderungsgeschichte.

Der Bericht macht es konkret: Wo die Eltern einen hohen Abschluss haben, gehen rund 40 Prozent der unter Dreijährigen in die Kita. Bei Eltern mit niedrigem Abschluss sind es nur 20 Prozent. Mehr Plätze allein lösen dieses Problem aber nicht. Prien räumt das ein und meint zudem: "Wir haben einen drastischen Ausbau der Kitas geschafft. Aber dort, wo sie besonders gebraucht werden, ist es immer noch nicht genug."

"Bildungsungleichheiten sind veränderbar"

Für Kai Maaz, einen der Autoren des Berichts vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, ist das nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch ein Problem hinsichtlich des Fachkräftemangels.

Zugleich sieht er einen Grund für Optimismus: Nach dem Pisa-Schock im Jahr 2000 stiegen die Kompetenzen zehn Jahre lang messbar und die sozialen Unterschiede gingen zurück - bevor diese Entwicklung wieder stockte. "Bildungsungleichheiten sind veränderbar", meint er. Das könne Mut machen, an diesen Stellen weiterzuarbeiten.

Prien offen für Kita-Pflicht

Wo also setzt der Bund an? Erstens bei der Sprache: Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist eine verpflichtende Sprach- und Entwicklungsdiagnostik für alle Vierjährigen vereinbart. Prien geht im Gespräch mit tagesschau.de noch einen Schritt weiter und verweist auf Länder, die eine Kita-Pflicht erproben. Für die Kinder, die besondere Bedarfe haben, sei es richtig, zumindest die Sprachförderung verpflichtend zu machen.

"Einzelne Länder wie Baden-Württemberg machen sich ja jetzt auf den Weg mit einer Kita-Pflicht für das letzte Jahr vor der Einschulung. Das muss man sich anschauen, wie sich das entwickelt. Aber dass Kitas hier größere Verantwortung übernehmen müssen, das ist für mich klar." Bislang allerdings, so der Bericht, schreiben nur acht der 16 Länder eine Sprachförderung nach einem Sprachtest überhaupt verbindlich vor.

Tests müssen Folgen haben

Worauf es vor allem bei Sprachtests dabei ankommt, fasst Studienautor Maaz zusammen: "Stellen Sie sich vor, Sie gehen zum Arzt, kriegen eine Diagnose, dass der Fuß gebrochen ist - aber es passiert nichts. Jede Diagnose macht nur Sinn, wenn daraus etwas folgt."

Auf die frühe Bildung übertragen heißt das: Ein Sprachtest nützt nur, wenn ihm eine passende Förderung folgt. Und die damit verbundene Aufforderung zwischen den Zeilen: Bund und Länder sollen an einem Strang ziehen.

Eine weitere Maßnahme der Bundesregierung: einheitliche, bundesweite Standards. Diese sind in der Kita weitgehend Fehlanzeige. Den Rahmen für mehr Einheitlichkeit aber soll ein neues Gesetz schaffen - das sogenannte Qualitätsentwick…

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Source document: Nationaler Bildungsbericht

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Tagesschau (ARD)State / PublicCenter6 days ago
Federal Government report: The education sector opens before school

The national education report highlights growing educational inequality in Germany, with disparities already evident before children start school. The report notes that by age two, children from mothers with higher education have significantly larger vocabularies. These early differences persist throughout their education. Federal Education Minister Karin Prien emphasizes that the 'education gap' begins at birth and widens until school entry.

Bias read (Center): The article presents findings from an independent scientific group commissioned by federal and state governments. It quotes the federal minister but does not favor one side politically. The framing is neutral, focusing on data and expert statements without overt ideological emphasis.

Official sources cited

  • government Nationaler Bildungsbericht
  • government Bundesbildungsministerin Karin Prien

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  • governmentNationaler Bildungsbericht
  • governmentBundesbildungsministerin Karin Prien