Nach neuen Beweisen der Nachrichtenagentur CORRECTIV sind deutsche Universitäten zu Zielen von angeblichen chinesischen Spionageoperationen geworden. Der Fall dreht sich um ein Ehepaar, Hua S., das vor kurzem in Deutschland verhaftet wurde, nachdem es angeblich Wissenschaftler mit Versprechungen lukrativer Möglichkeiten in China gelockt hatte. Diese Personen, die unter falschen Identitäten posierten, boten Berichten zufolge hochkarätigen Forschern Einladungen an, Vorträge zu halten und sich an anderen Formen der Zusammenarbeit zu beteiligen, die alle von einer chinesischen Regierungsagentur finanziert wurden, die mit Geheimdienstaktivitäten verbunden ist.
Sie stellte sich als Vertreterin eines in Berlin ansässigen Automobilverbandes mit umfangreicher Erfahrung in der Koordinierung der internationalen Zusammenarbeit zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen vor. Diese Nachrichten wurden jedoch später als Teil einer ausgeklügelten Rekrutierungsstrategie enthüllt, die darauf abzielte, sensible Informationen von deutschen Akademikern zu erhalten.
SAFEA ist dafür bekannt, Initiativen zu verwalten, die ausländische Experten zu gewinnen, oft durch großzügige finanzielle Anreize und andere Vergünstigungen. Das angebliche System beinhaltete das Angebot ausgewählten Forschern erhebliche Geldsummen, bis zu € 300.000 und verlängerte Aufenthalte in China, komplett mit Unterkunft und Verpflegung, im Austausch für ihre Teilnahme an Veranstaltungen wie Vorträgen und Workshops. Mehrere Universitätsprofessoren fielen Berichten zufolge in diese Verlockung, was zu ihrer Beteiligung an Aktivitäten führte, die potenziell chinesischen militärischen Interessen zugute kommen könnten. Unter den Themen von Interesse war Wissen in Bezug auf Aufklärungsdrohnen, die derzeit von globalen Verteidigungskräften sehr begehrt sind.
Die Aktivitäten des Paares wurden nicht isoliert betrieben. Gemäß den Erkenntnissen von CORRECTIV waren sie in ein Netzwerk von Frontorganisationen eingebettet, darunter Verbände und Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Diese Einheiten zielten angeblich darauf ab, sogenannte "Talente" zu Gunsten Chinas zu rekrutieren. Ihre Methoden umfassten nicht nur Geldbelohnungen, sondern auch greifbare Vorteile wie Luxusautos, maßgeschneiderte Wohnungen, Übersetzer und bevorzugte Behandlung für Kinder in Schulen. Die Auswirkungen dieses Falles gehen über einzelne Spionageakten hinaus. Es hebt ein breiteres Muster chinesischer Operationen hervor, die auf europäische akademische Institutionen abzielen.
Ähnliche Taktiken wurden in den Vereinigten Staaten beobachtet, wo zwei Personen, die im Auftrag von SAFEA handelten, für die Rekrutierung eines amerikanischen Ingenieurs verantwortlich waren, der an der Stealth-Bomber-Technologie gearbeitet hatte. Dieser Ingenieur, Noshir Gowadia, wurde schließlich 2011 wegen Spionage verurteilt und zu 32 Jahren Gefängnis verurteilt.
Diese Personen werden nun als Zeugen in den laufenden Gerichtsverfahren gegen das Ehepaar gerufen. Der Fall hat erneut Diskussionen über die Schwachstellen innerhalb der akademischen und wissenschaftlichen Gemeinschaften in Bezug auf die Risiken ausländischer Einmischung ausgelöst. Während viele Universitäten die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit betonen, unterstreicht der Vorfall die Notwendigkeit strengerer Überprüfungsverfahren und eines größeren Bewusstseins für potenzielle Bedrohungen durch externe Akteure, die solche Partnerschaften für strategischen Gewinn ausnutzen wollen. Die Untersuchung der Aktivitäten von Hua S. und Xuejun C. wird fortgesetzt, wobei weitere Details voraussichtlich im Laufe des Gerichtsverfahrens bekannt werden.
Inzwischen ist die allgemeine Frage, wie sich akademische Einrichtungen vor einer solchen Infiltration schützen können, für politische Entscheidungsträger und Sicherheitsbeamte gleichermaßen ein dringendes Anliegen.
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