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GermanyCulture5 days ago

150 years of Wagner's Festivals: Why Bayreuth's big plans for the festival anniversary are failing

The article discusses the upcoming 150th anniversary of the Bayreuth Music Festival, highlighting how financial constraints have forced the festival to scale back its ambitious plans. Originally intended to feature all canonical Wagner works in one season, the event now has a more modest scope. Additionally, the city of Bayreuth canceled a commemorative event addressing the festival's historical ties to Adolf Hitler, drawing criticism from publicist Michel Friedman who calls it 'self-inflicted death' in a democracy.

Aktualisiert am 16. Juni 2026, 16:38 Uhr

Bayreuth ist wegen seines Festspielhauses weltberühmt. (Archivbild)

© Karl-Josef Hildenbrand/​dpa

Warum kennen Menschen in, sagen wir, Tokio die oberfränkische Stadt Bayreuth ? Bier? Bratwurst? Es ist wohl eher Wagner. Der Komponist Richard Wagner (1813-1883) verwirklichte hier seine bis heute einzigartige Festspielidee. Bayreuth ist weltbekannt.

Nun steht in diesem Jahr in wenigen Wochen ein Jubiläum bevor: 150 Jahre Festspiele. Eine Gelegenheit, um zu glänzen in der Klassik-Welt, um in der ganzen Stadt zu feiern - auch mit denen, die mit der hehren Opernkunst wenig am Hut haben. Nun ja. Wäre da nicht das Geld.

Das Jubiläum fällt deutlich kleiner und bescheidener aus als ursprünglich geplant: Das ambitionierte Vorhaben der Festspiele, alle für Bayreuth kanonisierten Werke Wagners in einer Saison aufzuführen, ist ebenso an der Finanzlage gescheitert wie die Pläne der Stadt Bayreuth für eine Festmeile zur Festivaleröffnung.

Und dann gibt es nun auch noch scharfe Kritik an der Absage einer Gedenkveranstaltung, die sich mit der dunklen Geschichte der Festspiele, auf denen Diktator Adolf Hitler einst gerngesehener Stammgast war, auseinandersetzen sollte.

Der Publizist Michel Friedman kritisiert die Absage in der «Süddeutschen Zeitung» scharf: «Das ist in einer Demokratie der Tod durch Selbstmord», sagt er. «Die Ernsthaftigkeit, sich mit dem Antisemiten Wagner auseinanderzusetzen, ist durch diese Absage ad absurdum geführt.»

Einst half König Ludwig II.

Geldprobleme sind in der Geschichte rund um Wagner und Bayreuth nichts Neues. Mit schnöden Finanzierungsfragen, gar mit Schulden, hatte auch einst Richard Wagner zu kämpfen. Er hatte in Bayerns König Ludwig II. aber schließlich einen Mäzen und Bewunderer, der einsprang.

Heutzutage in einer Demokratie ist das freilich nicht mehr so einfach, auch wenn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ( CSU ) bei vielen Gelegenheiten betont, seine Zuneigung zu Wagners Werken stets vertiefen zu wollen.

Schon vor etlichen Monaten haben die Verantwortlichen auf dem Grünen Hügel das Jubiläumsprogramm im Festspielhaus aus Kostengründen eingedampft. Eigentlich sollten alle zum dortigen Repertoire gehörenden Wagner-Opern gespielt werden - plus das Frühwerk «Rienzi». Doch diese ganz großen Pläne mussten begraben werden. «Rienzi» bleibt, und der vierteilige «Ring des Nibelungen» wird als KI-Projekt aufgeführt.

Dortmund statt Bayreuth

Und die Uraufführung der neuen Oper «Brünnhilde brennt» gibt es - anders als geplant - auch nicht zum Festspiel-Jubiläum, zumindest nicht ganz. Das Stück soll in Bayreuth nun nur noch konzertant aufgeführt werden, die szenische Erstaufführung ist für die Spielzeit 2026/27 vorgesehen, und zwar nicht in Bayreuth, sondern im nicht unbedingt als Wagner-Stadt bekannten Dortmund.

Begründet werden die drastisch eingedampften Jubiläumspläne damit, dass die Personalkosten einfach zu hoch seien. Darum werde es «den Bayreuther Festspielen perspektivisch nicht gelingen, die hierfür benötigten zusätzlichen Finanzmittel aus eigener Kraft zu erwirtschaften» - und das trotz eines «nach wie vor sehr hohen Eigenfinanzierungsgrades» von mehr als 55 Prozent.

Und auch den Gesellschaftern sei es wegen der allgemeinen Haushalts- und Wirtschaftslage nicht möglich, «zum Ausgleich der Defizite deutlich höhere Mittel bereitzustellen».

Auch wenn die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, die ihre Zuwendungen zuvor deutlich gekürzt und damit den Sparzwang verschärft hatte, Festspiel-Chefin Katharina Wagner in einem bislang beispiellosen öffentlichen Vorschlag eine einmalig zusätzliche und zweckgebundene Million angeboten hatte, um zumindest einen Teil der großen Jubiläumspläne doch noch umsetzen zu können, änderte das nachgeschobene Angebot nichts mehr.

«Aufgrund der langfristigen Planungszyklen der Festspiele sowie der frühzeitigen Verpflichtung von Künstlerinnen und Künstlern war eine Rücknahme oder Wiederherstellung des ursprünglich vorgesehenen Programms zu diesem Zeitpunkt faktisch ausgeschlossen», heißt es von den Festspielen.

Festmeile zu teuer

Baustellen im Hinblick auf das Festspiel-Jubiläum hat auch die Stadt. Zum einen ist da eine Personalie: Die Kulturreferentin und damit eine der Verantwortlichen für das Thema ist «derzeit widerruflich freigestellt», wie es offiziell bei der Stadt heißt. Man sei «unverändert bemüht», diese «Personalangelegenheit» zu einem Ergebnis zu bringen. «Die hierfür erforderlichen Gespräche laufen», teilte ein Sprecher mit.

Vertretungsweise führt nun Oberbürgermeister Andreas Zippel (SPD) das Referat und ist für die Jubiläumspläne zuständig. Dabei ist Zippel auch im OB-Amt noch relativ frisch - er siegte bei der Kommunalwahl im März und übernahm den Posten zum 1. Mai.

Zum anderen: Vor einigen Tagen sagte die Stadt eine Festmeile ab, die eigentlich zum Festspielstart geplant war. Begründung: «überraschend große Deckungslücken in erheblichem Umfang», so Zippel. Mit Blick auf andere wich…

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Source document: Süddeutsche Zeitung

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Die ZeitIndependentCenter5 days ago
150 years of Wagner's Festivals: Why Bayreuth's big plans for the festival anniversary are failing

The article discusses the upcoming 150th anniversary of the Bayreuth Music Festival, highlighting how financial constraints have forced the festival to scale back its ambitious plans. Originally intended to feature all canonical Wagner works in one season, the event now has a more modest scope. Additionally, the city of Bayreuth canceled a commemorative event addressing the festival's historical ties to Adolf Hitler, drawing criticism from publicist Michel Friedman who calls it 'self-inflicted death' in a democracy.

Bias read (Center): The article presents facts about the scaled-back celebrations and the cancellation of a historical reflection event without overtly favoring any political perspective. It includes critical voices like Michel Friedman but does not frame them as representing a specific ideological stance. The focus is

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