Die Behörden von New South Wales arbeiten dringend daran, zwei gefährdete Arten, kleine Pinguine und kritisch gefährdete Regenten-Honeyeater, zu schützen, da der Staat seinen fünften Fall von Vogelgrippe bestätigt. Die jüngste Bestätigung erfolgte am Samstag nach der Entdeckung einer toten Großkreuzterne in der Nähe von Eden an der Südküste. Dies folgt auf ein Massensterblichkeitsereignis mit mindestens 50 Vögeln derselben Art in Südaustralien Anfang dieses Monats. Die Identifizierung dieser beiden Arten als hochprioritierte Kandidaten für die Impfung ist ein entscheidender Schritt in der Reaktionsstrategie des Staates angesichts der wachsenden Besorgnis über die Ausbreitung des Virus.
Die NSW-Regierung kündigte Pläne zur Impfung von kleinen Pinguinen und Regentenhonigfressern in Gefangenschaft an, obwohl die Genehmigung des nationalen Tiergesundheitsausschusses noch aussteht. Die Zusammenarbeit mit Institutionen wie dem Taronga Zoo, der eine Schlüsselrolle bei der Zucht von Regentenhonigfressern für die spätere Freisetzung in die Wildnis spielt, unterstreicht die Schwere der Situation. Diese Bemühungen kommen, da Wissenschaftler die Einschränkungen der aktuellen Impfstoffe hervorheben und feststellen, dass sie zwar die Sterblichkeit reduzieren können, ihre Wirksamkeit beim Schutz einheimischer Vögel jedoch unsicher bleibt. Dr. Ariful Islam, ein Vogelgrippeexperte von der Charles Sturt University, betonte, dass der Impfstoff nicht als eigenständige Lösung angesehen werden sollte.
"Es ist keine Silberkugel. Der Impfstoff kann nicht die einzige Waffe sein, um das Virus zu kontrollieren und Ausbrüche einzudämmen. Es ist ein ergänzendes Werkzeug", erklärte er. Die Regierung hat den Mangel an Daten über die Leistung des Impfstoffs über das Geflügel hinaus anerkannt und die Notwendigkeit weiterer Forschung und Vorsicht bei der Umsetzung unterstrichen. In Vorbereitung auf mögliche Impfprogramme beauftragte die NSW-Regierung im vergangenen Jahr Versuche durch das australische Zentrum für Krankheitsvorbereitung der CSIRO. Diese Versuche zielten darauf ab, geeignete Dosierungsraten für kleine einheimische Vogelarten zu bestimmen.
Zusätzliche Pilotstudien bewerteten die Sicherheit des aus Geflügel gewonnenen Impfstoffs bei verschiedenen in Gefangenschaft gehaltenen einheimischen Tieren, darunter Pinguine, Emus, Kasuareen, Raptoren, Eulen, Küstenvögel, Enten, Kakadus und andere Papageien. Trotz dieser Bemühungen bleibt der endgültige Beweis für die Wirksamkeit des Impfstoffs bei einheimischen Wildtieren schwer fassbar. Die Entstehung des Virus bei Silbermäulen in Südaustralien hat Alarm ausgelöst über die Möglichkeit einer weit verbreiteten Infektion bei einheimischen Vogelpopulationen. Die Vogelökologin Professor Anne Peters von der Monash University bezeichnete diese Möwen als "Typhoid Mary"-Superverbreiter aufgrund ihrer weitreichenden Bewegungen zwischen städtischen Zentren, Küstenregionen und Binnengebieten.
Sie warnte davor, dass infizierte Enten, die oft keine Symptome zeigen, zusätzliche Risiken darstellen könnten, indem sie das Virus unentdeckt tragen. Die Entdeckung aktiver Viren bei Vögeln, die überhaupt nicht krank sind, wäre ebenfalls äußerst besorgniserregend", stellte sie fest. Die Bestätigung des fünften Falles bei einer größeren Rübenstern unterstreicht die breiteren Auswirkungen des Ausbruchs. Dieses Gefühl stimmt mit den Forderungen von Experten überein, die sich für verstärkte Maßnahmen zum Schutz von Meeressäugern, insbesondere des vom Aussterben bedrohten australischen Seelöwen, einsetzen.
In den Vereinigten Staaten wurde gezeigt, dass ein von Kühen hergestellter Impfstoff erfolgreich Antikörper bei Seelefanten induzierte, was darauf hindeutet, dass bestehende Impfstoffe für den Einsatz bei Seehunden anpassungsfähig sein könnten. Australische Beamte beobachten diese Entwicklungen genau und erkennen die potenzielle Bedeutung für lokale Naturschutzbemühungen an. Professor Euan Ritchie von der Deakin University kritisierte jedoch die Verzögerung bei der Nutzung von Australiens fünfjähriger Führung vor der Ankunft des Virus, um einen maßgeschneiderten Impfstoff für die einzigartige Tierwelt des Landes zu entwickeln.
Seine Kommentare spiegeln die laufenden Debatten über die Angemessenheit der derzeitigen Strategien zur Bewältigung der Bedrohung durch die Aviäre Influenza für die Vogel- und Meeresökosysteme wider.
★
Halte die Nachrichten ehrlich.
ObjectiveNews ist leserfinanziert und werbefrei – wir zeigen dir den Bias, statt ihn zu verstecken. Unterstütze unabhängigen Journalismus für 4 €/Monat.
Unterstützer werden