Die Amateur Athletic Union (AAU), eine nationale Jugendsportorganisation mit über 760.000 Athleten und Trainern, hat es laut einer gemeinsamen Untersuchung von ProPublica und The Washington Post versäumt, Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen.
Allerdings zeigen interne Praktiken und Richtlinien ein systematisches Versagen, Minderjährige vor sexuellem Fehlverhalten zu schützen. Das Engagement der AAU für Reformen kam nach einem hochkarätigen Skandal im Jahr 2011, an dem ihr CEO und junge Basketballspieler beteiligt waren. Damals schwor die Führung, eine neue Organisationskultur zu etablieren, die sich auf den Schutz von Kindern konzentriert, verpflichtende Trainingsprogramme einzuführen, eine strengere Überwachung der Trainer und robuste Mechanismen für den Umgang mit Missbrauchsvorwürfen. Diese Versprechen sollten das Vertrauen zwischen Eltern und Sportlern wiederherstellen.
Laut den Untersuchungsberichten bietet die Organisation keine Schulungen zur Verhinderung von Kindesmissbrauch an und stellt nicht sicher, dass die Trainer die von ihr als obligatorisch bezeichneten Kurse absolvieren. Eltern werden in die Irre geführt, dass die AAU strenge Sicherheitsprotokolle einhält, während es in Wirklichkeit an Transparenz und Rechenschaftspflicht mangelt.
Trotz eines Versprechens im Jahr 2012, solche Personen zu verbieten, hat die AAU acht Trainer, von denen einige wegen Fehlverhaltens suspendiert oder verboten wurden, erlaubt, in den letzten fünf Jahren in ihren Programmen aktiv zu bleiben. Diese Trainer, die oft mit schwerwiegenden Vorwürfen sexuellen Missbrauchs in Verbindung gebracht werden, arbeiten unter dem Deckmantel der Legitimität innerhalb der AAU und werfen Bedenken über das Engagement der Organisation zur Verhinderung von Schäden auf.
Der Prozess zur Bearbeitung von Missbrauchsvorwürfen innerhalb der AAU ist ebenso problematisch. Statt eine eigene Hotline für die Meldung zu haben, leitet die Organisation Beschwerden an ihre allgemeine Bürozeile und bietet keine direkte Möglichkeit für Opfer oder Familien, Fehlverhalten zu melden.
Diese untransparente und inkonsistente Herangehensweise untergräbt das Vertrauen in die Fähigkeit der AAU, Kinder zu schützen. Die Misserfolge der AAU haben viele junge Athleten in Not gebracht. Mehrere Teilnehmer an AAU-Veranstaltungen haben Geschichten über unangemessenes Verhalten von Trainern geteilt, von denen einige später aus der Organisation entfernt wurden. In einigen Fällen blieben diese Vorfälle unbeantwortet, bis externe Untersuchungen die Muster der Vernachlässigung aufdeckten. Die Weigerung der Organisation, Fehlverhalten anzuerkennen oder entscheidende Maßnahmen zu ergreifen, führte zu einer weit verbreiteten Enttäuschung bei Eltern und Athleten.
Während die AAU weiterhin an Einfluss wächst, mit Millionen von Kindern, die jedes Jahr an ihren Programmen teilnehmen, bleibt ihre Bilanz bezüglich der Kindersicherheit zutiefst beunruhigend. Wie die Untersuchung zeigt, hat die AAU-Führung immer wieder institutionellen Interessen den Vorrang vor dem Wohlergehen von Kindern gegeben. Ohne einen klaren Plan, um langjährige Lücken in ihren Sicherheitsprotokollen zu beseitigen, riskiert die Organisation, einen Kreislauf von Schaden aufrechtzuerhalten. Die nächsten Schritte für die AAU und für die Familien, denen sie dient, hängen davon ab, ob ihre Führung bereit ist, sich den Beweisen zu stellen und sinnvolle Änderungen an ihren Operationen vorzunehmen.
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