Das dreijährige grenzüberschreitende Projekt "Lingua" hat seine Aktivitäten abgeschlossen und zielt darauf ab, die sprachlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Slowenien und der österreichischen Region Kärnten zu stärken.
Die Zusammenarbeit zwischen Partnern wie der Mohorjeva Gesellschaft aus Celje, Gorenjski Glas und der Volksuniversität von Škofja Loka wurde durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Interreg-Programms Slowenien-Österreich 2021272027 und der Region Kärnten unterstützt. Karl Hren, Direktor der Mohorjeva Gesellschaft, der als führender Projektpartner fungierte, erklärte während der Abschlusspressekonferenz, dass das Projekt zwar anspruchsvoll war, aber die hervorragende Zusammenarbeit zwischen allen Teilnehmern es ihnen ermöglichte, ihre gesetzten Ziele zu erreichen und signifikante Ergebnisse zu erzielen.
Ein digitales Werkzeug zur Dialekterkennung soll bis Ende August fertiggestellt sein. Diese Anstrengung beinhaltet eine Zusammenarbeit mit der Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Informationstechnologie der Universität Maribor. Uši Sereing vom Slowenischen Nationalen Institut für Sprache und Kultur betonte, dass der Ziljs-Dialekt der erste slowenische Dialekt ist, für den Experten der Maribor-Fakultät ein automatisches Spracherkennungssystem entwickeln werden.
Um diese Bemühungen zu unterstützen, transkribierten Uši Sereing und Tatjana Koren-Zwitter 100 Stunden Ziljs-Aufnahmen. Zunächst wurden diese Materialien aus Archiven bezogen, aber später wurden neue Aufnahmen gemacht, um eine größere Vielfalt im gesprochenen Material trotz der abnehmenden Anzahl der Sprecher zu gewährleisten. Die Aktivitäten der Mohorjeva-Gesellschaft, des Gorenjski Glas und der Volksuniversität von Škofja Loka umfassten mehrere Bereiche. Dazu gehörten die frühkindliche Bildung, die Sensibilisierung für sprachliche Vielfalt, die Bedeutung des Mehrsprachigkeitsprinzips und das kulturelle Erbe. Darüber hinaus arbeiteten sie an der Entwicklung des digitalen Werkzeugs zur Erkennung des Ziljs-Dialekts.
Unter dem Dach von Gorenjski Glas wurden 231 Artikel über Dialekte erstellt und in den Ausgaben und Ergänzungen der Zeitschrift veröffentlicht. Zwanzig Videoaufnahmen wurden ebenfalls produziert. All diese Inhalte wurden auf der Website von Gorenjski Glas in einem Abschnitt zusammengestellt, der dem Lingua-Projekt gewidmet ist. Dieser Abschnitt dient als Wissensbasis, öffentlich zugänglich und soll wertvolle Informationen für Fachleute, Bildungseinrichtungen und alle, die sich für sprachliche Vielfalt, Dialekte und kulturelles Erbe im grenzüberschreitenden Bereich interessieren, bereitstellen.
Marija Volčjak, ehemalige Chefredakteurin und verantwortliche Redakteurin von Gorenjski Glas, stellte fest, dass zunächst ein gewisser Skeptizismus hinsichtlich der Behandlung von Dialekten bestand. Sie fügte jedoch hinzu, dass die Erfahrung zeigte, dass immer noch eine große Menge an dialektischem Material verfügbar ist. Sie schlug vor, dass eine weitere Entwicklung, insbesondere in digitaler Form, sinnvoll wäre, da sie es den Zuhörern ermöglicht, dialektische Sprache direkt zu hören. Dieser Ansatz könnte die Zugänglichkeit und das Engagement mit lokalen sprachlichen Traditionen verbessern. Das Projekt untersuchte auch Erfahrungen im Zusammenhang mit zweisprachiger frühkindlicher Bildung.
Die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet umfasste die Umsetzung verschiedener Initiativen und Programme, die darauf abzielten, mehrsprachige Umgebungen für Kleinkinder zu fördern. Diese Bemühungen zielten darauf ab, sowohl die slowenische als auch die österreichische Kärntner Sprache in die pädagogische Praxis zu integrieren, um ein tieferes Verständnis und eine bessere Wertschätzung der sprachlichen Vielfalt bei der jüngeren Generation zu fördern. Die Projektpartner arbeiteten zusammen, um praktische Beispiele zu schaffen und bewährte Verfahren auszutauschen, was zu einem breiteren Netzwerk der grenzüberschreitenden pädagogischen Zusammenarbeit beiträgt.
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