Nach Berichten der lokalen Medien haben die langwierige Dürre und extreme Hitze zu schweren Herausforderungen für die Stromerzeugungssysteme in Zentral- und Südosteuropa geführt. In Ungarn hat die Situation kritische Niveaus erreicht, wobei die Behörden eine Notfall-Taskforce zur Bewältigung der Energiekrise eingesetzt haben. Die Hauptursache ist der rekordniedrige Wasserstand der Donau in Kombination mit hohen Temperaturen, die den Kühlbetrieb im Kernkraftwerk Paks erschweren.
Das Kernkraftwerk Krško in Slowenien arbeitet weiterhin mit voller Kapazität, wobei jedoch zusätzliche Kühltürme zur Einhaltung der Umweltauflagen eingesetzt werden. Das Kraftwerk ist für die Kühlung auf den Fluss Sava angewiesen, und während der Flussstrom niedriger als üblich bleibt, hat seine Temperatur am Punkt der vollständigen Vermischung in der Nähe des Wasserkraftwerks Brežice noch nicht die gefährliche Schwelle von 28 Grad Celsius erreicht.
Die niedrige Durchflussrate und die steigenden Temperaturen stellen jedoch fortlaufende Risiken dar, die die Verwendung eines dritten Kühlkreislaufs durch Kühltürme erfordern. Dies erhöht den Eigenverbrauch der Anlage und verringert die Effizienz des Sekundärkreislaufs leicht, was zu einem Rückgang der an das Netz gelieferten Strommenge führt. Der Direktor von ELES, Aleksander Mervar, hat vorgeschlagen, die Umweltbeschränkungen vorübergehend zu lockern, um mögliche Instabilität im slowenischen Übertragungsnetz zu verhindern. Das Umweltministerium prüft diesen Vorschlag jedoch noch.
Das Kraftwerk muss sowohl die durchschnittliche Tagestemperatur als auch die Temperaturanstiegsrate entlang des Sava-Flusses weiterhin überwachen, um sichere Betriebsbedingungen zu gewährleisten. Wenn diese Schwellen überschritten werden, besteht die Möglichkeit, die Reaktorleistung zu reduzieren, was möglicherweise zu einer schrittweisen Stilllegung des Betriebs führt. In der Zwischenzeit bleiben die Wasserkraftwerke von den aktuellen hydrologischen Bedingungen unberührt, da die Stauseen in der Region zu dieser Jahreszeit innerhalb der normalen Bereiche liegen. Die Energiestabilität wird durch Anpassungen der Produktion in verschiedenen Kraftwerken, effiziente Nutzung inländischer Energiequellen und, wenn nötig, durch den Kauf von Strom auf dem regionalen Markt gewährleistet.
Trotz dieser Maßnahmen bleibt die Situation prekär, insbesondere in Serbien, wo die Behörden die Energiebedingungen als ernst und herausfordernd bezeichnen. In Serbien werden die Auswirkungen der Dürre zunehmend sichtbar, insbesondere in der Region Vojvodina, wo die Bewässerung aus dem Donausystem bedroht ist. Drei Gemeinden haben Notstand erklärt, und Hydrologen prognostizieren weitere Rückgänge des Wasserstands um bis zu 15 Zentimeter in den kommenden Tagen. In Bezdan ist der Wasserstand bereits auf 137 Zentimeter unter Null gefallen, nahe dem historischen Rekord von 143 Zentimetern.
In Kroatien enthüllten Drohnenbilder, die von Associated Press veröffentlicht wurden, Objekte, die unter dem Flussbett versteckt waren, darunter Überreste von Schiffen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, Waffen und sogar untergetauchte Autos. In Ungarn musste das Kernkraftwerk Paks zum ersten Mal seit 44 Jahren den Betrieb einstellen, was eine bedeutende Verschiebung in der Energiestrategie des Landes markierte. Premier Péter Magyar kündigte an, dass die Produktion von 2.000 auf nur 240 Megawatt gesunken war, bevor das Kraftwerk vollständig stillgelegt wurde.
Um der Krise zu begegnen, haben die ungarischen Behörden mehrere Maßnahmen ergriffen, darunter die vorübergehende Aussetzung des Güterzugverkehrs in den Spitzenzeiten und die Ermutigung der Beschäftigten des öffentlichen Sektors, remote zu arbeiten. Der Nationale Meteorologische Dienst, HungaroMet, hat vor Temperaturen von über 40 Grad Celsius in den kommenden Tagen gewarnt, wobei am Donnerstag ein Höchstwert von 42 Grad Celsius erwartet wird, der den nationalen Sommerrekorden entspricht. In Rumänien wurde das Militär aufgefordert, bei der Umleitung des Wasserflusses in Richtung des Kernkraftwerks Cernavoda zu helfen, indem es eine Felsformation in der Flussbiege von Bălă detonierte.
Über 100 Soldaten und 16 technische Einheiten wurden für die Durchführung der Operation eingesetzt, bei der kontrollierte Unterwassersprengungen durchgeführt wurden, um den Weg für eine erhöhte Wasserversorgung zu ebnen.
In Bulgarien fanden Forscher die Überreste eines Mammuts, während in Ungarn zahlreiche Schiffswracks und andere Artefakte aus dem Flussbett entdeckt wurden, die einen Einblick in die komplexe Geschichte der Region geben.
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