Yahav Lichner, ein israelischer Staatsbürger, der seit 2025 als Direktor des Washingtoner Büros von Unicef fungiert, wurde nach einem jüngsten Untersuchungsbericht von DropSite News Gegenstand schwerwiegender Vorwürfe. Der Bericht behauptet, dass Lichner über mehrere Jahre hinweg geheime UN-Informationen an israelische Diplomaten durchgesickert hat, einschließlich einer E-Mail vom 20. Februar 2015, in der er eine "geheime interne Zusammenfassung" von bevorstehenden Treffen mit Zeid Raad Al Hussein, dem damaligen UN-Hohen Kommissar für Menschenrechte, geteilt hat. Die E-Mail wurde von Lichners persönlichem Konto an Ron Prosor, Israels damaligen UN-Botschafter, und Ronny Leshno-Yaar, einen anderen israelischen Diplomaten, gesendet.
Lichner, der seit dem 4. August von Unicef in Verwaltungsurlaub gestellt wurde, steht derzeit wegen dieser angeblichen Vertrauensverletzungen unter Kontrolle. Unicef und der UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA), in dem Lichner zuvor eine Position innehatte, haben auf die Vorwürfe reagiert, indem sie ihn in ihren Kommunikationen mit Journalisten nur als "Angestellter" oder "Individuum" bezeichneten. Dieser Ansatz hat bei Beobachtern Bedenken hinsichtlich der Transparenz und Rechenschaftspflicht innerhalb der Organisation geweckt.
Cooper weigerte sich jedoch, spezifische Details über die Art der Vorwürfe oder die Schritte zu liefern, die gegen Lichner unternommen wurden. Seine Aussage betonte die Bedeutung der Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit und Unparteilichkeit des UN-Personals, wie in der UN-Charta und den Personalverordnungen dargelegt. Die Kontroverse um Lichner hat Diskussionen über die ethischen Auswirkungen der Nutzung von UN-Ressourcen für nationale Interessen ausgelöst.
Die derzeitige Exekutivdirektorin von UNICEF ist Catherine Russell, eine von Biden ernannte Person. Trotz der hochkarätigen Natur der Rolle gibt es Fragen zur Transparenz des Einstellungsprozesses, insbesondere bezüglich der Frage, ob die Position öffentlich oder durch einen internen Auswahlprozess beworben wurde. Der Politikwissenschaftler Thomas Weiss, ein langjähriger Experte der Vereinten Nationen, äußerte sich überrascht über die Zurückhaltung der Vereinten Nationen, Lichner in seinen öffentlichen Erklärungen zu nennen.
Weiss bezeichnete die Entscheidung als "ziemlich seltsam" und bemerkte, dass Lichners Identität aufgrund der jüngsten Berichterstattung in den Medien bereits weit verbreitet war. Er stellte die Begründung für die Anonymität in Frage und schlug vor, dass sie möglicherweise nicht mit den besten Praktiken in der organisatorischen Kommunikation übereinstimmt. Weiss bemerkte weiter, dass die Taktik "nicht sehr vernünftig" erscheine, insbesondere angesichts der Schwere der Vorwürfe.
Der Fall Lichner wirft schwierige Fragen auf, wie Organisationen wie Unicef die Schnittmenge nationaler Interessen und internationaler Mandate bewältigen.
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