Die Türkei intensiviert ihre globalen Energieambitionen durch die internationale Expansion ihrer staatlich kontrollierten Turkish Petroleum Corporation (TPAO), mit dem Ziel, ihre kombinierte inländische und ausländische Kohlenwasserstoffproduktion von etwa 330.000 Barrel Öläquivalent pro Tag auf fast 600.000 bis 2028 zu steigern, mit langfristigen Zielen, 1 Million Barrel Öläquivalent pro Tag zu erreichen, so der Minister für Energie und natürliche Ressourcen Alparslan Bayraktar. Dieser strategische Anstoß beinhaltet Partnerschaften auf mehreren Kontinenten, vom Nahen Osten und Afrika bis nach Europa und Zentralasien, als Teil einer breiteren Bemühung, TPAO als führenden internationalen Energie-Spieler zu positionieren.
Die Expansion konzentriert sich auf die Steigerung der Produktion aus wichtigen Vermögenswerten wie dem Sakarya-Gasfeld sowie auf wachsende Operationen in verschiedenen Regionen. Bayraktar betonte, dass die ausländischen Investitionen der Türkei darauf abzielen, sowohl die Öl- als auch die Erdgasproduktion zu steigern und gleichzeitig das technologische Know-how, die finanziellen Ressourcen und die operativen Fähigkeiten der Türkei auf internationale Märkte zu exportieren. Die Vision der Regierung besteht darin, die Rolle der TPAO als zentrale Säule dieser Strategie zu nutzen und ihren Status als global wettbewerbsfähige Energieentität zu stärken.
Ein wichtiger Meilenstein in dieser internationalen Zusammenarbeit kam im Irak, wo TPAO eine 15-prozentige Beteiligung an der BP Energy Company of Kirkuk Limited sicherte und sich als Partner von BP und ConocoPhillips in mehreren ölreichen Feldern, Baba, Avanah, Bai Hassan, Jambur und Khabbaz, positionierte.
In Somalia hat TPAO mit dem Einsatz des seismischen Forschungsschiffes Oruç Reis, das 234 Tage Offshore-Untersuchungen in drei Blöcken absolvierte, bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Basierend auf den Ergebnissen bestätigte das Ministerium Pläne, Bohroperationen zu beginnen. Das Çağrı Bey, ein hochmodernes Tiefsee-Bohrschiff, ist jetzt in der Quelle Curad-1 vor Somalia beschäftigt und markiert damit das erste Tiefsee-Explorationsbohrprojekt der Türkei außerhalb ihrer Grenzen. Diese Initiative unterstreicht das Engagement der Nation, bisher unerforschte marine Kohlenwasserstoffreserven zu erschließen.
In Libyen hat die TPAO Produktionsabteilungsverträge geschlossen, die sowohl Onshore- als auch Offshore-Zonen abdecken und einen erneuten Fokus auf die Stärkung der Beziehungen zu nordafrikanischen Nationen signalisieren. Diese Vereinbarungen sollen das Niveau der türkisch-libyschen Energiezusammenarbeit erhöhen und gleichzeitig den regionalen Einfluss der TPAO erhöhen.
Die Oruç Reis wird nach der Monsunzeit nach Pakistan umsteigen, um die Erhebung seismischer Daten zu beginnen, wodurch die Energiebilanz der Türkei weiter ausgebaut wird.
Eine kürzlich am 1. Juni unterzeichnete Vereinbarung beschreibt eine langfristige Liefervereinbarung zwischen Türkiye, BOTAŞ, der staatlichen Ölgesellschaft Aserbaidschans (SOCAR), TotalEnergies und der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), die sicherstellt, dass die Türkei ab 2029 jährlich 33 Milliarden Kubikmeter Erdgas erhält. Diese Vereinbarung stärkt die strategische Bedeutung der aserbaidschanischen Energieressourcen für die nationale Energiesicherheit der Türkei. Darüber hinaus arbeitet TPAO mit dem ungarischen Unternehmen MOL an Initiativen zur seismischen Exploration zusammen und beteiligt sich an gemeinsamen Explorationsprojekten mit Shell in den bulgarischen Schwarzmeerregionen.
Diese vielfältigen Kooperationen spiegeln die Breite des internationalen Engagements des TPAO und seine Entschlossenheit wider, seine globale Energieinfrastruktur zu diversifizieren und zu stärken.
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