Fünf Personen wurden vom Bezirksgericht Bielefeld wegen Betrugs im Zusammenhang mit den Theorieprüfungen für den Führerschein verurteilt. Sie verwendeten Doppelgänger - Personen, die den Prüfungsteilnehmern ähnlich aussahen -, um die Prüfungen in ihrem Namen abzulegen. Der Hauptverteidiger organisierte einen Pool von 30 bis 40 Doppelgängern und erhielt eine Gefängnisstrafe von insgesamt sechs Jahren und fünf Monaten. Das Schema zielte in erster Linie auf kurdischsprachige Kandidaten ab, da die Tests in vielen Sprachen, aber nicht in kurdischer Sprache verfügbar waren. Die Prüfungen kosteten zwischen 1.300 und 1.500 Euro pro Prüfung, die unter den Teilnehmern verteilt wurde. Zwei Fahrlehrer, die wissentlich an der illegalen Aktivität teilnahmen, erhielten Bewährungsstrafen. Das Gericht stellte fest, dass zahlreiche Fälle gegen individuelle Doppelgänger auf Bezirksgerichtsebene laufen. Laut der TÜV-Vereinigung wurden im vergangenen Jahr über 4.200 Fälle von Theorieauer während der theoretischen Prüfung verzeichnet, wobei mehr als die Hälfte professionell organisiert wurden.
Tendenz-Einschätzung (Mitte): Der Artikel enthält eine sachliche Darstellung eines Gerichtsverfahrens, in dem Betrug bei den Führerscheinexamen verübt wurde.



