Der deutsche Außenminister sucht Stabilität in Nordafrika angesichts des steigenden Migrationsdrucks Außenminister Johann Wadephul schloss seinen Besuch in Tunesien und Algerien mit erneuerten Verpflichtungen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Sicherheitspartnerschaften ab, die darauf abzielen, die Migrationsströme aus der Region einzudämmen. Während seiner Reise traf er sich mit den Führern beider Länder, dem tunesischen Präsidenten Kais Saied und dem algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune, und sicherte sich Versprechungen für eine Erhöhung der Gaslieferungen nach Deutschland vor dem Winter. Die Besuche folgten erhöhten Spannungen über Migration, insbesondere nach einem Anstieg der Migranten, die versuchten, in die nordafrikanische Enklave Ceuta zu gelangen, die Ende Juli die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zog.
Die deutsche Regierung strebt seit langem an, die Beziehungen zu nordafrikanischen Ländern im Rahmen ihrer breiteren Strategie zur Bewältigung der irregulären Migration zu stärken. Wadephul betonte in einem Interview mit ARD, dass wirtschaftliche Stabilität und Sicherheitszusammenarbeit für die Verringerung der Zahl der Menschen, die aus der Region fliehen, von wesentlicher Bedeutung sind. "Wenn die Menschen nicht fliehen müssen, werden sie nicht fliehen", erklärte er.
In Tunesien wurde Wadephul trotz der anhaltenden politischen Instabilität sowohl von Premierminister Mohamed Nafti als auch von Präsident Saied empfangen. Das Land steht vor schweren wirtschaftlichen Herausforderungen, darunter Stromknappheit und Wasserration aufgrund von Dürre und Produktionsstörungen.
Wadephul ging auch auf die Frage des Terrorismus und des islamistischen Extremismus ein, insbesondere in der Sahel-Region, die er als wichtige Triebkräfte der Migration bezeichnete. Er forderte stärkere gemeinsame Anstrengungen, um die regionale Stabilität zu gewährleisten, und betonte, dass die Zusammenarbeit über die Grenzkontrollen hinausgehen muss, um die Ursachen anzugehen.
Kohlenberger stellte fest, dass diese Praktiken nicht nur toleriert werden, sondern auch durch europäische Finanzierung im Rahmen des Migrationsvertrags zwischen der EU und Tunesien unterstützt werden, das 2023 unterzeichnet wurde. In Algerien konzentrierte sich Wadephul auf die Energiezusammenarbeit und betonte die Rolle des Landes als wichtiger Lieferant von Erdgas nach Europa.
Der Besuch fiel mit der Ankunft des spanischen Premierministers Pedro Sánchez in Algier zusammen und unterstrich das wachsende diplomatische Engagement europäischer Mächte in Nordafrika. Trotz dieser Bemühungen bestehen weiterhin Fragen zur Wirksamkeit der aktuellen Strategien. Kritiker weisen auf die fortgesetzte Abhängigkeit von autoritären Regimen hin, die oft nationale Interessen über die Menschenrechte stellen.
Die Herausforderung besteht darin, geopolitische Interessen mit ethischen Überlegungen in Einklang zu bringen. Da die rechtsextremen Parteien in Deutschland an Bedeutung gewinnen, ist die Notwendigkeit von Einheit und Solidarität größer denn je. Der Erfolg zukünftiger Initiativen hängt nicht nur von politischen Vereinbarungen ab, sondern auch von der anhaltenden Unterstützung der Zivilgesellschaft und des unabhängigen Journalismus in der Region.
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