In den letzten Tagen hat sich ein neues Interesse am Glücksspielmarkt Österreichs abgezeichnet, insbesondere im Bereich der Lotterien. Der französische Anbieter FDJ United hat seine Ambitionen, in Österreich tätig zu werden, offiziell bekanntgegeben. Dies folgt auf die Ankündigung von Brightstar, einem US-konzernten Unternehmen, das ebenfalls daran arbeitet, eine Partnerschaft mit österreichischen Unternehmen einzugehen. Zudem wird die Izi Group aus Malta als möglicher Kandidat erwähnt, der sich für eine Beteiligung an der Vergabe der Lotterien-Lizenz interessiert zeigt.
Die Österreichischen Lotterien, ein Teil der Casinos Austria, planen, ihre aktuelle Konzession für das Onlineglücksspiel zu verlängern, während sie gleichzeitig die Konzession für die traditionellen Lotterien behalten möchte. Die ursprünglich bis Ende 2027 gültige Konzession wurde vorübergehend verlängert, bis die neue Ausschreibung abgeschlossen ist. Dies ermöglicht den aktuellen Anbietern, sich auf die bevorstehenden Veränderungen vorzubereiten, ohne sofort auf den Markt verzichten zu müssen.
FDJ United, ein börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in 13 Ländern, ist spezialisiert auf Lotterien, Onlineglücksspiele und Wetten. Das Unternehmen berichtet von einem durchschnittlichen Wachstum von 4,9 Prozent bei Lotterieeinsätzen und einem Anstieg des Online-Anteils um 13 Prozent innerhalb der letzten fünf Jahre. Diese Zahlen spiegeln die zunehmende Bedeutung des Online-Glücksspiels wider, was besonders für internationale Anbieter von Interesse ist. FDJ United plant, eine Gesellschaft in Österreich zu gründen und im Konsortium die Mehrheit zu besitzen. Potenzielle Partner sollen aus dem Bankensektor, der IT-Branche und dem Einzelhandel stammen.
Giovanna D’Esposito, Chief Officer International Lottery von FDJ United, betonte, dass das Unternehmen bereits seit längerer Zeit auf die Gelegenheit wartet, in Österreich tätig zu werden. Sie betonte zudem, dass ein fair und transparentes Verfahren entscheidend sei, um Vertrauen zu gewinnen. Zwar ist die Teilnahme an der Ausschreibung für die auslaufende Lotto-Konzession noch nicht endgültig festgelegt, doch die Vorbereitungen sind bereits im Gange. D’Esposito glaubt, dass FDJ United mit seiner langjährigen Erfahrung im Lotto-Geschäft sowohl die Umsätze als auch die Steuerleistung in Österreich steigern und gleichzeitig die Anzahl der Spieler erhöhen kann.
Zudem möchte FDJ United das Online-Lotto fördern, da das traditionelle Spiel laut D’Esposito bei jungen Kunden zu passiv sei. In Österreich spielen nur 40 Prozent der Bevölkerung Lotto, während in Frankreich jeder zweite und in Irland sogar 72 Prozent der Bevölkerung dies tun. FDJ United, das 1933 gegründet wurde, ist Mitglied der Euromillionen und verwaltet 2023 die Lotteries Ireland. Mit einer globalen Präsenz und einer starken Marktposition in Frankreich und Irland, wo es 34 Millionen Spieler und 34.000 Vertriebspartner hat, ist FDJ United der weltweit fünftgrößte Lotto-Anbieter. Der französische Staat hält 21 Prozent der Anteile, während Veteranen-Vereinigungen 16 Prozent besitzen. Fast drei Viertel des Bruttospielertrags kommen aus dem Lotto.
Die heimischen Lotterien, eine Tochter der Casinos Austria, sind mit einem Bilanzgewinn von knapp 159 Millionen Euro im Jahr 2025 die Cash-Cow der Glücksspielgruppe. Die Mehrheit der Anteile gehört dem tschechischen Allwyn-Konzern, einem Unternehmen des Milliardärs Karel Komarek. Brightstar, das als international führendes Unternehmen gilt, plant, mit Vertriebs- und Medienpartnern ins Rennen zu gehen. Im Entwurf des neuen Glücksspielgesetzes ist der Online-Vertrieb von Lottoprodukten weiterhin nur dem Lotto-Konzessionär vorbehalten. Die Zukunft des Glücksspielmarktes in Österreich bleibt also ungewiss, doch die Bewegungen zeigen, dass der Wettbewerb intensiver wird.
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