Der Bewerbungsprozess ist effizienter geworden, aber die allgemeine Erfahrung für Arbeitssuchende hat sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Mit den Fortschritten in der Technologie, die eine schnelle Einreichung von Lebensläufen und Bewerbungen ermöglichen, ist die tatsächliche Reise zur Arbeitssuche komplexer und entmutigender geworden. Kandidaten stehen nun vor Herausforderungen wie der Interaktion mit Robotern während der Interviews, der Ablehnung durch künstliche Intelligenzsysteme, der Begegnung mit Geisterjobs, Positionen, die Unternehmen nicht besetzen wollen, und dem Wettbewerb gegen eine überwältigende Anzahl von Bewerbern.
Diese Verschiebung spiegelt eine breitere Besorgnis über die Integrität und Effektivität der aktuellen Einstellungslandschaft wider. Mit der Entwicklung des Arbeitsmarktes hat sich die Dynamik der Einstellung dramatisch verändert. Laut Daten der Recruiting-Firma Ashby ist die durchschnittliche Anzahl der bearbeiteten Bewerbungen pro Einstellung stark gestiegen, von etwa 100 Anfang 2021 auf etwa 291 heute. Dieser Anstieg ist auf die weit verbreitete Einführung von KI-Technologien sowohl von Arbeitssuchenden als auch von Arbeitgebern zurückzuführen. Bewerber nutzen Automatisierungstools, um ihre Bewerbungen zu optimieren, während Arbeitgeber Chatbots, Lebenslauffilter und andere digitale Lösungen zur Verwaltung des Zustroms von Kandidaten einsetzen.
Gorick Ng, ein Harvard-Karriereberater und UC Berkeley-Fakultätsmitglied, hebt die systemische Natur dieses Problems hervor und stellt fest, dass die Kandidaten ein tiefes Maß an Burnout erleben. Er erklärt, dass der aktuelle Zustand der Arbeitssuche von individueller Frustration zu einer kollektiven Skepsis gegenüber dem gesamten Arbeitsmarkt übergegangen ist. Viele Bewerber glauben, dass jede Stellenanzeige entweder irreführend oder fiktiv ist und dass ihre Bemühungen bei der Bewerbung wahrscheinlich von menschlichen Personalvermittlern unbemerkt bleiben.
Diese weit verbreitete Misstrauen untergräbt die Grundlagen des Arbeitsmarktes und macht es für Einzelpersonen schwieriger, den Prozess effektiv zu navigieren. Daten von Greenhouse zeigen, dass fast die Hälfte aller Kandidaten einen Rückgang ihres Vertrauens in den Einstellungsprozess erlebt haben.
Darüber hinaus dauert es laut Scott Dobroski, Vizepräsident für Unternehmenskommunikation bei Indeed, etwa 25% länger, offene Stellen zu besetzen, als es vor der Pandemie der Fall war. Geisterjobs, die 18 bis 22% der geposteten Stellen in einem typischen Quartal ausmachen, fügen der Situation eine weitere Komplexität hinzu. Während einige Unternehmen diese Auflistungen nutzen, um einen Talentpool zu kultivieren oder Investoren Wachstum zu signalisieren, könnten andere einfach immergrüne Stellenangebote aufrechterhalten, ähnlich wie ein Restaurant, das ständig nach neuen Servern sucht. KI-getriebene Lebenslauffilter verschärfen das Problem, indem sie potenziell qualifizierte Kandidaten auf der Grundlage von undurchsichtigen Algorithmen ausschließen, was zu Rechtsstreitigkeiten über diskriminierende Praktiken führt.
Trotz dieser Bedenken erkennen einige Einstellungsmanager die Vorteile an, die sich aus der Integration von KI in den Einstellungsprozess ergeben. Rund 49% von ihnen behaupten, dass der Einsatz von KI das Kaliber der von ihnen angezogenen Kandidaten verbessert hat. Dennoch hat die Leichtigkeit, mit der Bewerber Lebensläufe über Chatbots oder einfach anzuwendende Funktionen für mehrere Positionen einreichen können, zu einer Flut von Bewerbungen geführt, die Arbeitgeber durchsehen müssen, wodurch sich Bewerber oft übersehen oder geistert fühlen. Sowohl Arbeitssuchende als auch Arbeitgeber werden zunehmend vorsichtig, sich gegenseitig im Einstellungsverfahren zu vertrauen.
Wie Gorick Ng betont, bietet die Art und Weise, wie sich ein Unternehmen in den Einstellungsprozess einmischt, Einblicke in sein operatives Ethos.Wenn Arbeitgeber nur minimale Anstrengungen unternehmen, um sich mit Kandidaten auf persönlicher Ebene zu verbinden, können Arbeitssuchende das Engagement des Unternehmens für ein echtes Engagement und langfristigen Erfolg in Frage stellen.Diese gegenseitige Zögerlichkeit unterstreicht die Notwendigkeit eines transparenten und menschlicheren Ansatzes bei der Einstellung und stellt sicher, dass sich beide Parteien während des gesamten Prozesses geschätzt und respektiert fühlen.
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