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AustriaCulture3 days ago

Too often, women are scapegoated for the Lolita fetish of popular culture.

The article discusses the controversy surrounding singer Olivia Rodrigo's choice to wear a 'Babydoll' dress during her performance and music video for the song 'Drop Dead.' Critics argue that the outfit sexualizes young girls, but the piece suggests that the true issue lies deeper than just the clothing itself.

Kultur kommentiert

Beim Lolita-Fetisch der Popkultur werden Frauen zu oft zum Sündenbock

Für ihr "Babydoll"-Kleid erntete Sängerin Olivia Rodrigo Kritik, sie sexualisiere Kleinkinder. Das wahre Problem liegt wie immer tiefer

Kolumne

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Helene Slancar

Sängerin Olivia Rodrigo trug das sogenannte "Babydoll" auf der Bühne, im Musikvideo zu ihrem Song "Drop Dead" turnte sie damit durch die Prunkräume Versailles. Nun wirft man ihr das vor.

Gegenstand der neuesten Online-Kontroverse ist ein kurzes Kleid mit Puffärmeln, Blümchenprint und rosa Schleifen: Sängerin Olivia Rodrigo trug das sogenannte "Babydoll" auf der Bühne, im Musikvideo zu ihrem Song Drop Dead turnte sie in einer seidenen Variante durch die Prunkräume Versailles. Viele Empörte wollten in ihrem Aufputz nicht die verspielte Silhouette sehen, die zum verträumten Liebeslied passt, sondern lieber eine 23-Jährige, die sich als Kleinkind inszeniert und damit junge Mädchen sexualisiert.

Das umstrittene Stück Stoff hat trotz seines einschlägigen Namens eigentlich recht wenig mit Babys oder Puppen zu tun, sondern sogar eine feministische Geschichte. Als lockeres Nachthemd war es für Frauen erst Befreiung vom engen Korsett. Modeschöpfer Cristóbal Balenciaga machte den Pyjama dann in den 50er-Jahren mit ein, zwei Zentimeter mehr Saumlänge alltagstauglich. Um mit den Stereotypen des "braven Mädchens" zu brechen, brachte Musikerin Courtney Love das "Babydoll" in den 90er-Jahren mit zerrissener Strumpfhose, Stiefeln und verschmiertem Lippenstift zurück. "Kinderwhore", die ironische Bezeichnung für diesen Stil, thematisierte schon damals eine Seuche, die die Popkultur bis heute befällt: die Objektifizierung junger Mädchen.

Lolita-Fetisch

Die Debatte über ihre Garderobe gehöre zu einer Rhetorik, die Frauen von Kind auf begleitet, äußerte sich Rodrigo: Selbst Schuld, wer für sein Aussehen sexualisiert wird. Dabei ist es die Männerwelt, in der es lange Tradition hat, Minderjährige in die fragwürdige Rolle der naiven Verführerinnen zu stecken. Mal von unzähligen aufreizenden Schuluniformen abgesehen, zeigte zum Beispiel Wim Wenders eine dreizehnjährige Natasja Kinski halbnackt in seinem Film Falsche Bewegung, Brooke Shields und Jodie Foster waren elf und zwölf Jahre alt, als sie Kinderprostituierte spielten. Und egal, wie oft der Autor die kritische Natur seines Romans betonte: Lolita , Nabokovs zwölfjährige Protagonistin, steht in der Popkultur quasi als Synonym für "notgeile, junge Nymphomanin". Jeffrey Epsteins Privatjet, mit dem der Sexualstraftäter sich seine Missbrauchsopfer direkt vor die Haustür liefern ließ, wird übrigens "Lolita Express" genannt, in den Epstein-Files gibt es Fotos von Körperteilen mit Zitaten aus Lolita .

Falsch beschuldigt

Es stimmt, Mädchen-Sein ist heute auch bei erwachsenen Frauen mehr en Vogue denn je. Während eine reife Marilyn Monroe in den 50er-Jahren noch als Ideal galt, sind heute zierliche Statur und puppenhaftes Aussehen in Mode. Soziale Medien romantisieren dürre Körper, ungesundes Essverhalten. Und weil Künstlerinnen wie Olivia Rodrigo oder Ariana Grande solche Trends zum Teil auf der großen Bühne spiegeln, stehen sie zu Recht auch in der Kritik. Aber eine überhöhte Erwartungshaltung an Popstars, die auch nur Endprodukte einer fehlerhaften Unterhaltungsbranche sind, ist keine magische Abkürzung zur Besserung.

Diskurs droht genau daran verloren zu gehen: Der Einfachheit halber wird die Frau im kurzen Kleid zum Sündenbock – ganz so als gäbe es die wahren Verantwortlichen nicht. Dabei sind da genug Menschen, die junge Mädchen tatsächlich systematisch sexualisieren und damit davonkommen: Es sind Regisseure, Produzenten, einflussreiche Männer oder Präsidenten. (Helene Slancar, 18.6.2026)

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Der StandardIndependentCenter3 days ago
Too often, women are scapegoated for the Lolita fetish of popular culture.

The article discusses the controversy surrounding singer Olivia Rodrigo's choice to wear a 'Babydoll' dress during her performance and music video for the song 'Drop Dead.' Critics argue that the outfit sexualizes young girls, but the piece suggests that the true issue lies deeper than just the clothing itself.

Bias read (Center): The article presents both perspectives—criticism of the outfit and an explanation of its historical and cultural significance—without overtly favoring one side. It does not employ loaded language or one-sided sourcing.