Wedium, eine neue Social-Media-App, die in Deutschland eingeführt wurde, zielt darauf ab, die Dominanz von TikTok herauszufordern, indem sie eine mehr auf Privatsphäre ausgerichtete und familienfreundliche Alternative anbietet. Die in Berlin ansässige App hat bereits im März mit der Beta-Testphase begonnen und ist mit einer Benutzeroberfläche ausgestattet, die an TikTok erinnert. Diese Unterscheidung unterstreicht den Ehrgeiz des Unternehmens, einen einzigartigen Raum in der überfüllten Social-Media-Landschaft zu schaffen. Die Gründer der App, einschließlich der Mitbegründerin Nele Meissner, haben Wedium als Antwort auf Bedenken hinsichtlich der Datenschutzrechte und des Einflusses amerikanischer und chinesischer Technologieriesen auf den globalen Diskurs beschrieben.
Sie argumentieren, dass aktuelle Plattformen, wie TikTok und Instagram, Engagement über Sicherheit und Transparenz priorisieren. Laut Meissner umfasst das Team hinter Wedium Personen, die Eltern sind, die eine größere Kontrolle über die Online-Erfahrungen ihrer Kinder suchen. Ihre Motivation beruht auf der Frustration über die Machtkonzentration unter ausländischen Technologieunternehmen, von denen sie glauben, dass sie Risiken für demokratische Werte darstellen.
Zusätzlich arbeitet die App nach europäischen Datenschutzstandards, die die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gewährleisten. Ein wichtiges Merkmal der Plattform ist, dass 50% der Werbeeinnahmen, die durch die App generiert werden, direkt an die Inhaltsersteller gehen, eine Politik, die darauf abzielt, die Nutzer zu stärken, anstatt die Gewinne für externe Werbetreibende zu maximieren.
Die App beschäftigt derzeit zehn Mitarbeiter, die allerdings nicht alle ausschließlich für das Projekt arbeiten. Das Gründungsteam besteht aus fünf Personen, von denen vier in einer Kommunikationsagentur beschäftigt sind. Diese Mischung aus beruflicher Erfahrung und persönlicher Mission unterstreicht das Engagement der Gründer für die Schaffung einer sozial verantwortlichen Plattform. In Interviews haben sie betont, dass sie kein typisches Startup sind, das ausschließlich durch schnellen finanziellen Gewinn getrieben wird.
Stattdessen beschreiben sie sich selbst als Individuen, die sichere digitale Umgebungen für ihre Familien schaffen und einen positiven Beitrag zum öffentlichen Diskurs leisten wollen. Wedium's Algorithmus soll ausgewogene und vielfältige Inhalte fördern und bietet zwei verschiedene Feeds: einen, der sich auf Inhalte von Freunden und gefolgt Benutzern konzentriert, und einen anderen, der Material präsentiert, das den Benutzer über seinen unmittelbaren Kreis hinaus interessieren könnte. Während der Algorithmus interessenbasiert ist, vermeidet er extreme Ansichten oder verzerrende Diskussionen. Die Plattform hat Experten für Medienstudien und Jugendschutz konsultiert, um ihren Ansatz zu verfeinern, mit dem Ziel, eine gesunde und inklusive Umgebung für Benutzer zu fördern.
Benutzer ab 13 Jahren können auf die Plattform zugreifen, sofern sie von einem Elternteil oder Erziehungsberechtigten über einen Konto-Link registriert sind. Die App erfordert nicht, dass Benutzer ihre echten Namen offenlegen, obwohl sie Minderjährige ermutigt, ihre privaten Informationen vertraulich zu halten. Nach dem Start bietet die App einen bevölkerten Feed mit Inhalten, die denen von TikTok ähnlich sind, und ermöglicht es neuen Benutzern, vertraute Formate zu erkunden, während sie von den einzigartigen Schutzmaßnahmen der Plattform profitieren.
Ob es erfolgreich mit etablierten Giganten wie TikTok konkurrieren kann, bleibt abzuwarten, aber der Ansatz der Plattform signalisiert eine Verschiebung hin zu lokalisierten und gemeinschaftsgetriebenen digitalen Räumen.
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