Im Juli 2026 wurden zwei Studien des renommierten Quantenphysikers Max Planck wieder eingeführt, nachdem sie im Dezember 2011 wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen zurückgezogen worden waren. Die Entscheidung, die Artikel wiederherzustellen, folgte einer langjährigen Auseinandersetzung über die Richtigkeit ihrer ursprünglichen Entfernung, die sowohl unter Wissenschaftlern als auch Kritikern Kontroversen ausgelöst hatte.
Ein Jahr später tauchte das Thema wieder auf, als Yves Gingras, ein Wissenschaftshistoriker der Universität von Quebec, Zweifel an der Gültigkeit des Rückzugs aufwarf. Er argumentierte, dass beide Fälle, in denen Plancks Arbeit eine andere Studie zu duplizieren schien oder in denen er der Doppelveröffentlichung beschuldigt wurde, auf Missverständnissen oder veralteten Praktiken beruhten, von denen keine ein Fehlverhalten darstellte. Als Reaktion auf die wachsende Kontrolle gab Springer Nature eine Erklärung ab, in der klargestellt wurde, dass der anfängliche Rückzug eher das Ergebnis eines menschlichen Fehlers als eines automatisierten Prozesses war.
Tim Kersjes, der die wissenschaftliche Integrität des Verlegers überwacht, sagte gegenüber Gizmodo, dass die Entscheidung, die Artikel zu entfernen, auf einen Fehler eines Mitarbeiters zurückzuführen sei.
In einem Interview mit Retraction Watch stellte er die Frage, ob es plausibel sei, dass jemand, der bei Springer arbeitet, 2011 Jahrzehnte an archivierten Zeitschriften manuell durchsuchen und auf nur zwei kurze Artikel von Planck stoßen könnte, insbesondere wenn sie angeblich mit Urheberrechtsproblemen in Verbindung stehen. Er wies darauf hin, dass das Ausmaß der Digitalisierungsbemühungen von Springer wahrscheinlich dazu geführt hätte, dass ein automatisiertes System solche Fälle zur Überprüfung markiert, was darauf hindeutet, dass der Rückzug möglicherweise von einem Algorithmus und nicht von einer Person ausgelöst wurde. Kersjes räumte ein, dass die endgültige Entscheidung, die Artikel zurückzuziehen, zwar von einem Menschen getroffen wurde, der Prozess selbst jedoch automatisierte Werkzeuge beinhaltet haben könnte.
Er betonte, dass der Fehler unbeabsichtigt war und der Verleger Schritte unternommen hatte, um die Situation zu korrigieren. Dennoch zeigt die Debatte breitere Bedenken darüber, wie historische wissenschaftliche Werke im digitalen Zeitalter verwaltet werden, insbesondere wenn es um Persönlichkeiten von solcher Bedeutung wie Planck geht. Die Wiedereinführung der Studien markiert eine seltene Korrektur in der Geschichte des akademischen Verlagswesens und unterstreicht die Komplexität der Aufrechterhaltung wissenschaftlicher Integrität in einer Zeit des raschen technologischen Wandels.
Während das unmittelbare Ergebnis die Wiederherstellung von Plancks Arbeit war, bleiben die zugrunde liegenden Fragen bestehen: Wie können Verleger sicherstellen, dass frühere Beiträge fair behandelt werden, insbesondere wenn sie bekannte Forscher betreffen? Und welche Schutzmaßnahmen sollten bestehen, um ähnliche Fehler in der Zukunft zu verhindern? Derzeit liegt der Fokus auf den technischen und verfahrenstechnischen Aspekten des Falles. Ob andere Studien, die möglicherweise von ähnlichen Fehltritten betroffen sind, ähnliche Aufmerksamkeit erhalten werden, bleibt unsicher.
Im Laufe der Diskussion ist eines klar: Die Geschichte der Max-Planck-Studien erinnert an die anhaltenden Herausforderungen bei der Erhaltung und Bewertung des wissenschaftlichen Erbes in der modernen Verlagslandschaft.
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