Indien hat nach der Vorlage eines detaillierten technischen und kommerziellen Vorschlags durch das französische Luft- und Raumfahrtunternehmen Dassault Aviation einen bedeutenden Schritt zur Anschaffung von 114 zusätzlichen Rafale-Kampfflugzeugen für die indische Luftwaffe (IAF) unternommen. Dieser Schritt, der darauf abzielt, einen kritischen Mangel an den modernen Kampfflugzeugkapazitäten der IAF zu beseitigen, erfolgte, nachdem der Verteidigungsbeschaffungsrat unter der Leitung von Verteidigungsminister Rajnath Singh Anfang des Jahres die Annahme der Notwendigkeit für die Beschaffung genehmigt hatte.
Die Vereinbarung beinhaltet die Lieferung von 18 Rafale-Jets in Flugzustand, voll ausgestattet und bereit für den sofortigen Einsatz, während die restlichen 96 Einheiten lokal in Indien zusammengebaut werden. Mit der fortschreitenden Produktion wird der Anteil der inländisch gebauten Flugzeuge voraussichtlich deutlich steigen, von einer anfänglichen Schätzung von etwa 30% auf über 60%. Diese Verschiebung unterstreicht Indiens Schwerpunkt auf Selbstständigkeit in der Verteidigungsindustrie, in Übereinstimmung mit der Initiative der Regierung "Make in India". Die IAF hat eine Mischung aus 88 Einzel- und 26 Zweisitzer-Varianten spezifiziert, die sowohl auf aktuelle als auch auf sich entwickelnde betriebliche Anforderungen zugeschnitten sind.
Dassault Aviation wird mit indischen Privatunternehmen zusammenarbeiten, um wichtige Systeme innerhalb des Flugzeugs zu montieren und zu integrieren. Zusätzlich werden in dem Vorschlag Pläne für die Integration indigener Waffen und Systeme in den Rafale dargelegt, einschließlich sicherer Datenverbindungen, die die Interoperabilität mit indischen Radarsystemen, Sensoren und breiteren Schlachtfeldnetzwerken ermöglichen. Diese Modifikationen zielen darauf ab, eine nahtlose Koordination zwischen dem Rafale und Indiens bestehender und aufstrebender militärischer Infrastruktur zu gewährleisten. Der vorgeschlagene Deal umfasst auch umfassende Technologietransfervereinbarungen, die Aspekte wie den Flugzeug-Flugkörper, die Motoren und die Avionik des Flugzeugs abdecken.
Es wird erwartet, dass französische Unternehmen wie Dassault, Safran und Thales zur Schaffung einer robusten industriellen Basis rund um das Projekt beitragen werden. Ein bemerkenswerter Bestandteil ist die Einrichtung einer Wartungs-, Reparatur- und Überholungsanlage für Safran's M88-Motoren in Hyderabad, die Indiens Fähigkeit, die Rafale-Flotte unabhängig zu erhalten und zu unterstützen, verbessern würde. Diese Zusammenarbeit spiegelt eine breitere Stärkung der indisch-französischen Verteidigungsbeziehungen wider, die durch den jüngsten Besuch von Premierminister Modi in Frankreich gekennzeichnet ist, bei dem beide Nationen ihre strategische Partnerschaft auf eine spezielle globale strategische Partnerschaft aufgerüstet haben.
Die Rafale ist ein zweimotoriger, multirol-Kämpfer in der Lage, eine breite Palette von Missionen, einschließlich Luftüberlegenheit, Abfangen, Bodenangriff, Aufklärung und maritime Streik durchzuführen.
Das integrierte Avionik-System konsolidiert Daten von mehreren Sensoren und Subsystemen, bietet dem Piloten ein verbessertes Situationsbewusstsein und reduziert die kognitive Belastung während komplexer Operationen. Die fortschrittlichen Funktionen der Rafale umfassen eine ausgeklügelte Sensorserie, einschließlich des RBE2-aktiven elektronisch gescannten Array-Radars, das die Langstreckenerkennung und Verfolgung von Luftzielen ermöglicht.
Das modulare Design des Flugzeugs erleichtert Upgrades und Anpassungen an sich verändernde Bedrohungen und Missionsprofile, wodurch seine Relevanz über eine verlängerte Lebensdauer gewährleistet wird. Die Entscheidung, zusätzliche Rafale-Jets zu beschaffen, folgt auf jahrelange Diskussionen und Verhandlungen zwischen Indien und Frankreich, wobei der erste Kauf von 36 Rafale im Jahr 2016 einen entscheidenden Moment in der indisch-französischen Verteidigungszusammenarbeit markierte.
Da die IAF mit einer wachsenden Notwendigkeit zur Modernisierung ihrer Flotte konfrontiert ist, soll die neue Anschaffung als Übergangsmaßnahme dienen, bis inländische Plattformen wie die Tejas Mk-2 und die Advanced Medium Combat Aircraft (AMCA) die operative Reife erreichen. Die vorgeschlagene Beschaffung unterstreicht die strategische Bedeutung der Aufrechterhaltung einer ausgewogenen und technologisch fortschrittlichen Luftwaffe, die in der Lage ist, zeitgenössische Sicherheitsprobleme zu bewältigen.
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