Eine neue Studie zeigt, dass fast vier von zehn jüdischen jungen Erwachsenen in den Vereinigten Staaten sich aus dem jüdischen Leben zurückgezogen haben oder selektiver geworden sind, wo sie sich engagieren, unter Berufung auf Meinungsverschiedenheiten darüber, wie Israel und die Palästinenser als primäre Ursache diskutiert werden. Laut der Umfrage, die von Sense Worldwide durchgeführt und von der Jim Joseph Foundation in Auftrag gegeben wurde, gaben 39% der Befragten an, dass sie ihre Beteiligung an jüdischen Räumen reduziert oder sich vollständig zurückgezogen haben.
Ein bedeutender Teil dieser Personen, 42%, sagte, dass ihre Entscheidung aus der Überzeugung stammte, dass ihre Ansichten über Israel und Palästina nicht mit den vorherrschenden Diskussionen übereinstimmten und dass es wenig Raum für nuancierte Perspektiven gab. Weitere 40% gaben an, dass sie solche Räume aufgrund von Bedenken über die Begegnung mit voreingenommenen oder einseitigen Nachrichten vermieden haben, während 48% die Gespräche als oft feindselig, giftig oder unproduktiv bezeichneten. Die Ergebnisse unterstreichen einen wachsenden Riss innerhalb der jüdischen Gemeinschaft, insbesondere bei jüngeren Mitgliedern, in Bezug auf die Behandlung von Fragen mit Israel.
Auf die Frage, was jüdische Erfahrungen attraktiver machen würde, schlugen 30% der Befragten eine größere Betonung kultureller Aspekte anstelle religiöser Aspekte vor, und 26% zeigten Interesse an Räumen, in denen nicht-zionistische oder antizionistische Ansichten ausgedrückt werden konnten, ohne Angst zu haben, als antisemitisch bezeichnet zu werden.
Die Umfrage, die 2.071 jüdische Erwachsene im Alter von 22 bis 40 Jahren umfasste, ergab, dass 75% der Befragten regelmäßig an jüdischen Aktivitäten teilnahmen, wobei 45% informell, oft zu Hause mit Familie oder Freunden, beteiligt waren. Nur 30% nahmen formell durch Institutionen oder Organisationen teil. Dieser Trend spiegelt eine breitere Verschiebung wider, wo jüdische junge Erwachsene Verbindung finden. Fünfundfünfzig Prozent identifizierten die Familie als ihre Hauptquelle jüdischer Verbindung, gefolgt von 44% jüdischer Freunde. Nur 19% assoziierten ihre Verbindung in erster Linie mit Organisationen oder Gruppen der jüdischen Gemeinschaft, während 16% sie mit sozialen oder politischen Ursachen verbanden, die mit der jüdischen Identität verbunden sind, und 13% mit Erfahrungen im Zusammenhang mit Israel.
Die Umfrage unterstreicht die Komplexität der jüdischen Identität und des Engagements im zeitgenössischen Amerika. Während viele mit dem jüdischen Leben verbunden sind, entwickelt sich die Art dieser Verbindung. Die Jim Joseph Foundation betonte die Bedeutung der Übersetzung dieser Erkenntnisse in umsetzbare Strategien, um die Bedürfnisse und Vorlieben jüdischer junger Erwachsener besser zu erfüllen. Die Stiftung, die die Umfrage in Auftrag gab, stellte fest, dass das Verständnis, wo und wie jüdische junge Erwachsene jüdisches Leben suchen, entscheidend für die Entwicklung relevanter Programme und Initiativen ist.
Matthew Berger, ein Kommunikationsberater, der zuvor bei den Jüdischen Föderationen Nordamerikas beschäftigt war, empfahl, den Begriff "Zionismus" in bestimmten Kontexten zu vermeiden, da er oft falsch interpretiert oder abwertend verwendet wird.
Angesichts des zunehmenden Antisemitismus und der rückläufigen Unterstützung für den jüdischen Staat könnten die Entscheidungen der israelischen Wähler die Zukunft der amerikanischen jüdischen Gemeinde erheblich beeinflussen.
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