Spotify wird ab Mitte September ein neues Label einführen, das Künstler identifiziert, die mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Die Initiative mit dem Namen "AI Personas" zielt darauf ab, die Transparenz für Zuhörer zu erhöhen, die auf Profile stoßen, die nicht echten Personen entsprechen, sondern künstlich erzeugten Identitäten. Das Label wird auf mobilen Geräten in Künstlerprofilen, Suchergebnissen und Tracklinien in Playlists angezeigt. Musik, die von AI Personas produziert wird, wird standardmäßig von personalisierten und redaktionellen Empfehlungen ausgeschlossen.
Im vergangenen Jahr entfernte Spotify 75 Millionen Spam-Tracks, darunter Fälle wie Velvet Sundown, das als eine Kreation beschrieben wird, die menschliche und maschinelle Elemente mischt. Mit rund 117.000 monatlichen Streams war das Profil der Band bis zur Einführung der neuen Labels bisher unklar. Ein weiteres Beispiel ist Eddie Dalton, ein von KI geschaffener Künstler, der hohe Chartpositionen erreichte, 13.000 Kopien verkaufte und über 600.000 monatliche Streams aufnahm. Ab dem 11. August können Künstler über Spotify for Artists erklären, ob ihr Profil einer KI-Persona entspricht.
Während sich Spotify auf Selbsterklärungen stützt, wird es auch menschliche Bewertungen durchführen und KI-basierte Untersuchungswerkzeuge verwenden, um andere Fälle zu identifizieren, die eine Kennzeichnung erfordern. Wenn ein Künstler als KI-Persona anerkannt wird, erhalten sie eine Benachrichtigung und haben die Möglichkeit, sich selbst zu erklären oder eine weitere Überprüfung anzufordern. Spotify erklärte, dass das Feedback der Zuhörer die Notwendigkeit der Klarheit in Bezug auf Profile betonte, die menschlich erscheinen, aber tatsächlich von KI erzeugt werden.
Am 10. Juli kündigten mehrere Branchengruppen, darunter IFPI, RIAA, A2IM, WIN, IMPALA, die Grammys, SAG-AFTRA und die Human Artistry Campaign, einen einheitlichen Ansatz für die freiwillige Kennzeichnung von Tracks mit KI in Tonaufnahmen an. Diese Zusammenarbeit zielt darauf ab, den Fans klarere Informationen über die Verwendung von KI in der Musikproduktion zu liefern. Die Entscheidung von Spotify spiegelt den zunehmenden Druck sowohl von Verbrauchern als auch von Interessengruppen der Branche wider, ethische und rechtliche Fragen rund um KI in kreativen Bereichen anzugehen. Durch die Implementierung dieses Systems zielt die Plattform darauf ab, Innovation mit Rechenschaftspflicht auszugleichen und sicherzustellen, dass das Publikum informiert ist, während die Interessen echter Künstler geschützt werden.
Die Implementierung dieser Etiketten markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung größerer Transparenz in der digitalen Musiklandschaft. Mit der Einführung des neuen Etikettierungssystems wird es entscheidend sein, seine Wirksamkeit und unbeabsichtigte Konsequenzen zu überwachen. Das Unternehmen hat bereits mit dem Testen des Prozesses begonnen, der es Künstlern ermöglicht, sich selbst zu deklarieren und sich zusätzlichen Kontrollen zu unterziehen. Dieser doppelte Ansatz stellt sicher, dass sowohl selbst gemeldete als auch verifizierte Fälle angemessen behandelt werden. Das ultimative Ziel ist es, eine transparentere Umgebung zu schaffen, in der Hörer zwischen echten und KI-generierten Künstlern unterscheiden können, was Vertrauen und Fairness in der Musikindustrie fördert.
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