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AustriaCrime6 days ago

Misuse of office case against former world champion who was corrupted for little money

A 27-year-old man who had no prior criminal record was accused of accepting bribes totaling €4,000 over four months while working as a contract employee at a municipal district office in Vienna. He allegedly created false registration confirmations and forged a passport in exchange for payments from an unnamed individual called 'Peter.' The defendant expressed remorse during his testimony before the court, which was presided over by Sarah Wagner. Prosecution lawyer Bernhard Löw argued for leniency, citing the defendant’s good character, full confession, and subsequent proper behavior.

Gerichtsreportage

Amtmissbrauchsprozess gegen Ex-Weltmeister, der für wenig Geld korrupt wurde

Ein unbescholtener 27-Jähriger war in seinem Sport und beruflich erfolgreich, privat und finanziell weniger. Also ließ sich der Vertragsbedienstete bestechen

Michael Möseneder

Insgesamt 4000 Euro in vier Monaten soll ein Wiener als Schmiergeld genommen haben, um falsche Anmeldungen vorzunehmen und in einem Fall einen Pass zu verfälschen. Er gibt sich reuig.

"Komm, mach ma! Du hast Kinder, so kannst ein bissl was dazuverdienen" sei das Argument gewesen, bei der er schwach geworden sei, erzählt Herr V. dem Schöffengericht unter Vorsitz von Sarah Wagner. 200 Euro habe ihm ein mysteriöser "Peter" pro Fall geboten, wenn er als Vertragsbediensteter bei einem Magistratischen Bezirksamt in Wien fingierte Meldebestätigungen ausstelle beziehungsweise in einem Fall einen falschen Pass. Nun sitzt der unbescholtene 27-Jährige mit einer Anklage wegen Amtsmissbrauchs und Bestechlichkeit hier.

Verfasst und vertreten wurde beziehungsweise wird die Anklage durch Bernhard Löw, der die Anwesenheit von Verteidiger Nikolaus Rast ziemlich überflüssig macht. Denn bereits Löw listet in seinem Plädoyer Milderungsgründe wie Unbescholtenheit, überschießendes Geständnis und seitheriges Wohlverhalten auf und plädiert dafür, "die Kirche im Dorf zu lassen" und für die Delikte eine bedingte Strafe im unteren Bereich zu verhängen. V.s Rechtsvertreter bleibt daher wenig übrig, als in seinen Eröffnungsworten dem Ankläger beizupflichten.

"Wie kommt es dazu?", will Vorsitzende Wagner vom Angeklagten wissen. Der erzählt, wie er einst in seiner Sportart Weltmeister wurde, dann für ein Turnier aber nicht aufgestellt wurde. "Da bin ich in ein Loch gefallen und habe mit Drogen begonnen", erinnert der gebürtige Österreicher sich. "Erst war es Gras, dann auch härtere Sachen. Ich war immer ein Familienmensch, damals habe ich mich aber immer weiter zurückgezogen", sagt der geschiedene dreifache Vater. Am Ende frönte er auch dem Online-Glücksspiel.

Geheimnisvoller "Peter" bot Geld

Während es privat und finanziell abwärts ging, sei es beruflich besser gelaufen. "Ich war knapp davor, die Abteilung zu übernehmen", berichtet er. Bis "Peter" im Jahr 2023 im Amt auftauchte. Der habe ihn angesprochen, auf einen Kaffee eingeladen und den verhängnisvollen Vorschlag gemacht. Für jeweils 200 Euro sollte V. im Melderegister eine unauffällige Adresse suchen, den von "Peter" übermittelten Namen im Register eintragen und eine Meldebestätigung ausstellen.

"Am Anfang wollte ich eh nicht", sagt der Angeklagte, der finanzielle Anreiz sei dann aber doch zu verführerisch gewesen. Im März 2023 stellte er die erste Scheinmeldung aus. Dass mit dem Dokument später Kredit- und Leasingbetrügereien begangen wurden, habe er nicht gewusst und es ihn auch nicht interessiert. Sechs Wochen war Ruhe, dann meldete sich "Peter" wieder. "Jetzt hast du schon, nun musst du!", machte der nach V.s Darstellung klar, dass er nun erpressbar war.

Der damals 24-Jährige machte noch 18-mal, zusätzlich wurde ein Pass mit einem fremden Bild ausgestellt. "Insgesamt haben Sie 4000 Euro bekommen, habe ich mir ausgerechnet?", fragt die Vorsitzende. "Ja, absurd wenig eigentlich dafür, was ich verloren habe. Aber Sie können nachschauen, das ist alles für's Spielen und Drogen ausgegeben worden."

Ins Ausland geflüchtet

Als V. im Juli 2023 nach einer internen Prüfung aufflog, flüchtete er nach Deutschland und in die Schweiz und tauchte unter. "Ich habe auch wieder zum Glauben gefunden", führt er als Begründung an, warum er nach Rücksprache mit seinem Verteidiger heuer zurückkehrte und sich der Polizei stellte. "Ich wollte einfach nicht mehr Angst haben, wenn es an meiner Tür klopft", nennt der Angeklagte einen weiteren Beweggrund, auch seine Kinder habe er zwei Jahre nicht gesehen.

Nun habe er sich mit seiner Mutter selbstständig gemacht, erzählt er, sollte das Geschäft laufen, möchte er auch darangehen, seine Schulden von rund 40.000 Euro abzubauen. Die hat er bei der Bank sowie beim Staat, der die Alimente für seine Kinder vorstreckte. Bewährungshilfe werde er dafür nicht brauchen, meint er und bietet der Vorsitzenden zum Beweis seiner Läuterung auch freiwillige Drogentests an.

"Paradefall" für bedingte Haft

"Für mich ist das fast der Paradefall für eine bedingte Freiheitsstrafe", nimmt der Staatsanwalt auch im Schlussvortrag dem Verteidiger die Worte aus dem Mund. V. bemühe sich, wieder auf die Reihe zu kommen, eine unbedingte Strafe würde das konterkarieren.

Der Schöffensenat folgt nach kurzer Beratung und verurteilt den Angeklagten rechtskräftig zu einem Jahr bedingter Haft. "Sie haben bei uns einen sehr, sehr guten Eindruck hinterlassen", sieht auch Wagner keinen Grund für Haft oder elektronisch überwachten Hausarrest vulgo Fußfessel. "Schauen Sie, dass Sie Ihr Leben in geordnete Bahnen bekommen und wir uns nicht mehr sehen", wünscht sich die Vorsitzende noch. "Ja, da…

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Der StandardIndependentCenter6 days ago
Misuse of office case against former world champion who was corrupted for little money

A 27-year-old man who had no prior criminal record was accused of accepting bribes totaling €4,000 over four months while working as a contract employee at a municipal district office in Vienna. He allegedly created false registration confirmations and forged a passport in exchange for payments from an unnamed individual called 'Peter.' The defendant expressed remorse during his testimony before the court, which was presided over by Sarah Wagner. Prosecution lawyer Bernhard Löw argued for leniency, citing the defendant’s good character, full confession, and subsequent proper behavior.

Bias read (Center): The article presents a factual account of a legal case without overtly favoring either the prosecution or defense. It includes direct quotes from the defendant and mentions the arguments made by both sides, maintaining neutrality in tone and content.

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