Nigerias Bundesministerium für Wasserressourcen und Abwasserentsorgung hat eine erneute Kampagne zur Bekämpfung der offenen Defekation gestartet, die das Ziel der freien Defekation (ODF) bis 2030 verlängert, nachdem die Frist von 2025 verpasst wurde. Die Initiative, bekannt als Clean Nigeria: Use the Toilet Campaign, zielt darauf ab, das anhaltende Problem der offenen Defekation anzugehen, das etwa 46 Millionen Nigerianer aufgrund des begrenzten Zugangs zu sicheren Toiletten betrifft. Trotz früherer Bemühungen, die die Muhammadu Buhari-Regierung 2019 eingeleitet hat, einschließlich der Executive Order 009 und einer offiziellen Erklärung eines Sanitärnotstands, hat die Nation ihre früheren Ziele nicht erreicht.
Die Kampagne strebt nun an, die nationalen Bemühungen an die globalen Sanitär-Benchmarks anzupassen und betont die Notwendigkeit eines nachhaltigen politischen Willens, angemessener Finanzierung und robuster Durchsetzungsmechanismen. Das Versagen, den ODF-Status bis 2025 zu erreichen, hebt systemische Herausforderungen im nigerianischen Ansatz für die Sanitärversorgung hervor. Während die Regierung öffentliche Sensibilisierungskampagnen, Workshops und Initiativen zur Einbeziehung der Gemeinschaft organisiert hat, fehlten diesen Bemühungen oft die Tiefe und Konsistenz, die für einen dauerhaften Wandel erforderlich sind.
Gesundheitsexperten warnen davor, dass die fortgesetzte Freileitung zu einer weit verbreiteten Kontamination der Wasserquellen führt und das Risiko von durch Wasser übertragenen Krankheiten wie Cholera, Typhus und Durchfall erhöht. Kinder sind besonders anfällig, da Mangelernährung und Wachstumsstörungen mit schlechter Hygiene verbunden sind. Im Gegensatz dazu bietet Indiens Erfolg bei der Verringerung der Freileitung durch die Swachh Bharat (Clean India) Mission ein Modell für Nigeria. Die indische Regierung führte eine vielschichtige Strategie durch, die erhebliche Investitionen in Haushaltstoiletten, öffentliche Bildung, Mobilisierung der Gemeinschaft und strikte Durchsetzung von Hygienegesetzen beinhaltete.
Die Mission betonte die Wichtigkeit eines Verhaltensänderungs, unterstützt durch die Verantwortlichkeit der lokalen Regierung und nachhaltiges politisches Engagement. Infolgedessen wurde die öffentliche Defekation in vielen Regionen sozial inakzeptabel, was zu messbaren Verbesserungen der öffentlichen Gesundheit und der Umweltbedingungen führte. Nigeria steht vor der Möglichkeit, einen ähnlichen umfassenden Ansatz zu verfolgen, aber es muss über oberflächliche Maßnahmen hinausgehen und sich langfristigen, evidenzbasierten Lösungen verschreiben. Inzwischen kämpft Lagos, Nigerias Handelshauptstadt, mit einer Reihe von Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Abfallmanagement.
Die Lagos Waste Management Authority (LAWMA) hat das Ausmaß des Problems anerkannt und es teilweise auf ungenaue Daten und unzureichende Planung zurückgeführt.
Hamzat betonte die Notwendigkeit genauer Daten, um eine bessere Planung zu ermöglichen, und hob die Rolle der Teilnehmer des privaten Sektors bei der Abfallentsammlung hervor, obwohl viele aufgrund steigender Treibstoffkosten und Fahrzeugknappheit mit betrieblichen Einschränkungen konfrontiert sind.
Darüber hinaus zielt ein fünfjähriges Projekt auf den Bau einer Biogasanlage in Partnerschaft mit der Lagos Metropolitan Area Transport Authority (LAMATA) darauf ab, organische Abfälle in erneuerbare Energie umzuwandeln. Diese Initiative spiegelt erfolgreiche Modelle in Städten wie Stockholm wider, in denen organische Abfälle für den Haushalt und den Transport genutzt werden. Gbadegesin erwähnte auch die Installation von Biodigestoren auf wichtigen Märkten zur Behandlung von organischen Abfällen, um Biogdünger zu erzeugen und die Verwendung von Deponien zu reduzieren. Trotz dieser Entwicklungen bestehen weiterhin Herausforderungen.
Gbadegesin forderte die Bürger auf, mit der ordnungsgemäßen Entsorgung von Abfällen und der Vermeidung von Müll auf öffentlichen Straßen zusammenzuarbeiten. Er forderte auch eine stärkere Beteiligung der lokalen Regierungen und des privaten Sektors an der Aufrechterhaltung der Sauberkeit. Mit laufenden Projekten, die sich auf die Verbesserung der Abfallentsorgungskapazitäten und die Förderung nachhaltiger Praktiken konzentrieren, scheint Lagos bereit zu sein, Fortschritte bei der Bewältigung seiner Abfallkrise zu machen. Der Erfolg dieser Initiativen hängt jedoch von einer konsequenten Durchsetzung, dem Engagement der Gemeinschaft und der Verfügbarkeit angemessener Ressourcen ab.
Während Nigeria seinen Kampf gegen den offenen Stuhlgang fortsetzt, bieten die Lehren aus den Kämpfen bei der Abfallwirtschaft in Lagos wertvolle Einblicke in die Komplexität der Erreichung bedeutender Verbesserungen der Umwelt und der öffentlichen Gesundheit.
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