Städte heizen sich bei Hitze besonders auf. An immer mehr Tagen werden die Wege heiß wie Herdplatten und der Schlaf bei Nachthitze zur Qual.
Dicht bebaute Städte mit viel Asphalt, versiegelten Flächen und wenig Grün bilden Hitzeinseln . Diese können 10 bis 15 Grad Celsius heißer sein als die umliegenden ländlichen Gebiete. Diese zusätzliche Hitze belastet die städtische Infrastruktur und schädigt die Gesundheit. Jährlich sterben laut UN fast eine halbe Million Menschen an den Folgen laut UN.
Kohle, Öl und Gas verursacht den Klimawandel führt in den kommenden Jahren zu häufigeren, intensiveren und früher einsetzenden Hitzewellen. Städte wollen jedoch lebenswert bleiben. Bei den vorbereitenden UN-Klimaverhandlungen in Bonn tauschen sich kommunale Experten über Strategien zur Anpassung und zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit derzeit aus. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Städten.
"Hitze ist ein stiller Killer, aber kein unvermeidbarer", sagt Hans Kluge, Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation für Europa bei der Vorstellung aktualisierter Leitlinien zu Hitzeschutzmaßnahmen in Bonn. "Wir haben die Mittel. Jetzt müssen wir sie nutzen."
"Die Natur der Wärme hat sich verändert"
"Heute ist Hitze nicht mehr nur ein lokales Klimaphänomen. Sie ist zu einer Herausforderung für die Stadt, die öffentliche Gesundheit, die Wirtschaft und die sozio-ökologische Situation geworden", sagt Leonardo Madeira Martins, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Stadt Teresina im Nordosten Brasiliens.
Die dicht besiedelte tropische Stadt mit 870.000 Einwohner ist für ihre Grünflächen bekannt, sagt Martins. Trotzdem steigt die Temperatur mittlerweile häufig über 40 °C. Dies beeinträchtige die "städtische Mobilität, die Schlafqualität, die Produktivität und das allgemeine Wohlbefinden", schreibt er in einer E-Mail.
Gastgeber der nächsten UN-Klimakonferenz (COP31) ist Antalya in der Türkei. Ebenfalls wird hier eine Veränderung des Sommerwetters festgestellt.
"Antalya ist eine Mittelmeerstadt, in der die Sommer schon immer heiß waren. Doch die Art der Hitze hat sich verändert", sagt Melike Kireccibasi, Klimaexpertin der Stadtverwaltung. Hitzewellen beginnen früher, dauern länger und es gibt sie häufiger, erklärt sie. Dieser Trend könne sich bis zur Mitte des Jahrhunderts deutlich verstärken, insbesondere im dicht besiedelten Stadtzentrum.
"Dies setzt unsere Bevölkerung – die mittlerweile 2,6 Millionen übersteigt – sowie unser Gesundheitssystem, unsere Energie- und Wasserversorgung und die Millionen von Besuchern, die wir jeden Sommer empfangen, zunehmend unter Druck."
Kinder, ältere und kranke Menschen sind besonders gefährdet
Wohnungen, Arbeitsplätze und andere Gebäude können Menschen während Hitzeperioden zwar schützen, doch auch diese Möglichkeiten haben ihre Grenzen. Wenn extreme Temperaturen bis in die Nacht anhalten, fällt es Bewohnern überhitzter Gebäude schwer, sich abzukühlen. Besonders für gefährdete Gruppen wie Kinder, ältere und kranke Menschen ist das riskant.
Laut Kireccibasi sollen die Gebäude in Antalya angepasst werden und die Bewohner unterstützt werden mit der Hitze zu leben. Dazu gehörten Klimaanlagen, aber auch Maßnahmen, um "den Kühlbedarf unserer Gebäude von vornherein zu senken". Eine von der EU geförderte Analyse der Hitzerisiken im Stadtgebiet, die auf Satellitendaten und Klimaprognosen basiert, hat genau jene Bewohner identifiziert, die am stärksten von den steigenden Temperaturen betroffen sind.
Die Strategie der Stadt sieht eine bessere Gebäudegestaltung vor, die für mehr Schatten sorgt, Oberflächen bevorzugt, die Wärme reflektieren oder durch Dachbegrünung die Hitze abhält. Zu den weiteren Lösungen zählen öffentliche Trinkwasserstellen und eine gesteigerte Energieeffizienz. "Auf diese Weise kann Kühlung kostengünstiger, leichter zugänglich und klimafreundlicher werden", sagt Kireccibasi.
Solarmodule im brasilianischen Fortaleza helfen doppelt: Sie erzeugen den günstigsten Strom und mindern die Hitze durch Verschattung Bild: Joaquim Melo/Divulgação
Strukturelle Einschränkungen und soziale Ungleichheit verschärfen die Hitzeproblematik in Brasilien zusätzlich. "In einer Stadt mit mittlerem Einkommen wie Teresina haben nicht alle Familien durchgehend Klimaanlagen", erklärt Martins. Dies stelle eine Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar, "insbesondere bei sozial benachteiligten Personen und in Randgebieten, wo viele Häuser schlecht belüftet sind, unzureichende Dächer haben und es nur wenige Bäume gibt."
Ein von den Vereinten Nationen unterstütztes Forschungsprojekt zeigt, wie sich extreme Hitze auf die Gesundheit schwangerer Frauen und ihrer Babys auswirkt – vor allem in benachteiligten Vierteln. Laut Martins halfen die Ergebnisse der Stadt eine Strategie zu entwickeln, die den Zugang zu Informationen und Ressourcen umfasst, um besser mit Hitze während der Schwangerschaft umgehen zu können.
Teresina setzt sich für den Erhalt und die Erweiterung seiner städtischen Wäl…
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