Die Geschichte eines Dampftrams, das vor 132 Jahren erstmals durch die Straßen Berns rollte, hat nun einen neuen Abschnitt in ihrer Entwicklung. Die Dampflokomotive Nummer 12, die bislang in Ruinen lag, wird nun als Denkmal geschützt und fährt erneut in Bern. Diese Entwicklung markiert nicht nur eine Rückbesinnung auf die technische und kulturelle Vergangenheit der Stadt, sondern auch eine symbolische Verbindung zwischen der industriellen Revolution und der heutigen Nachhaltigkeitsdiskussion.
Die Dampftrams in Bern waren ein kurzes Kapitel in der Geschichte der öffentlichen Verkehrsmittel. Sie wurden im Jahr 1894 eingeführt, als die Stadt versuchte, moderne Transporttechniken zu implementieren. Die damalige Berner Tramway Gesellschaft kaufte acht Dampflokomotiven und zwölf Anhänger, die in Winterthur gebaut wurden. Diese Technik war jedoch nur acht Jahre lang in Gebrauch, da sie schnell als veraltet angesehen wurde. Ab 1902 wurde das gesamte Tramnetz in Bern elektrifiziert, und die Dampflokomotiven wurden durch elektrische Trams ersetzt. Die Dampftrams blieben somit nur ein kurzer Moment in der Geschichte der städtischen Mobilität.
Nach ihrem Stillstand wurden die Dampflokomotiven in verschiedene Regionen verbracht. Eine davon, die Nummer 12, fand ihren Weg in eine Sägerei in Biel, wo sie als Werklokomotive eingesetzt wurde. Danach wurde sie für ein geplantes Museum gelagert, bevor sie im Technorama in Winterthur stand. Doch die Dampflok war in einem schlechten Zustand und musste in ihre Einzelteile zerlegt werden. Erst in den 1990er-Jahren fand sie den Weg zurück nach Bern, wo sie wieder in Betrieb genommen wurde. Seit 2002 fährt sie an ausgewählten Tagen in Bern, was sie zu einer Seltenheit macht, da von den ursprünglich 41 produzierten Dampflokomotiven nur diese noch fährt.
Die Stiftung Bernmobil Historique kümmert sich um die Erhaltung und Wartung der Dampflok. Die Arbeit ist aufwendig, da mechanische Teile oft handwerklich repariert oder ersetzt werden müssen. Die Präsidentin der Stiftung, Corine Ribeli, betont, dass dies eine besondere Herausforderung darstellt, doch zugleich auch eine wichtige Aufgabe, um die technische und kulturelle Geschichte Berns zu bewahren. Die Dampflok Nummer 12 ist nicht nur ein technisches Relikt, sondern auch ein Zeugnis für die Entwicklung der städtischen Infrastruktur und der Motorisierung im 19. Jahrhundert.
Die Denkmalpflege des Kantons Bern hat nun entschieden, die Dampflok unter Schutz zu stellen. Der kantonale Denkmalpflegebeamte Alexander Kobe betont, dass die Lok eine einzigartige Zeugin der motorisierten Verkehrsentwicklung ist. Sie bietet einen direkten Einblick in die technischen Fortschritte und die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Energieträgern, wie Pferden, Dampf und Elektrizität. Die Schutzmaßnahme unterstreicht somit die Bedeutung dieses Fahrzeugs für die regionale Geschichte und seine Rolle als kulturelles Erbe.
Die Zukunft der Dampflok Nummer 12 sieht positiv aus. Sie bleibt ein Symbol für die technische Innovation und die historische Entwicklung Berns. Mit ihrer Wiederbelebung und dem Schutzstatus wird sie nicht nur für Fachkreise interessant, sondern auch für die breite Öffentlichkeit. Die Dampflok wird fortan als Teil der städtischen Identität und als Erinnerung an die industrielle Vergangenheit wahrgenommen. Ihre Fahrt durch die Straßen Bern ist nicht nur ein historischer Moment, sondern auch eine Mahnung, die Vergangenheit zu würdigen und gleichzeitig die Zukunft mit Respekt und Bewusstsein anzugehen.
3 reports
SRF NewsState / PublicCenter6 days ago Bern's transport history The steam tram is now a protected monument and is still runningThe article discusses the historical significance of Bern's first steam-powered tram, which was introduced in 1894 and operated until 1902 when it was replaced by electric trams. The steam tram, built by the Swiss locomotive manufacturer SLM in Winterthur, has been preserved as a heritage site. One of the two surviving trams, number 12, has undergone extensive restoration after being stored in a dilapidated condition at the Technorama museum in Winterthur. It was disassembled, repaired, and returned to Bern in 2002, where it now runs on select days as part of historical demonstrations. The other tram, number 18, is displayed at the Swiss Transport Museum in Lucerne.
Bias read (Center): The article focuses on cultural heritage and historical preservation, with no mention of political figures, policies, or contentious issues. It provides factual information about the history and restoration of a historic tram without any apparent ideological framing or bias.
BlickIndependentLeft6 days ago Shocking images from the Berne egg farmThe article presents shocking images from an egg farm in Bern, Switzerland, suggesting potential animal cruelty. The headline raises concerns about 'tierquälerei' (animal torture), implying unethical treatment of animals. The report focuses on disturbing visuals captured at the facility, prompting public concern over animal welfare standards. While the article does not provide detailed information on the specific practices or investigations into the allegations, it highlights growing scrutiny of industrial farming conditions. Readers are encouraged to consider the ethical implications of such practices.
Bias read (Left): The article frames the issue through a strong emphasis on animal welfare and ethical concerns, which aligns with progressive values. It uses emotionally charged language ('Schockbilder' – shock images) to highlight perceived wrongdoing, potentially influencing public opinion against industrial egg-f
SRF NewsState / PublicCenter11 days ago Pollen in lake sediments Berne older than thought: Pollen analysis refutes founding mythA study analyzing flower pollen found in lake sediments has challenged the traditional belief that the city of Bern was founded in 1191. According to plant scientist Willy Tinner from the University of Bern, the findings suggest that Bern and its surrounding cultural landscape are two to three centuries older than previously thought. The research involved detailed pollen analysis conducted by Tinner and his team, which provides insights into historical landscapes where archaeological evidence is lacking. The method involves examining sediment cores extracted from lakes, with pollen grains offering clues about past vegetation and human activity. This work has been supported by Adriano Boschetti, head of cantonal archaeology in Bern, who highlights the value of this technique in filling gaps in historical records.
Bias read (Center): The article presents scientific findings that challenge a commonly accepted historical narrative but does not take a clear stance or show bias toward any political group or ideology. It focuses on academic research and its implications for historical understanding rather than political controversy.
★
Keep the news honest.
ObjectiveNews is reader-funded and ad-free — we show you the bias instead of hiding it. Support independent journalism for €5/month.
Become a Supporter